Belästigung und Diskriminierung im öffentlichen Verkehr können verunsichern, überwältigen oder sprachlos machen und überschreiten persönliche Grenzen. Wir bedauern es sehr, dass Sie in diese Situation geraten sind und möchten Sie gerne unterstützen. Auch wenn Sie denken, dass es sich möglicherweise nicht um eine Straftat handelt, möchten wir davon erfahren.
Machen Sie in jedem Fall eine Meldung unter Für ein Zürich ohne Sexismus und Queerfeindlichkeit - Zürich schaut hin
Das städtische Meldetool nimmt anonyme Meldungen zu Belästigung und Diskriminierung entgegen. Die Plattform dient primär der Datenerhebung zur Prävention und zur Stärkung von Sicherheit und Respekt im öffentlichen Raum inkl. den VBZ.
Geben Sie bei einer Meldung, wenn möglich folgende Informationen an:
- Wo sind Sie (Tram, Bus, Linie, Haltestelle, Fahrzeugnummer)?
- Was ist passiert (Belästigung, Angriff, Verletzung usw.)?
- Wann ist es geschehen?
- Wie viele Personen sind involviert?
- Wer sind Sie?
Anzeige erstatten
Viele Formen der Belästigung und Diskriminierung sind strafrechtlich relevant und können angezeigt werden. Eine Anzeige hilft, Wiederholungstäter zu identifizieren und weitere Vorfälle zu verhindern. Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten wollen. Eine Anzeige können Sie kostenlos auf jeder Polizeiwache oder via Onlinetermin machen. Nehmen Sie bitte einen behördlichen Ausweis mit.
Beweismaterial sichern
Die meisten unserer Fahrzeuge verfügen über Kameras, die das Geschehen im Fahrzeuginnenraum aufzeichnen. Die Aufnahmen sind nur während 72 Stunden verfügbar.
Bitte melden Sie einen Vorfall möglichst rasch beim Fahrpersonal und der Polizei. Nur so kann die Aufzeichnung gesichert werden. Eine Herausgabe an die Polizei erfolgt im Falle einer Anzeige.
In kritischen Situationen fühlen sich betroffene Personen oft hilflos, verunsichert oder allein gelassen. Hier kann die Unterstützung von Aussenstehenden, von Ihnen als Bystander, einen entscheidenden Unterschied machen. Schon kleine Handlungen können Betroffene entlasten, deeskalieren und das Gefühl geben, nicht allein zu sein.
Sie können helfen und müssen dabei nicht viel riskieren.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Betroffene unterstützen können:
- Konzentrieren Sie sich auf die betroffene Person.
Unterstützen Sie mit ihrem Handeln die betroffene Person. Das können Sie tun, indem Sie Blickkontakt suchen, Sie sich neben sie stellen, ein Gespräch mit ihr anfangen, sie aus der Situation bringen.
- Sprechen Sie die betroffene Person an.
«Ich habe gesehen/gehört, was passiert ist. Ich finde das nicht okay.» «Brauchst du/brauchen Sie Hilfe?»
- Sprechen Sie die belästigende Person ruhig und sachlich an, provozieren Sie nicht. Werden Sie nicht persönlich.
«Ich habe gehört/gesehen, was Sie gerade gesagt/getan haben.
Das ist nicht okay.» Bleiben Sie immer beim «Sie», auch wenn die Person Sie duzt, viel jünger, grob und/oder betrunken ist. Fassen Sie die belästigende Person nicht an.
Berührungen provozieren häufig noch mehr. Halten Sie Distanz – so können Sie auch besser wegrennen, wenn es gefährlich wird.
Unterstützung suchen.
Gibt es Personen, die die Belästigung auch gehört oder gesehen haben? Vielleicht unterstützen Sie diese. Sprechen Sie die Personen direkt an und fordere Sie zur Mithilfe auf: «He, Sie in der roten Jacke. Bitte informieren Sie das Fahrpersonal /die Polizei!»
- Kümmern Sie sich um das Opfer.
als Zeug*in bereitstehen, Opfer an einen sicheren Ort begleiten.
Wenn Sie selbst belästigt werden:
- Sagen Sie der Person, die Sie belästigt, dass Sie das nicht wollen und dass sie damit aufhören soll. Lassen Sie sich auf keine Diskussion ein.
- Suchen Sie Hilfe bei Bekannten oder Personen im Umfeld.
- Wenden Sie sich bei Bedarf an unsere VBZ-Mitarbeitenden: Sie können die Polizei aufbieten.
- Kontaktieren Sie die Polizei (117) und/oder eine Beratungsstelle.
- Melden Sie die Belästigung.
- Weitere Infos erhalten Sie unter: Zürich schaut hin .
Hier finden Sie relevante rechtliche Informationen im Überblick.
- Wie reagieren Sie, wenn Sie bedroht werden oder bei Gewalt im öffentlichen Verkehr? → Merkblatt pdf