Pro Jahr sammelt Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) in der Stadt Zürich rund 2000 Tonnen Textilien. Insbesondere die Herstellung von Kleidern belastet die Umwelt stark. Viele Alttextilien landen zudem im Ausland, oft mit negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen. ERZ hat deshalb neue Ziele für die Verwertung der Textilien erarbeitet, welche die lokale Kreislaufwirtschaft stärken und die negativen Auswirkungen reduzieren sollen.
Die gesammelten Textilien sollen künftig möglichst nachhaltig und lokal verwertet werden. Das bedeutet, dass neue Verwertungskanäle aufgebaut werden müssen:
- lokaler Secondhand-Markt (Zürich und Schweiz)
- Wiederaufbereitung (z.B. Reparatur oder Austausch von Komponenten)
- Faser-zu-Faser-Recycling
Die gesammelten Textilien sollen möglichst in diese drei neuen Kanäle fliessen. Was übrig bleibt, soll künftig so verwertet werden:
- europäischer Secondhand-Markt (kein Secondhand ausserhalb Europas)
- Putzlappen und Dämmmaterial (Downcycling)
- Verbrennung (Schweizer Kehrichtverwertungsanlagen)
Um mehr Transparenz in die Verwertung der Textilien zu bringen und die Zielerreichung zu messen, werden zudem neu Daten erhoben:
- zu den Wegen, welche die Textilien nehmen
- zur Qualität der Textilien
Der Kanton Zürich hat ein entsprechendes Monitoring für die Textilverwertung aufgebaut. Es wird erstmals mit den Textilien der Stadt Zürich getestet. Erste Ergebnisse werden im Frühjahr 2028 für das Jahr 2027 erwartet.
ERZ arbeitet mit verschiedenen Partner*innen zusammen, um die Textilverwertung neu auszurichten. Die Ziele 2035 basieren auf einer Analyse der Hochschule Luzern. Die Firma Tell-Tex sortiert und verwertet die Stadtzürcher Textilien. Und der Kanton Zürich überwacht die Wege der Textilien.
Bislang gingen rund zwei Drittel der Textilien in den globalen Secondhand-Markt. Wo genau die Textilien landeten, war unklar, da ein Tracking fehlte. Die restlichen Textilien wurden als Putzlappen oder Dämmaterial aufbereitet (Downcycling) oder in einer Kehrichtverwertungsanlage verbrannt.
Wir wollen transparent sein: Der Aufbau der neuen Verwertungskanäle für die Textilien braucht Zeit. Deshalb gelten die neuen Ziele per 2035. Im Jahr 2026 wird noch wie bisher sortiert und verwertet. Aber mit jedem Jahr werden wir gemeinsam mit unseren Partner*innen einen Schritt vorwärts machen, damit die Textilien nachhaltiger und lokaler verwertet werden. Indem Sie Ihre Textilien in die Sammlung geben, helfen Sie uns mit, diesen Weg zu gehen.