Die IMMO wählt konsequent nachhaltige Baumaterialien im Betrieb und bei Unterhaltsprojekten. Sie beschafft einfache und gut trennbare Systeme und fördert die Verwendung von nachwachsenden und rezyklierten Materialien sowie wiederverwendbaren Mobilien. Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft erfordert eine Weiterentwicklung des Portfolio- und Rohstoffmanagements.
Als Antwort auf die gesamtstädtische Strategie Kreislaufwirtschaft (STRB Nr. 1729/2022) erarbeitet die IMMO eine Umsetzungsstrategie Kreislaufwirtschaft. Es gilt, Massnahmen zu definieren, um Materialkreisläufe zu schliessen und Potenzial zur Schonung von Ressourcen und zur Reduktion von Abfallmengen zu nutzen.
Die Kreislauffähigkeit von Sanierungen und Neubauten soll künftig systematisch gemessen und verbessert werden: Der Fokus liegt auf dem möglichst langen Erhalt bestehender Substanz, der unter anderem durch detaillierte Zustandsanalysen bei Projektbeginn gefördert werden soll. Vielversprechend ist der vorgesehene Einsatz trennbarer Konstruktionssysteme, die wiederverwendet werden können und damit etwa Umnutzungen von Gebäuden mit deutlich geringerem Verbrauch neuer Materialien ermöglichen. Zürich nähert sich so der Vision einer «Stadt als Materiallager».
Als im Herbst 2023 kurzfristig ein Provisorium für eine Kontakt- und Anlaufstelle für Suchtkranke auf dem Kasernenareal benötigt wurde, konnten beispielsweise Container des ehemaligen Schulprovisoriums Hofacker dafür eingesetzt werden. Sie wurden dazu mit Küche und Fenstern versehen.
Für die Innenausstattung kamen gebrauchte Materialien aus dem ehemaligen Kindergarten Glattwiesen zum Einsatz. Im Rahmen eines Re-Use-Pilotprojekts war zuvor geprüft worden, welche Bauteile des Kindergartengebäudes in Schwamendingen sich zur Wiederverwendung eignen. Bevor die Immobilie schliesslich für einen Ersatzneubau der Stiftung Einfach Bauen rückgebaut wurde, konnten deren gebrauchte Garderoben, ein Ausguss mit Armaturen und Aussenleuchten in der Kontakt- und Anlaufstelle auf dem Kasernenareal eingebaut werden.
Pro Jahr holt die IMMO über 11 000 Produkte ihres Standardmobiliars an Lager, bereitet sie auf und setzt sie instand. Dank konsequentem Unterhalt leisten sie den Nutzenden weitere 10 bis 15 Jahre gute Dienste, während zugleich die Ressourcen für Neubeschaffungen und Entsorgungen geschont werden.
Im Jahr 2025 wurden 247 Stühle aus dem ehemaligen Radiostudio Brunnenhof aufgefrischt, defekte Teile ersetzt und die Bestuhlung im sanierten Konzertsaal wieder eingesetzt. Die Treibhausgasbilanz für diese Wiederaufbereitung fiel um rund 65 % besser aus als bei einer Neubeschaffung.
Ein weiteres Beispiel für die Wiederverwendung bestehender Baumaterialien zeigt sich im Ortsmuseum Höngg. Bei der Instandsetzung des denkmalgeschützten Gebäudes wird Aushubmaterial für die Erstellung eines Lehmbodens eingesetzt.
Die IMMO will Siedlungsabfälle in den Verwaltungsbauten nachhaltig steuern. Dazu wurde 2025 das Entsorgungskonzept IMMO erarbeitet, in dem auch das angepasste Bürokonzept worksmart@zürich berücksichtigt wird.
Die Abfallmenge auf den Büroflächen soll durch angepassten Konsum, Instandsetzen und Teilen entscheidend reduziert werden. Zusätzlich kann die Entstehung von Abfall durch längere Produktlebenszyklen, zum Beispiel durch Mehrweggebinde, hinausgezögert werden. Aus unvermeidbaren Abfällen sollen möglichst Sekundärrohstoffe werden: So kann beispielsweise aus Elektroschrott Metall generiert werden, während nicht-recyclierbare brennbare Abfälle energetisch verwertet werden sollen.
Erste Erfahrungen in der Anwendung des Entsorgungskonzept im Verwaltungszentrum Eggbühl und Amtshaus Walche fielen positiv aus.