Dieser Sommer machte es erneut deutlich: Auch Zürich hat Ausnahmesituationen zu meistern – wie z.B. die Hitzewelle im Juni mit heftigen Unwettern. Andere Krisen haben wir bereits erlebt oder wir sind oft davon betroffen: Überschwemmungen, Desinformationskampagnen, Pandemie. Solche Ereignisse fordern uns alle, Bevölkerung und Stadt.
Wer gut vorbereitet ist, kann einen Ernstfall besser bewältigen, und zusammen meistern wir, also Stadt und Bevölkerung, Ausnahmesituationen besser. Zum zweiten Mal laden die Stadt Zürich und sechs Gemeinschaftszentren (GZ) Sie im Oktober zur Teilnahme an den Resilienz-Wochen Zürich ein.
Während des ganzen Monats Oktober bieten Ihnen Krisenprofis der Stadt, der Universität und der Stiftung Risiko Dialog und viele mehr ein buntes Programm an, das Sie dabei unterstützt, sich auf Krisen vorzubereiten. Hier finden Sie Einblicke in das Angebot, das detaillierte Programm steht Ihnen auf den Seiten der GZ zur Verfügung, wo Sie sich anmelden können.
Stellen Sie sich vor, die Lichter gehen aus in Zürich - es gibt keinen Strom mehr. In der Wohnung ist es dunkel, der Herd bleibt kalt, und der Akku Ihres Telefons ist bald auf null. Auch kommt kein Wasser aus den Hähnen und die WC-Spülung funktioniert noch ein einziges Mal. Was machen Sie nun? Wo bekommen Sie Hilfe? Auf einem Spaziergang durchs Quartier zeigen wir Ihnen, was die Stadt für solche Fälle vorbereitet hat.
Zusammen mit dem Stabschef der städtischen Führungsorganisation, Vertreter*innen des Zivilschutzes, der Wasserversorgung und der Stadtpolizei bekommen wir ein Bild, wer uns wo im Falle einer Katastrophe hilft.
Wie helfe ich in einem Ernstfall mir und meiner Umgebung? Wie kann ich mich darauf vorbereiten - alleine oder besser solidarisch im Freundschaftskreis und der Nachbarschaft. In diesem Workshop zum Thema solidarisches Preppen schauen wir auf konkrete Alltagsszenarien und entwickeln einfache, nachbarschaftliche Lösungen. Für alle, die sich mit anderen vernetzen und vorsorgen wollen – ohne Panik, mit Sinn. Der Workshop wird von einem Experten der Stiftung Risiko-Dialog und dem Stabschef der städtischen Führungsorganisation geleitet.
Damit wir Krisen bewältigen können oder gestärkt aus ihnen herauskommen, müssen wir auch unsere Psyche stärken. Dies machen wir mit einem geführten Rundgang durch den Lifegarden am Balgrist. Der Lifegarden ist eine Art Vita Parcours für die Psyche. An den einzelnen Stationen lernen wir, wie wir in Eigenregie dank Optimismus, klarem Denken, Selbstwirksamkeit und Selbstfürsorge im Alltag unsere psychische Widerstandskraft trainieren und stärken können.
Der vom Lifegarden-Team geführte Rundgang findet im Oktober samstags statt jeweils um 11 Uhr und 14 Uhr. Am 3.10.26 findet kein Rundgang statt.
In der Natur bei der PUK (Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich) - Start beim Restaurant Obstgarten - Lenggstrasse 31. 8032 Zürich. Ohne Anmeldung.
Sagt Ihnen GABI noch was? Dann ist es Zeit, dass Sie Ihr Wissen über Erste Hilfe auffrischen. Denn auch in der Nothelferwelt ist die Zeit nicht stehen geblieben. Während der Resilienz-Wochen lernen Sie die neusten Techniken in der Ersten Hilfe kennen, und Sie können einige Handgriffe gleich auch anwenden - zum Beispiel zur Herzmassage und zu Notfällen beim Atmen. Der Workshop wird von Vertreter*innen des Samariter-Vereins geleitet.
