Sira, was hast du vor deiner Ausbildung zur Pflegefachperson HF gemacht?
Nach meiner dreijährigen Lehre als Fachfrau Gesundheit EFZ in einer Basler Spitex habe ich begonnen, bei den Gesundheitszentren für das Alter zu arbeiten. Nach zweieinhalb Jahren Berufserfahrung habe ich mich dann entschieden, das Studium zur dipl. Pflegefachperson HF in Angriff zu nehmen.
Warum hast du dich für diesen Schritt entschieden?
Ich wollte mehr Verantwortung übernehmen. Als dipl. Pflegefachperson HF kann man in der Pflege viel stärker mitgestalten, indem man etwa Pflegeplanungen erstellt oder komplexere Situationen begleitet. Gleichzeitig rückt man noch näher an die Bewohnenden. Diese Kombination gefällt mir sehr.
War für dich von Anfang an klar, dass du die Ausbildung bei den Gesundheitszentren für das Alter machen möchtest?
Ja. Vor allem die klar strukturierte Ausbildung hat mich überzeugt. Darüber hinaus bieten die Gesundheitszentren viele Möglichkeiten: Man kann zum Beispiel in einem Zentrum arbeiten, das auf «Wohnen im Alter» ausgerichtet ist, wo die Bewohnenden also noch sehr selbständig leben. Oder aber in einem Zentrum mit dem Fokus «Spezialisierte Pflege», wo medizinisch anspruchsvollere Situationen vorkommen. Mich interessieren besonders medizinaltechnische Aufgaben – deshalb fühle ich mich im Gesundheitszentrum Gehrenholz genau am richtigen Ort.
Wie hast du deinen Start als Studierende erlebt?
Man hat uns im Voraus gesagt, dass der Wechsel von der Tätigkeit als Fachperson Gesundheit zur HF-Studierenden im gleichen Betrieb herausfordernd sein kann. Für mich persönlich hat sich das jedoch nicht so angefühlt. Das Team hat von Anfang an beherzigt, dass ich keine Mitarbeitende, sondern Studierende bin. Ich wurde Schritt für Schritt eingeführt und nie ins kalte Wasser geworfen.
Was schätzt du an den Gesundheitszentren als Ausbildungsort?
Das System mit den hauptberuflichen Berufsbildner*innen. Unser Berufsbildner ist ausschliesslich für uns Auszubildende da. Weil er nicht in den normalen Schichtbetrieb eingebunden ist, können wir jederzeit mit Fragen auf ihn zukommen. Diese intensive Lernbegleitung ist für mich unglaublich wertvoll. Gleichzeitig profitiert auch das Team davon: Alle wissen genau, welche Aufgaben ich bereits selbständig übernehmen darf und wo ich noch Unterstützung brauche.
Welche Aufgaben im Pflegealltag machen dir besonders Freude?
Am meisten begeistern mich die medizinaltechnischen Tätigkeiten: Blut entnehmen, Verbände wechseln oder einen Dauerkatheter legen. Solche Aufgaben fordern mich, weil sie nicht alltäglich sind. Umso schöner ist es, wenn alles reibungslos klappt.
Welche Fähigkeiten konntest du bei den Gesundheitszentren besonders weiterentwickeln?
Ich war schon immer eine eher zurückhaltende Person. Als Fachfrau Gesundheit fiel es mir manchmal schwer, aus mir herauszukommen und an mich selbst zu glauben. Hier lerne ich, mehr Verantwortung zu übernehmen und mir selbst zu sagen: Ich kann das.
Was fasziniert dich an der Langzeitpflege?
In der Langzeitpflege kann man Entwicklungen über längere Zeit begleiten. Wenn eine Pflegeplanung Schritt für Schritt umgesetzt wird und man sieht, wie sich etwas positiv entwickelt, ist das sehr erfüllend. Man begleitet Menschen oft über Monate oder sogar Jahre. Diese Kontinuität unterscheidet sich stark vom Spitalalltag.
Welche Momente berühren dich besonders?
Besonders nachdenklich machen mich Begegnungen mit jungen Menschen, die schwere Schicksalsschläge erlitten haben. Im Gesundheitszentrum Gehrenholz leben viele Bewohnende mit einem Tracheostoma, also einer künstlichen Öffnung an der Luftröhre. Sie können nicht selbständig schlucken. Wenn man sieht, wie ein Unfall ein Leben von einem Moment auf den anderen verändern kann, geht einem das sehr nahe.
Hat sich dein Blick auf den Pflegeberuf verändert, seit du hier arbeitest?
Der Blick auf den Pflegeberuf an sich nicht – aber auf das Studium. Früher habe ich mich oft gefragt, was die dipl. Pflegefachpersonen eigentlich genau machen. Heute weiss ich, wie viel Planung und Verantwortung dahintersteckt. Pflege bedeutet nicht nur praktische Arbeit, sondern auch viel Organisation, Dokumentation und vorausschauendes Denken – immer mit dem Ziel, die Lebensqualität der Bewohnenden zu verbessern.
Was hat dich ursprünglich motiviert, in die Pflege einzusteigen?
Meine Mutter war in der Pflege tätig. Als Sekundarschülerin durfte ich in einem Altersheim schnuppern, und es hat mich sofort gepackt.
Was genau?
Vor allem die Beziehungen zu den Menschen. Sich um ihr Wohlbefinden zu kümmern, ihnen zuzuhören und für sie da zu sein. Wenn mir Bewohnende am Ende des Tages ein dankbares Lächeln schenken, gehe ich mit einem guten Gefühl nach Hause. Das ist bis heute so.
Das klingt sehr positiv. Gibt es auch schwierige Seiten?
Natürlich. Ein grosses Thema ist der Personalmangel. Es kommt vor, dass nicht genug Zeit für alle Bewohnenden da ist. Gerade dann spürt man, wie gern man jeder einzelnen Person die gleiche Aufmerksamkeit schenken würde und dass das im Alltag manchmal einfach nicht möglich ist.
Welche Zukunftspläne hast du?
Ich stehe noch am Anfang meiner Ausbildung. Nach dem Studium möchte ich zunächst Berufserfahrung sammeln. Danach gibt es viele Möglichkeiten: ein Bachelorstudium, ein Nachdiplomstudium oder eine andere Weiterbildung. Die Pflege bietet unglaublich viele Wege. Im Moment geniesse ich es, dass mir noch so viele Türen offenstehen – ich habe wirklich die Qual der Wahl.
Starte dein Studium zur dipl. Pflegefachperson HF und damit in einen Beruf mit Zukunft und Entwicklungsmöglichkeiten. Die Gesundheitszentren für das Alter bieten dir eine praxisnahe Ausbildung, Einblicke in unterschiedliche Pflegebereiche sowie attraktive Arbeitsbedingungen, Sozialleistungen und Weiterbildungsperspektiven.