Die direkten Treibhausgasemissionen sind wiederholt leicht gesunken und lagen im Jahr 2024 bei 2,2 Tonnen pro Einwohner*in. Die Stadt Zürich will mit ihrem Netto-Null-Ziel diejenigen Treibhausgase reduzieren, die direkt auf ihrem Stadtgebiet vor allem durch Gebäudeheizungen, Verkehr oder Abfallverbrennung entstehen. Die indirekten Treibhausgasemissionen lagen 2024 bei 11,9 Tonnen pro Einwohner*in. In Zürich gekaufte Lebensmittel werden anderswo angebaut, Flugreisen von Zürcher*innen verursachen Emissionen fernab. Die Reduktion der indirekten Emissionen, die vor allem durch Aktivitäten der Stadtbevölkerung wie Konsum von Gütern, Flugreisen und Bauvorhaben verursacht werden, gestaltet sich schwierig.
Im Raum Zürich ist die durchschnittliche Temperatur seit 1864 um gut 2,5 Grad auf 10,7 Grad Celsius gestiegen. Gemäss aktuellen Klimaszenarien von MeteoSchweiz führt der globale Ausstoss von Treibhausgas in eine 3 Grad Celsius Welt. Damit ist in der Schweiz eine Temperaturzunahme von 4,3 bis 5,7 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu erwarten (Quelle: Meteo Schweiz).
Seit 1980 lag die mittlere Jahrestemperatur ausnahmslos über der langjährigen mittleren Temperatur zwischen 1860 und 1960 – Jahrestemperaturen unter dem langjährigen Schnitt wurden keine mehr verzeichnet. In der Hälfte der letzten 25 Jahre wurden Abweichungen der Jahrestemperatur zum langjährigen Mittel von über 2 Grad Celsius gemessen.
- Hitzewellen +200 % häufiger und intensiver seit 1901
- Frosttage -60 % seit 1961
- Starkregen +12 % intensiver und +30 % häufiger seit 1901
- Winterniederschlag +20 % bis +30 % seit 1864
- Vegetationsperiode +2 bis +4 Wochen seit 1961
Quelle: Klimaszenarien CH2018
Der Anstieg von Treibhausgasen in den letzten Jahrzehnten, vor allem durch die Verbrennung fossiler Energien, trägt zur globalen Erwärmung bei und belastet das Klima sowie das städtische Umfeld in Zürich.
Die Konzentration an Treibhausgasen in der Erdatmosphäre hat in den letzten 150 Jahren massiv zugenommen. Treibhausgase sind alle klimarelevanten Gase, die zum Treibhauseffekt beitragen. Neben Kohlendioxid (CO₂) gehören beispielsweise auch Methan, Lachgas oder fluorierte Gase dazu. Der Treibhauseffekt – ein komplexes Zusammenspiel der Sonnenstrahlung und der Treibhausgase – ist ein natürlicher Vorgang, ohne den es auf der Erde deutlich kälter wäre. Gegenwärtig steigt jedoch die Treibhausgas-Konzentration übermässig an.
Das ist im Wesentlichen auf die hohen CO₂-Emissionen zurückzuführen, welche die Menschen verursachen, indem sie fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle in immer grösseren Mengen verbrennen. Eine sofortige und umfassende Senkung des weltweiten Treibhausgasausstosses könnte den Klimawandel wirksam eindämmen.
Aktuell setzen Zürcher*innen etwa 2,2 Tonnen an direkten Treibhausgasemissionen pro Person und Jahr frei. Die direkten Emissionen entstehen auf dem Stadtgebiet, hauptsächlich durch die Nutzung fossiler Energieträger und die Entsorgung von Abfällen. Weitere 11,9 Tonnen CO2-Äquivalente pro Person und Jahr werden als indirekte Treibhausgasemissionen verursacht. Diese werden durch Stadtzürcher Aktivitäten (Gebäude- und Verkehrsinfrastruktur, Mobilität ausserhalb der Stadt inkl. Flugverkehr, Ernährung, Konsum, Energie-Vorketten) ausgelöst, aber ausserhalb der Stadtgrenze verursacht. Die indirekten Emissionen haben somit einen Anteil von 84 Prozent an den gesamten Treibhausgasemissionen der Stadt Zürich.
