Leutschenbach liegt im Norden Zürichs, auf dem Gebiet der beiden Stadtkreise Seebach und Schwamendingen. Auf ehemaligen Industrie- und Gewerbeflächen entstehen auf Basis des Leitbilds Leutschenbach (2012) Dienstleistungsgebäude, Wohnsiedlungen und öffentliche Bauten. Die Stadt investiert im öffentlichen Raum und beim Verkehr. Sie begleitet den Entwicklungsprozess und stimmt private und öffentliche Vorhaben aufeinander ab.
Auf dem städtischen Areal (gelb umrandeter Perimeter) zwischen der Leutschenbach- und der Hagenholzstrasse befinden sich heute der VBZ-Busgaragenbetrieb und städtische Logistikeinrichtungen. Im Zuge des Ausbaus des öffentlichen Verkehrsangebots und der Umstellung auf Elektrobusse möchte die Stadt prüfen, ob der aktuelle Standort auch künftig ausreichend Platz für die Busgarage sowie einen Werkhof und gegebenenfalls weitere Nutzungen bietet. Diese Überprüfung erfolgt im Rahmen einer sogenannten Testplanung, bei der externe interdisziplinäre Planerteams unter Begleitung eines Fachgremiums die zukünftigen Anforderungen an das Areal analysieren und Vorschläge entwickeln.
Die Ergebnisse dieser Testplanung werden Anfang 2027 vorliegen. Abhängig von den Erkenntnissen wird anschliessend die Bevölkerung einbezogen, sofern in Zukunft weitere Nutzungen auf dem Areal vorgesehen sind.
Die Geschichtsschreibung des Leutschenbach-Quartiers beginnt im Jahr 1212, in welchem die Lokalität Binz erstmals urkundlich erwähnt wird. Die Binz war seit spätestens dem frühen 14. Jahrhundert Standort der Binzmühle und des Binzhofs. Die Binzmühle gehörte der Fraumünsterabtei in Zürich und arbeitete für die Dörfer Oerlikon und Seebach. Diese Zentralität der Gegend am Leutschenbach blieb bestehen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als die Binzmühle den Betrieb einstellen musste.
1934 wurde Leutschenbach als Teil Seebachs in die Stadt Zürich eingemeindet. Eine neue Etappe in der Geschichte Leutschenbachs begann 1855/56, als es durch die Gleise der Eisenbahnlinien nach Winterthur und Bülach von seiner Umgebung abgetrennt wurde: Es wurde zum Randgebiet.
Eine erste grossflächige Bebauung begann um 1920 und setzte sich bis zirka 1960 in Form von Kleinhäusern mit Garten entlang der westlichen Bahnlinie fort. Ab den 1940er-Jahren zogen Fabrik- und Gewerbebetriebe aus den umliegenden Quartieren auf das Gelände.
Die Bebauung beschleunigte sich, als die Stadt 1955 für die Thurgauerstrasse den südlichen Bahndamm durchbrach. Es folgten weitere Gewerbebetriebe und die drei grossen Infrastrukturbauten Autobus-Garage, Fernsehstudio und Kehrichtverbrennungsanlage.
Im Rahmen der kooperativen Entwicklungsplanung Ende 1990er Jahre legten Stadt und Private Grundsätze für die künftige Nutzung und Bebauung Leutschenbachs fest. Diese wurden in einem Entwicklungskonzept (2000) festgehalten und bildeten die Basis für die nachfolgende Anpassung der Bau- und Zonenordnung.
Im Namen Leutschenbach steckt der zürichdeutsche Ausdruck «leutsche» oder «umeleutsche». Er bedeutet «umherstreichen» oder «umherirren» und bezieht sich vielleicht auf hier umherstreichende Wölfe – oder auf den umherirrenden Bach, der oft das Flussbett wechselte.