Von allen Seiten strömten am vergangenen Mittwochabend rund 300 Klamu-Schüler*innen mit Trompeten, Klarinetten, Querflöten und vielen weiteren Blasinstrumenten in den Ueberlandpark.
Im Fach «Klamu» (Klassenmusizieren) lernen alle Schüler*innen einer Klasse unter der Leitung von MKZ-Musiklehrpersonen ein Instrument zu spielen. Das Angebot ist sehr beliebt: Aktuell machen rund 160 Stadtzürcher Klassen mit.
Nachdem es am Morgen noch in Strömen geregnet hatte, klarte der Himmel rechtzeitig auf, und sogar die Sonne zeigte sich. Der rund 950 Meter lange Ueberlandpark, der seit letztem Jahr die Autobahn überdeckt, füllte sich nach und nach mit Klamu-Schüler*innen deren Eltern, Grosseltern, Verwandten und Bekannten. Insgesamt mehrere hundert Besucher*innen warteten gespannt auf die musikalischen Darbietungen. Klamu widerspiegelt die Vielfalt von MKZ: Einerseits kommen die Kinder aus verschiedenen Kulturen und Nationen, andererseits war auch die Bandbreite der gespielten Blasinstrumente gross.
Der Ueberlandpark eignete sich hervorragend für diesen Grossanlass. Für die zahlreichen Besucher*innen war genügend Platz vorhanden, und ohne Verkehrslärm oder Strassenverkehr konnten sich die jungen Musiker*innen ganz auf ihre Auftritte konzentrieren. Inmitten der farbenprächtigen Parklandschaft fanden an vier verschiedenen Stationen mehrere Konzerte der einzelnen Klamu-Klassen statt.
«Ein solches Grossprojekt wollte ich schon lange einmal durchführen», sagt Florian Haupt, MKZ-Lehrperson für Bläserklassen und Organisator des Bläserklassen Openairs. Sein Ziel sei es, bei den Kindern die Freude an der Musik und am gemeinsamen Musizieren zu wecken: «Die Kinder sollen erleben, dass gemeinsames Musizieren Freude macht und verbindet.»
Live-Musik sei seine grosse Leidenschaft. Diese Begeisterung möchte er an die Schüler*innen weitergeben und dafür sorgen, dass dieser Funke auch in den Klamu-Klassen überspringt.
Obwohl Florian Haupt bereits mehrere Openair-Veranstaltungen organisiert hat, bedeutet ein Anlass dieser Grössenordnung eine grosse Herausforderung für ihn. Möglich geworden sei der Event nur dank der Unterstützung zahlreicher Beteiligter. Neben den anderen Bläserklassen- und Volksschullehrpersonen konnte er auch auf die Unterstützung des Quartiervereins Schwamendingen, Grünstadt Zürich und der Schulleiterin von MKZ Schwamendingen, Daniela Timokhine, zählen. Sie zeigte sich begeistert: «Den neuen Park mit Bläserklassen zu bespielen, war eine tolle Idee. Und für die Schulkinder, die wöchentlich das Klassenmusizieren besuchen, war dieses Openair bestimmt ein besonderes Highlight.»
Für die teilnehmenden neun- bis elfjährigen Schüler*innen gab es einen besonderen Anreiz: Wer mit drei verschiedenen Klassen fünf Musikstücke mitspielte, erhielt eine «Goldmedaille». «Es gilt die Devise: Mitmachen ist alles», erklärt Florian Haupt.
Der Wettbewerb sei bewusst nicht als Wettkampf gedacht. Vielmehr solle er die musikalische Zielsetzung unterstützen und das gemeinsame Musizieren ins Zentrum rücken. Tatsächlich erspielten sich 219 Kinder die begehrte Medaille.
Über Jahrzehnte prägte der Autobahnverkehr das Bild von Schwamendingen. Passend dazu stand auch ein Stück aus dem Film «Koyaanisqatsi» auf dem Programm: Die Klamu-Klassen spielten eine Komposition in Originaltonart aus dem Soundtrack des Komponisten Philipp Glass. «Das Repetitive in dieser Musik passt sehr gut zur Endlosigkeit des Autobahnverkehrs», sagt Florian Haupt. So entstand eine musikalische Verbindung zwischen der Geschichte des Quartiers und den Kindern, die an diesem Tag den Ueberlandpark mit ihrer Energie und ihren Klängen erfüllten.