Die direkten Treibhausgasemissionen der Stadt Zürich im Jahr 2024 betrugen rund 2,2 Tonnen CO2-Äquivalente pro Einwohner*in und Jahr. Die direkten Emissionen im Jahr 2024 stammten zu rund 53 Prozent aus Gebäuden (v. a. Wärmebereitstellung), zu 30 Prozent aus der Mobilität auf Stadtgebiet (v. a. Verbrennung von Treibstoffen) und zu 17 Prozent aus der Entsorgung. Die Land- und Forstwirtschaft hat nur einen äusserst geringen Anteil (<1 Prozent) an den auf dem Zürcher Stadtgebiet verursachten Treibhausgasemissionen. Die direkten Emissionen haben in den letzten Jahren abgenommen. Die Stadt befindet sich somit auf Zielkurs.
Die zukünftigen direkten Emissionen der Gesamtstadt bis 2040 wurden basierend auf sechs Handlungsfeldern, die auf Zielen städtischer Strategien und Planungen basieren, modelliert. Die Abschätzung der zukünftigen Treibhausgasemissionen zeigt, dass das Netto-Null-Ziel für die direkten Treibhausgasemissionen auf Stadtgebiet bis 2040 ambitioniert, aber realistisch ist. Damit das Netto-Null-Ziel für die Gesamtstadt bis 2040 erreicht wird, braucht es vor allem auch klimafreundliches Handeln der Stadtbevölkerung und der Unternehmen. Die Massnahmen der Stadtverwaltung erleichtern und ermöglichen es ihnen, die Emissionen in ihrem Verantwortungsbereich zu senken.
Neben den auf dem Stadtgebiet ausgestossenen Treibhausgasen werden in der Treibhausgasbilanz der Gesamtstadt erstmals auch die indirekten Emissionen detailliert ausgewiesen für die Jahre 1990 (Jahr für Zielfestlegung), 2010, 2015, 2020, 2022 (Referenzjahr des Absenkpfads), 2023 und 2024. Die indirekten THG-Emissionen haben seit 1990 zugenommen, die Klimaschutzziele sind deshalb eine grosse Herausforderung für alle. Um die Emissionen im Vergleich zu 1990 um 30 Prozent zu senken, müssen sie gegenüber heute um rund 40 Prozent sinken. In der Gesamtstadt lässt sich die Zunahme insbesondere auf mehr Flugreisen zurückführen.
Die weltweiten Anstrengungen im Klimaschutz machen Produkte und Dienstleistungen klimafreundlicher und senken die indirekten Emissionen. Es ist jedoch unsicher, ob dies in allen Bereichen rasch und ausreichend genug geschieht. Daher ist es auch wichtig, dass Bevölkerung und Wirtschaft ihren Spielraum zur Senkung der indirekten Emissionen nutzen und klimafreundlicher handeln. Wenn in der Stadt Zürich weniger und gleichzeitig klimaschonendere Güter und Dienstleistungen bezogen werden, nehmen auch die indirekten Emissionen ab. Um die Rahmenbedingungen im Umfeld zu verbessern, übt die Stadtverwaltung Einfluss auf Politik und Wirtschaft aus.
Der Klimawandel ist bereits heute spürbar und beeinflusst das Leben in Zürich. Die Veränderungen betreffen sowohl die Lebensqualität und Gesundheit der Bevölkerung als auch die Natur.
Folgende durch den Klimawandel bedingte Herausforderungen sind für die Stadt Zürich relevant:
- zunehmende Hitzebelastung
- zunehmende Trockenheit
- steigendes Risiko für Vegetations- und Waldbrände
- Veränderung von extremen Wetterereignissen
- Veränderung der Biodiversität und Etablierung gebietsfremder Arten
- Ausbreitung von Schadorganismen, Krankheiten
- weniger Schnee
- Gletscherrückgang, auftauender Permafrost (relevant für Energieanlagen des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich [ewz])
- Abhängigkeit von klimaexponierten Staaten (z. B. durch Lieferung von Rohstoffen und Produkten)
Im Folgenden werden auf ausgewählte klimawandelbedingte Herausforderungen vertieft eingegangen.
Der Klimawandel – mit häufiger und intensiver auftretenden Hitzeperioden – verschärft die bereits bestehende Wärmebelastung in der Stadt Zürich (Stadtklima). Stark betroffen sind vulnerable Personengruppen wie Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Schwangere sowie sozial benachteiligte und stark körperlich arbeitende Personen. Hitzeperioden führen zu einer Beeinträchtigung der Schlafqualität, was wiederum dazu führt, dass die Hitzetoleranz am nächsten Tag geringer ist. In der Folge sind Erholung und Regeneration kaum noch möglich. Auch die Aufenthaltsqualität im Aussenraum nimmt während Hitzeperioden ohne angepasste Massnahmen stark ab, was sich wiederum negativ auf die Lebensqualität der Bevölkerung in der Stadt auswirkt.
