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Neuroendokrine Tumoren

Neuroendokrine Tumoren können versprengt im Bereich der inneren Organe auftreten (z.B im Bereich der Leber, des Magen-Darm-Traktes und der Lunge).

Die Ursprungszellen der neuroendokrinen Tumoren stammen von Zellen des sogenannten endokrinen Systems ab, also demjenigen Zellsystem, welches für die Produktion von Botenstoffen (im Dienst des gesamtkörperlichen Geschehens) verantwortlich ist. Diese Zellen entstehen während unserer Entwicklung alle aus einem Ursprungsgewebe und wandern von hier an ihren Zielort. Während dieser „Wanderung“ differenzieren sie sich und entwickeln ihre Spezialfunktionen (zum Beispiel die Insulinproduktion in Zellen der Bauchspeicheldrüse oder die Produktion von Schilddrüsenhormonen in Zellen der Schilddrüse).

Unkontrolliertes Freisetzen von Hormonen

Diese Entwicklung birgt einige Fehlerquellen: So können sich einzelne Zellen aus der Rückkoppelung des übrigen endokrinen Systems herauslösen und, unabhängig von diesem, ihr Hormon in zu hoher Menge freisetzen. Handelt es sich hierbei zum Beispiel um Insulin oder um einen dem Insulin ähnlichen Botenstoff, kann dies zum unkontrollierten Absenken des Blutzuckerspiegels mit schwerer Unterzuckerung führen. Einen solchen vom Insulinkreislauf abgekoppelten Zellverband bezeichnen wir dann als Insulinom.

Ähnlich diesem Beispiel können nahezu alle Zellen des endokrinen System sich aus dem Rückkoppelungsmechanismus auslösen und unkontrolliert ihr Hormon oder ein diesem Hormon sehr ähnliches Hormon freisetzen und an den Kreislauf abgeben.

Hormoninaktive Tumoren

Häufig ist nicht nur der Rückkoppelungsmechanismus dieser Zellen fehlerhaft, sondern auch das Hormon, welches sie freisetzen, so dass auch die entsprechenden Symptome fehlen und diese Tumoren unbemerkt heranwachsen und schliesslich bösartig entarten können. Wir sprechen in diesen Situationen von hormoninaktiven Tumoren, die häufig als Zufallsbefunde bei Untersuchungen aus anderen Gründen in Computertomographien oder auch Darm- und Magenspiegelungen aufgefunden werden.

Entsprechend der entwicklungsgeschichtlichen Herkunft der endokrinen Zellen und ihrer komplexen Lokalisationsmöglichkeiten können neuroendokrine Tumoren im Bereich fast aller inneren Organe auftreten, nicht nur im Bauchraum, sondern beispielsweise auch im Bereich der Lunge.

Liegt ein neuroendokriner, hormonaktiver Tumor im Bereich des Magen-Darm-Traktes, wird das von ihm produzierte Hormon zunächst in die Leber befördert, wo es zunächst abgebaut wird und daher kaum Symptome verursachen kann. Handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der in der Leber Metastasen setzt, wird der Tumor erst im metastasierten Zustand sogenannt symptomatisch, da das in den Metastasen freigesetzte Hormon nicht mehr vom Lebergewebe abgebaut, sondern schliesslich direkt in den Kreislauf abgegeben wird und hier seine Hormonwirkung entfalten kann.

Mannigfaltige Fehlentwicklungen

Entsprechend der Komplexität des endokrinen Systems sind auch seine Fehlentwicklungen sehr mannigfaltig und bedürfen im Einzelfall der individuellen und sorgfältigen Beurteilung und Diskussion, um die am besten geeignete Therapie zur chirurgischen Entfernung der neuroendokrinen Tumoren zu finden.

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