Global Navigation

Der (Spontan-) Pneumothorax

Pneumothorax links im konventionellen Röntgenbild

Ein Pneumothorax ist ein partieller oder kompletter Kollaps eines Lungenflügels.

Hierbei kommt es zu einer Luftansammlung im Pleuraspalt, also zwischen dem Lungenfell (viszerale Pleura) und dem Brustfell (parietale Pleura). Beide Felle (Pleuren) schmiegen sich normalerweise aneinander. Bei einem Pneumothorax werden diese also durch Luft getrennt.

Wo kommt diese Luft her?

Man unterscheidet zwischen einem spontanen Pneumothorax, ausgelöst ohne Trauma und einem traumatischen Pneumothorax (Verletzung der Lunge z.B. durch eine gebrochene Rippe).

Ein spontaner Pneumothorax kann primär sein, d.h. die Lunge ist eigentlich gesund, es ist nur an einer kleinen Stelle, meist in der Lungenspitze, ein kleines Lungenbläschen (bleb) geplatzt und es ist dadurch zu einem Austritt von Luft in den Pleuraspalt gekommen. Häufig sind grosse, schlanke, junge Erwachsene betroffen. Solche geplatzten blebs, als Auslöser des Lungenkollaps, können als „Schwachstelle“ gesehen werden, die bei einem schnellen Längenwachstum auftreten können. Einen negativen Einfluss hat hier zusätzlich das Rauchen und das Kiffen, denn unter diesen Faktoren kommt es deutlich häufiger zu einem Pneumothorax.

Ein spontaner Pneumothorax kann aber auch auf dem Boden einer Lungenerkrankung wie z.B. dem Lungenemphysen, der Zystischen Fibrose (Muccoviszidose) oder der Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) aufterten. Dann spricht man von einem sekundären Pneumothorax.

Symptome eines Pneumothorax

Die meisten Spontanpneumothoraces passieren in Ruhe oder bei minimaler Belastung. Meist verspürt man einen kurzen stechenden Schmerz im Brustkorb, der sich beim tiefen Einatmen noch verstärkt. Es kommt dann auch eine beginnende Kurzatmigkeit dazu, selten nur wird es lebensbedrohlich. Ein Röntgenbild der Lunge kann die Diagnose sofort stellen.

Therapie eines Pneumothorax

Die Therapie hängt davon ab wie ausgedehnt ein Pneumothorax ist. Beträgt der Kollaps nur wenige Zentimeter, so kann unter Umständen eine alleinige Sauerstofftherapie und Überwachung ausreichen. Sind es mehrere Zentimeter so wird in der Regel eine Drainage zwischen den Rippen in den Pleuraspalt (Thoraxdrainage) eingelegt, damit die Luft entweichen kann.

Das Risiko einen weiteren Pneumothorax (Rezidiv) zu erleiden liegt bei 10-25%, dieses Risiko verdoppelt sich nach dem 2. Pneumothorax (Rezidiv-Pneumothorax). Normalerweise sollte dann die Indikation zur Operation gestellt werden.

Indikation für eine Operation:

  • Rezidiv-Pneumothorax gleiche Seite
  • Rezidiv-Pneumothorax Gegenseite
  • Totaler Lungenkollaps
  • Anhaltender Luftverlust über die Thoraxdrainage (>3 Tage)

Operation bei Spontanpneumothorax

Die Operation erfolgt minimal-invasiv über eine Thorakoskopie (Spiegelung der Brustkorbhöhle). Das „Bläschen“ (bleb) an der Lungenoberfläche (meist Lungenspitze) wird mit einem Klammernahtgerät sparsam entfernt (Keilresektion, Wedge-Resektion). Der weit wichtigere Bestandteil der Operation besteht in einem Anrauhen (Pleuraabrasio) oder Teilentfernung (Pleurektomie) des Brustfells. Hierdurch wird eine „kontrollierte Blutung“ ausgelöst, die zu einer Verklebung der beiden Pleuren (Lungen-und Brustfell), einer sogenannten Pleurodese führt. Nach diesem Eingriff muss eine Thoraxdrainage für mindestens 3 Tage einliegen, solange ist meist auch der stationäre Aufenthalt.

Die Rezidivrate (Auftreten eines erneuten Pneumothorax) kann somit auf 8-10% gesenkt werden (im Vergleich zu >50% ohne Operation).

Häufig gestellte Fragen

Was sind mögliche Komplikationen?

Das Risiko für eine Blutung, Infektion oder prolongiertem Luftleck ist <1%

Was muss ich nach einer solchen Operation beachten?

Die Wundheilung dauert ungefähr 14 Tage, während dieser Zeit können noch Schmerzen und eine körperliche Einschränkung bestehen.

  • Vermeiden von Kontaktsport für 4-6 Wochen
  • Flugverbot für 4-6 Wochen
  • Tauchverbot (Scuba Dive) lebenslang

Wieviel Lunge wird entfernt und ist die Verklebung der Pleuren nicht schlecht?

Es wird  lediglich ein wenig Lungengewebe von der Lungenspitze entfernt, normalerweise <2% des gesamten Lungengewebes. Somit ist mit keinerlei Einschränkung zu rechnen. Gleiches gilt für die Verklebung der Pleuren (Pleurodese), dies führt zu keinem messbaren Funktionsverlust.

Weitere Informationen