Neben der Beeinträchtigung der Lebensqualität kann Hitze besonders für vulnerable Personengruppen gesundheitsschädlich sein. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen übereinstimmend, dass während Hitzeperioden vermehrt Hirngefäss-, Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen auftreten. Das hitzebedingte Sterblichkeitsrisiko nimmt bei Tageshöchsttemperaturen von über 30 °C markant zu, selbst wenn es sich nur um einzelne Hitzetage handelt. So kam es z. B. in den Hitzeperioden 2003 und 2015 bei über 64-Jährigen zu einem erhöhten Anteil an hitzebedingten Sterbefällen in Zürich (der Anteil der hitzebedingten Todesfälle an der Gesamtsterblichkeit lag im Jahr 2003 bei 5 Prozent, im Jahr 2015 bei 2,7 Prozent (Quelle: BAFU 2023).
Je nach Tätigkeit ist die Arbeitsproduktivität und Leistungsfähigkeit mehr oder weniger stark eingeschränkt, wobei vor allem Berufsgruppen mit intensiver körperlicher Tätigkeit stark betroffen sind. Die Produktivität nimmt bei Temperaturen ab 37°C (WBGT) ab um bis zu 5 Prozent für mehrheitlich kognitive Arbeit und 70–80 Prozent für mehrheitlich bis schwere körperliche Arbeit (Nesa 2019).
In der Studie «Volkswirtschaftliche Effekte der Hitze» wurden die Kostenfolgen aufgrund der hitzebedingten Arbeitsproduktivitätsverluste für den Kanton Zürich ausgewiesen (Quelle: AWEL):
Die höheren Temperaturen und die prognostizierten niederschlagsärmeren Sommer beeinträchtigen auch die Qualität von Boden, Gewässer und Luft. Zudem leidet die Biodiversität unter Hitzestress. In Hitzeperioden werden Freiräume häufiger und intensiver genutzt, denn sie ermöglichen Erholung und Regeneration. Die Ansprüche an deren Ausgestaltung und eine hitzemindernde Siedlungsplanung steigen. Mit steigenden Temperaturen nimmt zudem der Kühlbedarf in Wohn- und Arbeitsräumen zu. Umgekehrt nimmt der Bedarf an Heizenergie und Heizleistung im Winterhalbjahr ab.
Gemäss den CH2018 Klimaszenarien könnte es im Kanton Zürich bis 2060 – unter der Annahme, dass die CO2-Emissionen hoch bleiben – zu einer Zunahme der sommerlichen Trockenperioden von bis zu 20 Tagen im Jahr kommen. Die städtischen Wasserressourcen werden nicht nur zum Trinken und für den Alltag gebraucht, sondern auch für die Stromproduktion und die Feuerwehr. Daher kann Trockenheit vermehrt Konflikte bei der Nutzung von Wasser verursachen. Die zunehmende Trockenheit hat auch Einfluss auf die Lebensräume von Pflanzen und Tieren. Die Wasserstände von Bächen, Flüssen und Seen sind tiefer, dies kann für Fische problematisch sein. Feuchtgebiete, wie zum Beispiel Moore, können austrocknen. In der Landwirtschaft kann Trockenheit dazu führen, dass weniger geerntet werden kann. Zudem steigt das Risiko für Waldbrände.
Starkniederschläge, Gewitterregen und damit verbundene massive Wasserabflüsse der grossen Gewässer erhöhen das Risiko für Hochwasser. Die Gefährdung der Bevölkerung und das Risiko von Schäden an Infrastrukturen steigen. Im Winter fällt ein wachsender Anteil des Niederschlags als Regen, was häufiger zu Überschwemmungen und Erdrutschen führt. Insbesondere bei den zunehmend erwarteten Intensivniederschlägen kann die aktuelle Entwässerungsinfrastruktur die Wassermengen nicht aufnehmen; Überflutungen von Strassen oder Gebäuden werden sich mehren. Der Bedarf an Feuerwehreinsätzen wird steigen. Sturm und Hagel können grosse Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursachen. Sie können auch Parks, Wälder und Felder zerstören.
