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Der Lungenrundherd (lung nodule)

Der Pfeil zeigt einen Lungenrundherd in der linken Lunge in einer Computertomographie (CT)
Der Pfeil zeigt einen Lungenrundherd in der linken Lunge in einer Computertomographie (CT)

Was ist ein Lungenrundherd?

Ein Lungenrundherd ist eine rundliche Verschattung, die auf einer Bildgebung wie ein Röntgen-Thorax gesehen wird. Lungenrundherde können gutartig oder bösartig sein.

Es ist wichtig, dass Lungenrundherde genauer untersucht werden, denn das Risiko für Bösartigkeit ist individuell sehr unterschiedlich. Zudem gilt je früher ein bösartiger Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Wie entdeckt man einen Lungenrundherd?

Am häufigsten werden Lungenrundherde auf einem konventionellen Röntgenbild oder in einer Computertomographie (CT) entdeckt. CT-Untersuchungen sind wesentlich genauer, d.h. auch kleinere Lungenrundherde, das genaue Aussehen und die Lage eines Lungenrundherdes werden erkannt.

Die meisten Lungenrundherde sind „Zufallsbefunde“, d.h. die Untersuchung wurde aus anderen Gründen gemacht und es bestehen keine Krankheitszeichen (Symptome).

Hingegen können folgende Symptome durch einen Lungenrundherd ausgelöst werden:

  • Bronchitis/Lungenentzündung mit Fieber, Husten, Auswurf, manchmal Heiserkeit
  • Blutiger Auswurf
  • Chronischer („anhaltender“) Husten
  • Vermehrtes Schwitzen, insbesondere nachts
  • Gewichtsverlust

Was verursacht einen Lungenrundherd?

Die folgende Tabelle gibt eine kleine Übersicht über gutartige und bösartige Lungenrundherde.

Gründe für ein Lungenrundherd

GutartigBösartig

- Entzündungsherd (aktiver Infekt)

- „Überbleibsel“ nach durchgemachtem Infekt

- Hamartom

- Chronisch-entzündliche Erkrankungen (Rheumatoide Arthritis, Sarkoidose…)

- Verschiedene Arten von Lungenkrebs

- Ableger (Metastasen) eines anderen bösartigen Geschwürs (Darmkrebs, Nierenkrebs…)

Welche Kriterien machen einen Lungenrundherd suspekt bösartig zu sein?

Das Krebsrisiko ist individuell sehr unterschiedlich. Es gibt zwei Faktoren, die das Risko bestimmen, patientenspezifische Faktoren und bildmorphologische Kriterien

Kriterien und Risikofaktoren für Krebs

Patientenspezifische RisikofaktorenBildmorphologische Kriterienv  Grösse des Rundherdes

- Vorhandensein von Symptomen (Husten Auswurf…)

- Rauchen (Aktiv-Passiv-Ex-)

- Krebs in der eigenen Vergangenheit

-  Krebs in der Familie

- Exposition von Schadstoffen bei der Arbeit (z.B. Asbest…)

- Grösse des Rundherdes

- Form des Rundherdes

- Verkalkungen ja/nein

- Grössenwachstum

- Veränderung der Struktur (Morphologie)

Was erwartet mich wenn ein Lungenrundherd entdeckt wurde?

Wurde ein Lungenrundherd in einer konventionellen Röntgenaufnahme entdeckt, so wird in der Regel eine Computertomographie (CT) durchgeführt zur genaueren Beurteilung. Es ist wichtig alte Röntgenaufnahmen, sofern vorhanden, aufzubewahren, damit die Aufnahmen verglichen werden können. Somit kann festgestellt werden, ob ein Lungenrundherd neu ist oder an Grösse zugenommen hat. Bringen Sie daher bitte alle vorhandenen Voraufnahmen mit, heutzutage meist auf einer CD. Basierend auf der Morphologie im CT, dem Vergleich mit Vorbildern, dem individuellen Risikoprofil kommen eventuell weitere Untersuchungen auf Sie zu. Die häufigsten sind im Folgenden aufgeführt.

  • CT-Verlaufskontrollen - In manchen Fällen kann ein Lungenrundherd mit einem CT in einem bestimmten Intervall verlaufskontrolliert werden in Hinblick auf Grössenwachstum und Änderungen in der Morphologie.
  • PET-CT (Positronen Emissions Tomographie) - Hier wird „radioaktiv“ markierter Zucker über die Vene gespritzt und anschliessend Bilder gemacht. In Lungenherden die schnell wachsen und mutmasslich bösartig sind reichert sich der Zucker vermehrt an. Allerdings kann das manchmal auch bei gutartigen Entzündungen der Fall sein.
  • Bronchoskopie mit Biopsie - Eine fiberoptische Kamera (ähnlich der Magen-und Darmspiegelung) wird über die Luftröhre in die Bronchien geführt und ein Lungenrundherd kann „von innen“ biopsiert (Gewebeprobe) werden.
  • CT-gesteuerte Biopsie - Mit einer feinen Nadel wird ein Lungenrundherd „von aussen“ CT-gesteuert biopsiert (Gewebeprobe).
  • Operative Entfernung eines Lungenrundherdes – In manchen Fällen, insbesondere wenn es sich sehr wahrscheinlich um einen bösartigen Lungenrundherd handelt, kann die direkte operative Entfernung notwendig sein. Hierzu bestehen verschiedenste Möglichkeiten, die individuell mit dem Patienten besprochen werden.

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