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«Dieses Jahr steht die Immuntherapie im Zentrum»

Veröffentlicht am Donnerstag, 17. Oktober 2019 um 14.27 Uhr
Von Stadtspital Waid und Triemli
Prof. Schmid ist Chefarzt Medizinische Onkologie und Hämatologie

Zum ersten Mal führen Waid und Triemli gemeinsam einen Tumortag durch. Die Veranstaltung bietet viele Highlights. Die Besuchenden dürfen hinter die Kulissen schauen und einen Operations-Saal sowie die neue, top-moderne Strahlentherapie besichtigen. Im Zentrum stehen aber die Krankengeschichten unserer Patientinnen und Patienten. 

  

Seit wann gibt es einen speziellen Tumortag im Stadtspital Waid und Triemli und weswegen liegt er Ihnen so am Herzen?

Der erste Tumortag im Stadtspital Triemli wurde im November 2011 durchgeführt. Mittlerweile dürfen wir am 16. November 2019 den 8. Tumortag organisieren, zum ersten Mal zusammen mit den neuen Kollegen vom Waid – als ersten gemeinsamen Tumortag.

Der Tumortag ermöglicht es uns, mit Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Interessierten in einem ungezwungenen Rahmen zusammenzukommen. Der direkte Austausch, das Berichten von Sorgen und Ängsten, aber auch positiven Erfahrungen ausserhalb von Sprechstunden sind eine sehr wertvolle Erfahrung für uns sowie für die Teilnehmenden. Es gibt uns zudem die Möglichkeit, auf verständliche Art und Weise von den modernen Therapien bei verschiedenen Tumoren zu berichten. Dieses Jahr haben wir als Leitthema die Immuntherapie gewählt, da dies ein sehr dynamischer Bereich in unserem Fachgebiet ist.

Was können Sie uns über die diesjährigen Highlights verraten? Was bekommen die Besucherinnen und Besucher im Triemli zu hören und zu sehen?

Insbesondere bei den Lungentumoren gab es in den letzten zwei Jahren eine Vielzahl von neuen Entwicklungen, welche die Therapie erleichtert und die Prognose verbessert haben. Neben den medikamentösen Behandlungen wie zielgerichtete Medikamente und Immuntherapien ist hier vor allem die extrem genaue Bestrahlung zu nennen. Sie wird als stereotaktische Radiotherapie bezeichnet. Ein Highlight ist sicher auch, dass die Besuchenden hinter die Kulissen schauen dürfen. Sie können beispielsweise einen Operations-Saal und die neue, top-moderne Strahlentherapie direkt besichtigen. Im Zentrum stehen unsere Patientinnen und Patienten, die wir in Patientenvorstellungen zu Wort kommen lassen. Sie berichten über ihre Erkrankungen – von der Diagnose bis zum Therapie-Ende.

Welche Neuigkeiten gibt es in Ihrem Bereich zu berichten?

Der bereits vor zwei Jahren vorgestellte Trend „weg von der Chemotherapie – hin zur personalisierten Medizin“ hat sich schnell weiterentwickelt. So werden heute einige Patienten mit Lungen-, Haut,- und Nierentumoren ohne Chemotherapie, sondern mit gezielten Medikamenten behandelt. Dabei steht die Aktivierung des eigenen Immunsystems immer mehr im Zentrum. Die Bedeutung der supportiven, unterstützenden Therapie sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit, zum Beispiel im Rahmen von Tumorboards, stehen im Fokus. Generell führt dies nicht nur zu einer höheren Lebenserwartung, sondern auch zu einem deutlichen Gewinn an Lebensqualität.

Welche positiven Punkte sehen Sie in der neuen Zusammenarbeit mit dem Waid?

Generell ist für uns – aber auch für die Betroffenen – die engere Zusammenarbeit der beiden Standorte sehr positiv. Das diagnostische und therapeutische Angebot wird verbessert, Doppelspurigkeiten werden reduziert. Neben einer Verbesserung der Versorgungsqualität führt dies hoffentlich auch zu einer Kosten-Einsparung sowie zu kürzeren Wegen für unsere Patientinnen und Patienten.

Was interessiert Sie persönlich speziell in Ihrem Fachgebiet Hämatologie und Onkologie?

Darüber könnte man wahrscheinlich ein Buch schreiben. Ganz oben stehen für mich aber zwei Dinge: Zum ersten der sehr intensive Kontakt zu meinem Patienten, die ich oft über viele Jahre begleiten darf. Man baut dadurch eine sehr persönliche Beziehung auf und übernimmt eine hohe Verantwortung für die Therapie. Zum zweiten die enorme wissenschaftliche Entwicklung in der Hämatologie und der Onkologie, die uns jeden Tag vor neue Herausforderungen stellt. Mittlerweile werden fast jede Woche neue Medikamente und Verfahren verfügbar, welche die Therapie und Prognose unserer Patientinnen und Patienten weiter voranbringen.

Daneben begeistert mich vor allem die Interdisziplinarität des Fachgebietes, die einen sehr intensiven Austausch mit Kolleginnen und Kollegen verschiedenster Fachdisziplinen ermöglicht – aber auch erfordert.

Ein Gespräch mit Prof. Dr. med. Mathias Schmid, Chefarzt im Stadtspital Waid und Triemli. 

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