Durch den Bau der Marina Tiefenbrunnen werden verschiedene Ziele des Leitbilds Seebecken umgesetzt: insbesondere die Entflechtung der Nutzungen im unteren Seebecken durch Verlagerung von Bojenplätzen, Schaffung eines attraktiven Orts mit Hafenatmosphäre und einem Restaurant. Zugleich wird die Infrastruktur für den Zürcher Segelsport verbessert, vorwiegend für das Jugendtraining und Regattawesen. In einer ersten Etappe soll bis 2031 die Marina gebaut werden. Danach soll das bestehende Gebäude der Wasserschutzpolizei hinter die Hafenanlage verlegt werden, was eine deutliche Erweiterung des Seeuferparks beim Bahnhof Tiefenbrunnen ermöglicht.
Der Gemeinderat hat am 25. März 2026 den Projektierungskredit für den Ersatzneubau der Hafenanlage und den Neubau des Wassersportzentrums beschlossen.
Am 15. April 2026 beschloss er zudem den öffentlichen Gestaltungsplan «Marina Tiefenbrunnen» mit Umweltverträglichkeitsprüfung sowie die zugehörige Teilrevision der Bau- und Zonenordnung.
Die Referendumsfrist ist für die Vorlage des Projektierungskredits am 1. Juni 2026, für den öffentlichen Gestaltungsplan und die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung «Marina Tiefenbrunnen» am 22. Juni 2026 ungenutzt abgelaufen.
Von Januar bis Juni 2018 führte das Amt für Hochbauten einen Architekturwettbewerb Marina Tiefenbrunnen im selektiven Verfahren durch. Das Siegerprojekt des Zürcher Architekturbüros WALDRAP GmbH überzeugt insbesondere durch seine gute Einbettung in das Umfeld der Marina sowie Kosteneffizienz und ökologische Nachhaltigkeit.
Basierend auf dem Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs wurde das raumplanerische Verfahren durchgeführt: Dieses umfasst den öffentlichen kommunalen Gestaltungsplan inklusive Umweltverträglichkeitsbericht, eine Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) sowie die Festlegung des Gewässerraums.
Im Gestaltungsplan werden die Nutzung des Perimeters im Wasser und an Land für den neuen Hafen, das Wassersportzentrum, der Neubau Wasserschutzpolizei und Werft sowie die Erweiterung des angrenzenden Parks definiert. Bei der Erarbeitung wurden die Interessen der Öffentlichkeit und der zukünftigen Hafennutzenden im Rahmen der öffentlichen Auflage berücksichtigt.
Der Stadtrat hatte am 17. April 2024 den dazu notwendigen öffentlichen Gestaltungsplan, eine Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) sowie einen Projektierungskredit von 8,89 Millionen Franken beschlossen und an den Gemeinderat überwiesen.
Unter der Leitung des Projektstabs Stadtrat wurde das Vorprojekt im Rahmen der Trägerschaft «Einfache Gesellschaft Marina Tiefenbrunnen» umgesetzt. Sie finanzierte den Projektwettbewerb, den Gestaltungsplan, den Umweltverträglichkeitsbericht sowie das Vorprojekt. Teil davon waren neben der Stadt Zürich: der Zürcher Segel Club, die KIBAG sowie die Versicherungsgenossenschaft «Die Mobiliar». Aufgrund der zeitintensiven Arbeiten und des hohen Finanzbedarfs schieden zwei weitere Mitglieder aus der Einfachen Gesellschaft aus.
Nach eingehender Prüfung erachtete es die Stadt Zürich als sinnvoll, das Projekt Marina Tiefenbrunnen aufgrund der Komplexität und des grossen öffentlichen Interesses als rein städtisches Vorhaben weiterzuführen.