Damit das SEM erfolgreich funktioniert, braucht es mehr als gute Ideen – es braucht, Personal, Räume, Material. Diese organisatorische Dimension wird in der Stadt Zürich wie folgt umgesetzt:
Die Fachstelle Begabungs- und Begabtenförderung ist die zentrale Koordinations- und Unterstützungsstelle der Stadt Zürich für die Umsetzung des Konzepts BBF mit dem SEM. Die Fachstelle nimmt insbesondere folgende Aufgaben wahr:
- Vertretung der BBF in der strategischen und operativen Arbeit des Schulamts gegenüber anderen städtischen Stellen sowie nach aussen;
- Beratung und Unterstützung der Schulkreise und Schulen;
- Personalführung der Lehrpersonen Forschungszentrum und Koordination der Tätigkeiten der Forschungszentren;
- Angebot von Weiterbildungen zur BBF
Sie hilft mit, dass alle Schulen, Forschungszentren und die BBF-Zuständigen der Schulkreise mit Umsetzungsmaterialien und fachlicher Expertise ausgestattet sind. Die Fachstelle organisiert Weiterbildungen sowie Vernetzungsanlässe für Fachpersonen BBF und Lehrpersonen im Forschungszentrum, entwickelt Instrumente zur Identifikation von Talenten und ermöglicht den Beizug von externen Mentor*innen. Sie berät bei komplexen Fällen – und ist bestrebt, dass das Kind stets in den Mittelpunkt gestellt und ein gemeinsames Verständnis seiner Bedürfnisse erarbeitet wird. Sie ist keine «Aufsichtsbehörde», sondern eine Partnerin, die die Schulen und die Schulkreise dabei unterstützt, das SEM in der Praxis lebendig und nachhaltig zu gestalten.
Jede Schule verfügt über eine Fachperson Begabungs- und Begabtenförderung (BBF) – eine Lehrperson, die speziell für diese Aufgabe ausgebildet ist und ein CAS IBBF (Certificate of Advanced Studies in integrierter Begabungs- und Begabtenförderung) absolviert hat. In der Schule erfüllt sie folgende Aufgaben:
- Identifiziert Kinder mit besonderem Potenzial,
- leitet das schulinterne POP,
- berät Lehrpersonen im Regelunterricht,
- verantwortet die schulinterne Weiterbildung zur BBF,
- nimmt an Gesprächen mit Eltern und dem Schulpsychologischen Dienst teil,
- hilft dabei, ein begabungsförderndes Klima in der Schule zu etablieren.
In den Forschungszentren arbeiten Lehrpersonen für Begabtenförderung. Sie haben einen MAS IBBF (Master of Advanced Studies) absolviert. Sie sind die Expert*innen für Spitzenleistungen. Sie erfüllen folgende Aufgaben:
- begleiten Schüler*innen bei ihren Projektarbeiten,
- stellen im Rahmen der Projektarbeiten Kontakte zu Expert*innen her,
- unterstützen die einzelnen Schulen bei der Konzeption und Durchführung von Weiterbildungen,
- tauschen sich mit den Lehrpersonen an den anderen Forschungszentren und mit den Fachpersonen BBF an den Schulen aus,
- und helfen mit, die BBF in der Stadt Zürich weiterzuentwickeln.
Das Ressourcenzimmer lässt sich als Ort der Entdeckung verstehen. Es ist ein Raum an der Schule mit Experimenten, Knobelspielen, Materialien für Kunst und Technik, Tablets, Robotik-Sets, Künstlermaterialien, etc.
Wenn ein Ressourcenzimmer nicht möglich ist, gibt es an der Schule Ressourcenkisten – Kisten zu Themen wie Naturwissenschaften, Selbstkompetenzen, existenziell-philosophischen Themen. Diese werden in Klassenräumen oder der Bibliothek aufbewahrt.
Der Einschätzungsbogen ist ein praktisches Werkzeug für Lehrpersonen, um Kinder mit besonderem Begabungspotenzial systematisch und beobachtungsbasiert zu erkennen (pädagogische Diagnostik) – ohne auf IQ-Tests angewiesen zu sein. Er hilft Lehrpersonen, Stärken wie Kreativität, Leistungswille und grosse Interessen im Alltag sichtbar zu machen. Die Auswertung unterstützt die Entscheidung für eine Aufnahme in das schulinterne Pull-Out-Programm oder das Forschungszentrum – immer im Dialog mit der*dem Schüler*in und den Eltern.
Quellen:
BBF Konzept
Stadt Zürich, Schulamt, Bereich Pädagogik, Fachstelle Begabungs- und Begabtenförderung. «Konzept Begabungs- und Begabtenförderung in der Stadt Zürich». April 2018. Aktualisierte grafische Überarbeitung: Januar 2024.