Kreislauffähigkeit ist eine zentrale Anforderung an die Planung und den Bau von Gebäuden. Der Immobilienstandard Meilenschritte fordert für stadteigene Gebäude, dass bei jeder Instandsetzung und bei jedem Neubau geprüft wird, ob und in welchem Masse Bauteile wieder- oder weiterverwendet werden können (Re-Use-Potentialeinschätzung und Bauteilscreening).
Künftig ist jedes städtische Um- oder Neubauprojekt auf sein Potential zur Wiederverwendung von Bauteilen hin zu prüfen. Finden sich dort keine passenden Bauteile, ist die Suche auf externe Bauteilanbieter auszuweiten. Die Bauteile verbleiben dabei so lange wie möglich im Abbruchgebäude («Stadt als Bauteillager»), bevor sie zwischengelagert werden müssen. Damit Bauteile künftig möglichst einfach wiederverwendet werden können, sind Konstruktionen austausch- und demontierbar zu entwickeln sowie die Systemtrennung bereits in der Planung zu berücksichtigen. Auch die Baumaterialien werden mit Bedacht gewählt: Nachwachsende, rezyklierte und erdbasierte Baustoffe wie Holz, Lehm, Hanf oder Stroh werden bevorzugt eingesetzt.
Kreislauforientiertes Planen und Bauen verändert etablierte Prozesse und Abläufe. Die Stadt Zürich arbeitet deshalb gemeinsam mit anderen Städten und Gemeinden, Fachspezialist*innen sowie Partner*innen aus Wirtschaft und Politik daran, Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln.
Die beiden Pilotprojekte «Instandsetzung Kindergarten Mööslistrasse» und «Neubau Recyclingzentrum Juch-Areal» sowie die Erfahrungen aus der Expressgruppe, die die Wiederverwendung von Bauteilen bereits standardmässig in ihren Kleinprojekten anwendet, helfen uns, kreislauforientiertes Planen und Bauen in der Praxis zu erproben.
Nach Abschluss der Projektphase sowie nach Bauabschluss werten wir die planerischen, ökologischen und ökonomischen Potenziale und Auswirkungen des kreislauforientierten Planens und Bauens aus.
Als Erstunterzeichnerin der Charta für kreislauforientiertes Bauen setzt sich die Stadt Zürich gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft aktiv dafür ein, den Ressourcenverbrauch in der Baubranche zu reduzieren.
Mit der Strategie «Circular Zürich» verfolgt die Stadt Zürich das Ziel, dass Stadtverwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung die Kreislaufwirtschaft gemeinsam umsetzen. Ziel ist es, Ressourcen intelligent zu nutzen, bewusst zu konsumieren und damit die Umweltbelastung zu reduzieren.
Mit der Unterzeichnung der «Circular Cities Declaration» ist die Strategie zur Kreislaufwirtschaft auch international verankert.
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