Viele Tiere und Pflanzen reagieren empfindlich auf klimatische Änderungen. Verbreitungsgebiete und Lebensgemeinschaften heimischer Tiere und Pflanzen werden sich deutlich verändern. Einzelne Arten werden aus Zürich abwandern oder aussterben, andere dafür neu hinzukommen. Wärmeliebende Pflanzen und Tiere wandern ein, darunter auch Überträger von bisher bei uns nicht verbreiteten Krankheiten. Dazu zählen beispielsweise die Asiatische Tigermücke sowie Pflanzen, die allergen sind oder die Infrastruktur schädigen. Am Beispiel der eingewanderten Vernachlässigte Ameise – Lasius neglectus – lässt sich anschaulich aufzeigen, welche Konsequenzen damit verbunden sein können: Bei starker Vermehrung verdrängt die Vernachlässigte Ameise beinahe sämtliche heimischen Ameisen und andere Insektenarten. Sie kann Zierpflanzen und Bäume durch die Förderung von Blattläusen so stark schädigen, dass diese absterben. Sie kann Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursachen. Befallene Häuser können markant an Wert verlieren, weil die Ameisenart sich im Isolationsmaterial einnisten kann und dieses dadurch beschädigt. Wenn sie zu Tausenden aus kleinen Öffnungen krabbeln und grosse Strassen durch ein Zimmer bilden, belästigen sie auch die Hausbewohner.
Die Stadt Zürich setzt in ihrer Klimapolitik auf zwei Strategien: den Klimaschutz und die Anpassung an die klimatischen Veränderungen, kurz Klimaanpassung. Im Folgenden wird gezeigt, wie diese Ansätze konkret umgesetzt werden.
Eine klimaneutrale Stadt ist eines der vier übergeordneten Umweltziele der Umweltstrategie der Stadt Zürich. Die Stadt Zürich will bis 2040 klimaneutral werden, indem sie ihre direkten Treibhausgasemissionen auf Stadtgebiet auf netto null reduziert. Bei den indirekten Treibhausgasemissionen, die ausserhalb der Stadtgrenze verursacht werden, wird bis 2040 eine Reduktion um 30 Prozent pro Einwohner*in gegenüber 1990 angestrebt. Die Stadt mit ihren Behörden sorgt in ihrem Einflussbereich dafür, dass sämtliche Massnahmen zur Erreichung dieser Ziele bereits bis 2035 umgesetzt werden (ausgenommen ist der Bereich der Wärmeversorgung, für den das Zieljahr 2040 gilt).
Der Stadtverwaltung kommt auf dem Weg zu Netto-Null eine Vorbildrolle zu. Sie soll die Ziele für die Reduktion der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen bereits 2035 erreichen.
Klimaschutz ist für die Stadt Zürich sehr wichtig und wird schon lange im Rahmen von Teilstrategien in verschiedenen städtischen Dienstabteilungen verfolgt. Klimarelevante Strategien sind der Masterplan Energie, die Ernährungsstrategie, die Energieplanung, die Meilenschritte zum umwelt- und energiegerechten Bauen stadteigener Liegenschaften, der Stadtverkehr 2025, die nachhaltige Beschaffung und die Fahrzeugpolitik. Einen detaillierteren Überblick über getroffene Massnahmen gibt der Energiepolitikbericht.
Konkret bezieht die Stadtverwaltung zu 100 Prozent erneuerbaren Strom, die VBZ-Busse werden zunehmend elektrisch betrieben und städtische Neubauten genügen den höchsten energetischen Anforderungen. Bei der Lebensmittelbeschaffung für Schulen und Alterszentren werden ökologische Aspekte berücksichtigt und Lebensmittelabfälle reduziert. Die Stadt bietet eine Energieplattform als zentrales Zugangsportal für Fragen rund um Energie und entsprechende Beratungsangebote. Für Hauseigentümerschaften bietet die Stadt ein umfassendes Beratungsangebot zur energetischen Erneuerung und zum klimafreundlichen Heizungsersatz.
Das öffentliche Fernwärmenetz sowie der öffentliche Verkehr werden attraktiv ausgebaut. KMUs können sich über das Angebot Öko-Kompass beraten lassen. Die Bevölkerung wird somit über verschiedene Informationskanäle auf zahlreiche Möglichkeiten hingewiesen, sich ökologisch und klimafreundlich zu verhalten.
Seit Oktober 2024 hat die Stadt Zürich ein «Programm Klimaanpassung». Es weist die durch den Klimawandel bedingten Herausforderungen aus, beinhaltet übergeordnete Ziele und Stossrichtungen und legt präzisierte Zielvorgaben für 19 relevante Handlungsfelder fest, damit sich die Stadt Zürich möglichst erfolgreich an die Folgen des Klimawandels anpassen kann.
Die betroffenen Departemente und Dienstabteilungen sind aufgefordert, die Zielvorgaben im Rahmen ihrer Tätigkeit zu analysieren und geeignete Massnahmen abzuleiten bzw. weiterzuentwickeln und umzusetzen.