Welches sind in einer Krise die wichtigsten Orte im Quartier? Wie können Quartierorganisationen sich gegenseitig unterstützen? Was kann meine Organisation zur Resilienz im Quartier beitragen? Der Workshop richtet sich an Quartierorganisationen und thematisiert die Bedeutung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts in Krisenzeiten anhand konkreter Szenarien. Workshopleitung: Stabschef der städtischen Führungsorganisation des Sicherheitsdepartement und Fachmitarbeiterinnen beim Büro für Sozialraum&Stadtleben des Sozialdepartements der Stadt Zürich.
Jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Herausforderungen und Chancen mit sich. Wie bleiben Sie im Gleichgewicht, wenn sich die klimatischen Bedingungen ändern?
Im Workshop setzen Sie sich mit den saisonalen Einflüssen auf die Gesundheit auseinander und stärken Ihre Resilienz mit verschiedenen kleinen Übungen - allein oder zu zweit: von Bewegungs- und Atemübungen über Impulse zur Achtsamkeit und kognitiver Fitness bis zur Stärkung sozialer Beziehungen sowie des Immunsystems.
Am Ende entsteht Ihr persönlicher Gesundheitskalender als Take-away und Begleiter durchs Jahr.
Zudem lernen Sie den Fachbereich Public Health der Stadt Zürich und dessen Angebot kennen und können Bedürfnisse einbringen.
Christiane Meier, Chefärztin, oder Delia Rechsteiner, Assistenzärztin im Bereich Public Health der Städtischen Gesundheitsdienste, leiten den Workshop.
Gewalt in der Familie ist weit verbreitet. In der Schweiz ist jede fünfte Beziehung betroffen. Ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen berichten, dass sie Gewalt zwischen ihren Eltern miterleben müssen. Häusliche Gewalt ist nach wie vor ein Tabuthema – es fällt uns einfacher wegzuschauen, wenn ein Mann seine Partnerin misshandelt oder eine Mutter ihr Kind schlägt, als uns einzumischen. Häusliche Gewalt beginnt aber nicht erst, wenn es sichtbare Verletzungen gibt. Sie zeigt sich oft auf heimtückische Art - manchmal genau dort, wo man es nicht vermutet hat.
Mit einer Mischung aus Spannung, Ernst und Humor bringt das Reaktor Theater Basel mit diesem Stück diese schwierigen Themen auf die Bühne – direkt, berührend und lebensnah. Dabei regt es zum Nachdenken an und macht Mut. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur lösungsorientierten Gewaltprävention durch Zivilcourage, Dialog und Handlungsfähigkeit.
Was hat das Theater ausgelöst? Bei einem kleinen Apéro nach der Theateraufführung können die Zuschauer*innen sich zusammen mit Fachleuten darüber austauschen, was das Thema ausgelöst hat.
Zivilcourage und sozialer Mut sind wichtige Voraussetzungen für eine demokratische Gesellschaft. Wer Zivilcourage hat und handelt, ist mutig und übernimmt Verantwortung. Dieser Workshop thematisiert Zivilcourage im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt und vermittelt praxisnah, wie gehandelt werden kann. Geleitet wird der Workshop von einem Experten der Informations-, Beratungs- und Meldestelle für rassistisch diskriminierende Vorfälle.
Mehr Sicherheit, Stärke, Selbstvertrauen und Selbstbestimmung durch Selbstbehauptung und Selbstverteidigung - das sind die Ziele dieses Workshops. Wir erschaffen uns einen möglichst sicheren Raum, indem wir über eigene Grenzen reden, Techniken üben und Handlungsmöglichkeiten gegen Belästigung, Sexismus und geschlechterbezogene Gewalt kennenlernen. Die verschiedenen GZ bieten unterschiedliche Kurse an. Die detaillierten Informationen finden Sie auf den Seiten der GZ.
