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Nach dem operativen Eingriff

An Komplikationen sind bei allen Dickdarmeingriffen an erster Stelle die Wundheilungsstörungen aufzuführen, welche aufgrund der Verunreinigung des Darmes durch Bakterien trotz der Antibiotika-Prophylaxe vor der Operation auftreten können. Der Dickdarm ist sehr gut durchblutet, wodurch sich erklärt, dass es in einem gewissen Prozentsatz trotz neuester Techniken der Blutstillung und unter Ausnützung der blutsparenden Massnahmen gelegentlich zu Nachblutungen kommen kann.

Die wichtigste Komplikation tritt nach Dickdarmoperationen in knapp 4% der Fälle auf: es handelt sich dabei um eine Heilungsstörung an der Nahtstelle des Darmes, wo sich eine Undichtigkeit entwickeln kann (=Anastomoseninsuffizienz). Dies ist eine schwere Komplikation, die meistens einen Folgeeingriff mit erneuter Anlage der Darmnaht notwendig macht. Manchmal ist es aber aufgrund der lokalen Verunreinigung durch den Darminhalt nicht möglich, die Darmnaht umgehend wieder anzulegen, so dass als Notfallmassnahme für 6-8 Wochen ein künstlicher Darmausgang angelegt werden muss, der dann in einem Folgeeingriff nach guter körperlicher Erholung wieder zurückverlegt werden kann.

Die Vorbereitung und die Nachbehandlung nach Dickdarmeingriffen hat sich während der letzten 10 Jahre ganz erheblich verändert: So kann in vielen Situationen auf die Vorbereitung des Dickdarmes mit dessen vollständiger Entleerung verzichtet werden. Ebenso achten wir nach der Operation auf einen möglichst früh erfolgenden Kostaufbau, um dem Organismus die Nährstoffe, die er in dieser konsumierenden Situation dringend für die Wundheilung braucht, zuzuführen. Ebenso wichtig für das rasche Ingangkommen der Darmtätigkeit ist die Mobilisation und die Bewegung, soweit es der Allgemeinzustand des Patienten, der Patientin erlaubt, um Folgekomplikationen vorzubeugen – zum Beispiel kann durch ungenügend tiefe Atmung eine Lungenentzündung entstehen.

Durch diese Neuerungen in der Nachbehandlung hat sich über die letzten Jahre die Rehabilitation der Patientinnen, Patienten positiv verändert, so dass bei komplikationslosem Verlauf die Rückkehr nach Hause häufig bereits 4-5 Tage nach dem Eingriff möglich ist. Allerdings sollten sich die Patientin, der Patient zu Hause noch für insgesamt 4 Wochen körperlich schonen, damit sich die Narbenbildung vervollständigen kann.

Bezüglich des Essens sind in aller Regel keine Diätvorschriften nötig, da der verbleibende Dickdarmanteil ausreicht, um den Darminhalt einzudicken, so dass es lediglich während der ersten Zeit nach der Operation etwas häufiger zu Darmentleerungen oder gar Durchfall zu kommen kann. Diese Veränderungen werden sich aber über die nächsten Wochen normalisieren. Im Übrigen sollte natürlich nach Möglichkeit eine ausgewogene, abwechslungsreiche Kost aufgenommen werden, um die Genesung zu unterstützen.

 

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