Claudio, was reizt dich am Pflegeberuf?
Ich habe ursprünglich eine Ausbildung im Bereich Hotellerie absolviert. Doch ich wollte noch näher am Menschen sein. Deshalb habe ich eine zweite Lehre als Fachperson Gesundheit in einem Heim für beeinträchtigte Menschen begonnen. Anschliessend war ich in der Psychiatrie tätig. Der enge Kontakt mit den Patient*innen hat mir gefallen.
Was hat dich zur Ausbildung zur dipl. Pflegefachperson HF bewegt?
Die Pflegeinitiative hat mich überzeugt. Hochwertige Pflege ist ein unerlässlicher Teil der Gesundheitsverordnung. Ich hatte aber auch eine persönliche Motivation: Ich wollte unbedingt meine Kompetenzen erweitern. Man weiss ja nie, was die Zukunft bringt, und je mehr Fähigkeiten man mitbringt, desto mehr Optionen bieten sich einem. Und zu guter Letzt hat auch die Aussicht auf einen höheren Lohn eine Rolle gespielt.
Warum hast du dich für die Gesundheitszentren für das Alter als Ausbildungsbetrieb entschieden?
Ich habe bei verschiedenen Institutionen reingeschnuppert – auch bei zwei Standorten der Gesundheitszentren für das Alter. Der Standort Gehrenholz hat mir aufgrund der Medizinaltechnik am besten gefallen.
Du bist schon 43. Hat es dich Überwindung gekostet, in deinem Alter noch eine Ausbildung zu beginnen?
Nein, absolut nicht. Im Gegenteil: Ich bin sehr motiviert. Ausserdem bin ich mit meinem Alter keineswegs allein, es gibt eine grosse Spannbreite. Die jüngsten Mitarbeitenden sind unter 20, die ältesten über 50.
Wie war dein Start beim Gesundheitszentrum Gehrenholz?
Super! Am Anfang gab es viele Informationsveranstaltungen. Ich habe den Betrieb von der Pike auf kennengelernt.
Was macht die Langzeitpflege für dich so spannend?
Dass man echte Beziehungen mit Menschen aufbauen kann. Durch die Zeit, die man miteinander verbringt, lernt man die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Bewohnenden kennen. Das unterscheidet die Langzeitpflege von der Akutpflege.
Was ist für dich die grösste Herausforderung?
Der Transfer von der Schule in die Praxis. Ich lerne ja noch, muss aber trotzdem sicherstellen, dass im Pflegealltag alles reibungslos läuft. Das ist manchmal ein Spagat. Aber die Arbeit macht mir viel Spass – und ich habe schon viel dazugelernt.
Zum Beispiel?
Der Umgang mit stressigen Situationen im Arbeitsalltag.
Was meinst du konkret?
Es kommt vor, dass mehrere Bewohnende gleichzeitig klingeln und Unterstützung brauchen. Dann versuche ich ruhig zu bleiben und Prioritäten zu setzen. Wichtig ist mir, allen Bewohnenden weiterhin mit Geduld, Respekt und Freundlichkeit zu begegnen – auch wenn der Dienst schon sehr intensiv war.
Welcher Moment hat dich in den letzten Monaten besonders berührt?
Als ich hier angefangen habe, lebte eine Palliativ-Bewohnerin auf meiner Station. Bis dahin hatte ich die Vorbereitung auf den Tod noch nie erlebt. Das hat mich zutiefst berührt.
Was schätzt du an den Gesundheitszentren als Ausbildungsort?
Ich fühle mich gesehen und erhalte viel Unterstützung. Wir bekommen genug Zeit, um zu lernen, und ich kann mich mit allen Fragen an meine Berufsbildnerin oder meinen Vorgesetzten wenden. Das weiss ich sehr zu schätzen.
Weisst du schon, was du nach deiner Ausbildung machen möchtest?
Wenn ich kann, möchte ich bei den Gesundheitszentren für das Alter bleiben.
Dein ehrlicher Tipp an jemanden, der sich überlegt, in die Pflege einzusteigen?
Ich will ganz ehrlich sein: Früh aufzustehen, fällt mir nicht immer leicht. Aber sobald ich mit der Arbeit beginne, ist die Motivation da. Ich mache etwas Schönes, etwas, das mich erfüllt. Wenn es jemandem Freude bereitet, mit Menschen zu arbeiten und einem sinnstiftenden Beruf nachzugehen, dann ist der Pflegeberuf genau das Richtige. Ich gehe jeden Abend mit einem guten Gefühl nach Hause. Für mich ist das sehr wertvoll.
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