Wo finde ich im Quartier Unterstützung, wenn ich sie brauche? Wie kann ich in einer Krisensituation handeln? Welche Orte geben Sicherheit und Orientierung, wenn es im privaten Umfeld schwierig wird? Im Rahmen von «Zürich schaut hin» und den Resilienz-Wochen laden wir zu einem Quartierrundgang ein. Wir besuchen niederschwellige Anlaufstellen – also sichere Orte, an denen Menschen Informationen, Hilfe und Schutz finden können. Gemeinsam fördern wir das nachbarschaftliche Netzwerk und zeigen Zivilcourage. Die Spaziergänge werden von Mitarbeiterinnen Soziales Stadtleben, Sozialdepartement, geführt.
Was machst du in dieser Situation? Das Handy funktioniert nicht mehr, es wird dunkel und kalt. Was bedeutet das konkret, und wie reagierst du in einer solchen Situation? In diesem erlebnisorientierten Workshop im blauen Haus in Schwamendingen tauchen Jugendliche in ein realistisches Blackout-Szenario ein. Sie erleben die konkreten Herausforderungen und entwickeln gemeinsam Lösungen zu Fragen rund um Orientierung, Kommunikation und Notfallverhalten. Die Jugendlichen lernen zudem die Vorkehrungen der Stadt Zürich kennen. Der Workshop wird von einem Erlebnispädagogen OJA und dem Stabschef der städtischen Führungsorganisation.
Da es sich bei diesem Angebot um ein Pilotprojekt handelt, erfolgen die Anmeldungen direkt über Schulen.
Wer hat noch keine zweifelhafte E-Mail mit einem Link bekommen oder eine WhatsApp Nachricht von einem unbekannten Absender? Betrug im Internet ist weit verbreitet, und sie trifft uns alle. Kriminelle versuchen mit immer wieder neuen Tricks Internetnutzer*innen auf gefälschte Webseiten zu locken, um so an Zugangsdaten für Online-Banking, Kreditkarten, Bezahlsysteme (z.B. PayPal oder MoneyBookers), Online-Marktplätze (Ebay, Ricardo) oder Shopping-Plattformen zu gelangen. Es gelingt ihnen, damit Konten zu plündern und auf diese Weise an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Wie erkenne ich einen Betrugsfall? Wie kann ich mich wirkungsvoll schützen?
Auf diese und andere Fragen liefern Experten des Kommissariats Prävention der Stadtpolizei Zürich Antworten.
Wie können Kinder und Eltern lernen, mit Herausforderungen, Stress und Krisen gut umzugehen? Und wie lernen sie den Umgang mit sozialen Medien - besonders mit Influencern? Weshalb sind diese oft so wichtig für Kinder und Jugendliche?
In diesem Workshop erhalten Eltern und Sorgeberechtigte einen praxisnahen Einblick in die Resilienzförderung. Sie lernen zentrale Schutzfaktoren sowie konkrete Möglichkeiten kennen, wie sie die Kinder und Jugendlichen im Alltag stärken und vor schädlichem Einfluss schützen können. Das Förderteam der Primarschule Bühl führt gemeinsam mit einem Experten des Kommissariats Prävention der Stadtpolizei Zürich durch den Workshop. Dieses Angebot richtet sich an die Eltern der Schüler*innen der Schule Bühl. Die Anmeldung erfolgt direkt über die Schulleiterin.
Wie oft sind wir froh, unsere Nachbarn zu kennen - nicht nur, wenn wir in letzter Minute merken, dass wir nicht genügend Eier für den Kuchen zuhause haben, sondern vor allem auch dann, wenn nichts mehr geht - zum Beispiel, wenn uns die Sommerhitze zu schaffen macht. In diesem Workshop geht es um konkrete Ideen, wie wir unser Umfeld im Alltag bewusster stärken können, und wie wir damit unsere individuelle Vorbereitung auf Krisensituationen fördern. Zudem stellen wir Resultate zweier Bevölkerungsbefragungen vor, die zeigen, wie es um die Vorsorge in der Bevölkerung sowie um die gesellschaftliche Resilienz in der Schweiz steht. Der Workshop wird von Expert*innen der Stiftung Risiko-Dialog und des Krisenzentrums der Universität Zürich geleitet.
