Die stadtweite Einführung der Tagesschule erhöht den Bedarf nach Schulraum auch im Quartier Fluntern. Das im Jahr 2021 durch die Stadt Zürich erworbene ehemalige Meteo-Schweiz Gebäude eignet sich gut, um den erforderlichen Schulraum für neun Sekundarklassen im Tagesschulbetrieb für bis zu 200 Schüler*innen zu schaffen. Mit der Umnutzung des ehemaligen Meteo-Schweiz Gebäudes konnten nicht nur neue provisorische Schulpavillons auf Schularealen im Schulkreis Zürichberg vermieden, sondern auch Treibhausgasemissionen eingespart werden. Das Bauvorhaben umfasste eine Teilinstandsetzung und den Umbau zur temporären Sekundarschule mit einer Nutzungsdauer von voraussichtlich 10 Jahren.
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Gebäude Immobilien Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Amt für Hochbauten
- Ausführungskredit Umbau Schule/Neubau temporäre Sporthalle CHF 22,9 Mio. (Kompetenz Stimmbevölkerung)
Instandsetzung Krähbühlstrasse CHF 10,8 Mio. (Kompetenz Gemeinderat) - Politischer Prozess Ausführungskredit bewilligt. Die Vorlage zum Ausführungskredit wurde von der Zürcher Stimmbevölkerung am 22. September 2024 mit 64,63 % Ja-Stimmen angenommen.
- Architektur ARGE Blatter Müller Architekten / Schlatter Bauleitungen, Zürich mit Oliv Brunner Volk Architekten GmbH, Zürich
- Auswahlverfahren Rahmenvertrag
- Bauzeit 2025–2026
Die Instandsetzungsarbeiten wurden in enger Absprache mit der Denkmalpflege ausgeführt und waren unabhängig von der Schulnutzung zur langfristigen Sicherung der Gebäudesubstanz erforderlich. So blieb die Struktur des Hauses grundsätzlich bestehen. Zur Gewährleistung der Erdbebensicherheit wurden einige Betonwände eingefügt und Raumgrössen teilweise durch das Verschieben von nichttragenden Zwischenwänden angepasst. Die Instandsetzungsarbeiten umfassten unter anderem die Reinigung und Risssanierung der Fassade mit neuer Farbgebung der Betonelemente, die Ertüchtigung des Hauses für den Erdbebenfall und Schadstoffsanierungen. Ein Ersatz der gebäudetechnischen Anlagen war zentral auch mit dem Ziel, das Gebäude mit 100 Prozent erneuerbaren Energien zu versorgen. Die bestehende Oelheizung wurde durch eine Wärmepumpe ersetzt.
Die Meteorologische Zentralanstalt (MZA) in Zürich-Fluntern wurde von 1947 bis 1949 nach den Architekturplänen von Walter Henauer und Dr. E. Egli erstellt und von 1969 bis 1972 von Robert Briner und Herbert Wirth mit dem Anbau West erweitert. Das Gebäudeensemble ist heute im kommunalen Inventar der Denkmalpflege aufgelistet. Der 1972 angebaute Westtrakt mit drei Ober- und drei Untergeschossen ist hingegen nicht im Inventar. Das Quartier Fluntern ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) verzeichnet. Im ISOS ist für den Gebäudeteil von 1949 das Erhaltungsziel A festgelegt.
Die Liegenschaft Krähbühlstrasse bietet ideale Voraussetzungen für die temporäre Nutzung als Schulanlage. Sie ist in zwei Gebäudeteile aus unterschiedlichen Zeitepochen gegliedert - dem denkmalgeschützten Haupthaus mit Ausrichtung zum Hang und neueren Anbauten zur Strasse hin. Ziel war es, die Innenwelt der beiden Gebäude zusammenzuführen. Die ehemaligen Büroräume wurden zusammengelegt und zu neuen Klassenclustern umgestaltet. Diese Anordnung mit einem Vorraum und angrenzenden Klassenzimmern erlaubt flexible Lehr- und Lernformen. Die Unterrichtsräume, bestehend aus drei Klassenclustern für jeweils drei Sekundarschulklassen, wurden kompakt vom Erdgeschoss bis ins 2. Obergeschoss angeordnet. Hinzu kamen Handarbeitsräume und Werkstätten, eine Bibliothek sowie eine Verpflegungs- und Betreuungsinfrastruktur für die Tagesschule. Um wertvolle Fläche einzusparen, ist der neue Verpflegungsraum auch als Mehrzweckraum nutzbar. Die Räume für die Musikschule Konservatorium Zürich sind im 2. Obergeschoss des Südtrakts angeordnet. Mit der sanften Erneuerung sämtlicher Oberflächen und der sorgfältig abgestimmten Farbgestaltung sind die beiden Gebäudeteile im Innern zusammengewachsen und bilden nun ein einheitliches Ganzes.
Der Aussenraum rund um die neue Schule wurde aufgewertet und mit einem neuen eingezäunten Allwetterplatz für Sport und Bewegung sowie einem teilweise gedeckten Pausenbereich ergänzt. Der Baumbestand und die Grünflächen bieten wertvolle Erholungsräume für die Schule und das Quartier. Die Umgebung wurde mit mehr versickerungsfähigen Flächen zur Hitzeminderung angereichert und wo möglich wurden die Grünflächen zur Förderung der Biodiversität umgestaltet. Sämtliche Umgebungsflächen können in der unterrichtsfreien Zeit auch von der Quartierbevölkerung genutzt werden.