- Hochwasserschutz
- Oberflächenabfluss und Regenwassermanagement
- Gewässernutzung
- Extremwetterereignisse
- Siedlungsgebiet
- Städtische Grün- und Freiräume, inkl. Wald und Landwirtschaftsgebiet
- Private Grün- und Freiräume
- Städtische Infrastrukturen und Bauten
- Private Infrastrukturen und Bauten
- Arten- und Lebensraumvielfalt
- Informations- und Warnsysteme
- Schutz der Bevölkerung
- Schutz vor Infektionskrankheiten und Allergien
- Wohlbefinden und Lebensstandard
- Wirtschaft
- Energie- und Wasserversorgung
- Logistik und öffentlicher Verkehr
- Produktivität und Leistungsfähigkeit
- Beschaffung
Im Folgenden werden für ausgewählte Auswirkungen des Klimawandels Anpassungsmassnahmen, die bereits heute in Umsetzung sind, erläutert.
Mit dem Klimawandel verschärft sich die Problematik der Hitzeinsel, die v. a. auf die dichte Bebauung in Städten zurückzuführen ist. Ein wichtiger Meilenstein diesbezüglich war die Erarbeitung der «Fachplanung Hitzeminderung» und die darauf aufbauende «Fachplanung Stadtbäume». Auf dieser Basis sollen Grün- und Freiräume, Strassen und Platzräume insbesondere in stark überwärmten Gebieten klimaoptimiert gestaltet, die Durchlüftung und wichtige Kaltluftentstehungsflächen wie Wald, Landwirtschafts- und Wasserflächen erhalten und weiterentwickelt werden.
Um die Gesundheit der Bevölkerung während Hitzeperioden zu schützen, werden die bestehenden Informations- und Hitzewarnsysteme gezielt auf heisse Sommertage weiterentwickelt. Auch fliessen die neuen Erkenntnisse laufend in die Schulungsprogramme der Mitarbeitenden in Alters- und Pflegeeinrichtungen ein.
Das Einrichten und Erhalten von Schutzzonen trägt zur Sicherung von Wasserressourcen bei. Die Förderung der Versickerung reduziert nicht nur die Überwärmung, sondern reichert auch das Grundwasser an. Grün Stadt Zürich setzt auf trockentolerante Baumarten, vergrössert bei Neupflanzungen wo möglich den zur Verfügung stehenden Wurzelraum und damit das natürliche Speichervolumen und setzt auf vielfältige artenreiche und intakte Lebensräume.
Der überarbeitete generelle Entwässerungsplan der Stadt Zürich berücksichtigt die zukünftig erwarteten zunehmenden Starkniederschläge. Zusammen mit dem Kanton Zürich hat die Stadt Zürich verschiedene Massnahmen für den Hochwasserschutz getroffen und ist im Projekt «Hochwasserschutz Zürich» direkt vertreten.
Mit den aus der Gefahrenkarte Hochwasser abgeleiteten Erkenntnissen entwickelte die Stadt Zürich ein integrales Konzept, welches die erforderlichen Massnahmen in den Bereichen Raumplanung, Baurecht, Notfallplanung und baulicher Hochwasserschutz aufeinander abstimmt. Schutz & Rettung Zürich hat geeignete organisatorische Massnahmen getroffen, um für den Notfall gerüstet zu sein. Wichtige Systeme zur Energieversorgung und Kommunikation sind für den Katastrophenfall redundant geführt.
Für ein stabiles Gesamtsystem fördert die Stadt Zürich naturnahe Lebensräume und legt grossen Wert auf Vernetzungskorridore und Trittsteinbiotope. Dafür wurde die «Fachplanung Stadtnatur» erarbeitet. Fällt aufgrund von klimatischen Bedingungen, Krankheiten oder Schädlingen eine Art aus, ist die Idee, dass an ihrer Stelle eine bereits vor Ort vorhandene Art den Raum neu besetzen kann. Mehr Informationen dazu sind im Kapitel Biodiversität des Umweltberichts zu lesen.
Die Stadt Zürich setzt auf ein Monitoring von neu in der Schweiz bzw. in Zürich auftretenden Schadorganismen. Dies ist die Grundlage für eine gezielte Tilgung von neuen sich zum Teil stark verbreitenden Tier- und Pflanzenarten (invasive Neophyten und Neozoen), aber auch zur Vermeidung von Krankheiten, die durch diese übertragen werden können. Auf dem städtischen Grund ist die Schädlingsprävention der Stadt Zürich aktiv.