Stellen Sie sich vor: Montagmorgen - kein Strom. Kein Kaffee, keine Information aus dem Radio. In der Stadt des Spiels fällt der Strom grossflächig aus. Was nun? Sie sind eingeladen, an diesem Spiel teilzunehmen und Lösungen zu finden. Sie übernehmen die Rollen der Akteure, die es zur Bewältigung dieser Krise braucht. Ständig sind Sie mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Schaffen Sie es, den Stromausfall zu bewältigen? Kommt es gar zu grösseren Unruhen? Nach etwa vier Stunden wissen Sie es, solange dauert dieses Brettspiel - mit Einführung und einer Pause. Diese Blackout-Simulation wurde von der Gesellschaft für Krisenvorsorge entwickelt und ist auf zehn Spielende ausgerichtet. Sie spielen die Simulation mit einem Experten von EBP Schweiz AG.
Wie kann ich mich für Krisen stärken? In diesem Workshop erfahren Sie, welche Schutzfaktoren die Forschung kennt. Sie erproben praktische Methoden, um Ihre persönliche Resilienz zu fördern und tauschen sich mit anderen darüber aus, was Ihnen besonders hilft. Im Mittelpunkt steht Ihr persönlicher Resilienzrucksack. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Packliste mit den Ressourcen, die Ihnen in schwierigen Momenten Halt geben, festzuhalten und nach Hause zu nehmen.
Der Workshop wird von Expertinnen der Universität Zürich geleitet.
Wie bleiben wir auch in schwierigen Situationen präsent, flexibel und in Verbindung – mit uns selbst und anderen? In diesem interaktiven Workshop verbinden wir gewaltfreie Kommunikation Improvisationstheater. Die Teilnehmenden erleben, wie Resilienz entsteht: durch Präsenz im Moment, Fehlerfreundlichkeit, innere Klarheit und echte Verbindung statt Eskalation. Vorkenntnisse sind keine nötig – nur Offenheit zum Ausprobieren und zum Mitmachen.
Der Workshop wird von einer Expertin für Kommunikation und Improvisationstheater geleitet.
Welche Methoden gibt es, damit wir uns gegen Krisen wappnen und resilienter werden können? Der Workshop zeigt die verschiedenen Aspekte von Resilienz auf und wie wir unsere Widerstandskraft über unser Denken, Fühlen und Handeln stärken können. Was können wir dabei vom Spitzensport lernen? Die Teilnehmenden sind eingeladen, über ihre persönlichen Herausforderungen zu reflektieren. Der Workshop wird von einem Experten für Resilienz geleitet.
Sara Taubman-Hildebrand, Präsidentin des Vereins «Kinderstark», referiert zur Frage «Wie können Eltern Kinder dabei unterstützen, resilient zu sein?», und Klaus Eidenschink, einer der renommiertesten Psychotherapeuten im deutschsprachigen Raum, zum Thema Narzissmus. Anschliessend moderiert Markus Renevey, Gründer des Swiss Resilience Hub in Zürich, ein Panelgespräch mit den beiden Expert*innen. Das Publikum ist eingeladen, Fragen zu stellen.
Ausländische Desinformation – also die absichtliche Verbreitung falscher oder irreführender Information - ist kein neues Phänomen. Doch in Zeiten geopolitischer Spannungen und technologischer Durchbrüche wird sie in Politik und Öffentlichkeit intensiv debattiert. Aber was ist ausländische Desinformation genau, was wissen wir über ihre tatsächliche Wirkung auf Demokratie und Gesellschaft, und was hat sie mit dem ebenfalls breit diskutierten Begriff der hybriden Kriegsführung zu tun? Wie sollen wir als Gesellschaft, aber auch privat mit Desinformation umgehen? Antworten auf diese Fragen sind oft nuanciert – und zeigen, wie wichtig es ist, öffentliches Vertrauen zu stärken und im Umgang mit Desinformation das Mittel zwischen Passivität und Panik zu finden. Ein Referat zum Thema Desinformation von einem Experten der ETH Zürich, mit anschliessender Fragerunde.
Machen Sie mit, melden Sie sich über die Websites der GZ an und kommen Sie vorbei. Wir freuen uns darauf, Sie persönlich kennenzulernen.