Die Stadt Zürich hat ihre Gasstrategie aus dem Jahr 2021 überarbeitet und an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst. Die Strategie dient der Stadt als Leitfaden für ihr Handeln im Bereich der Gasversorgung und -nutzung. Die Minimierung von Emissionen aus der Verbrennung von Erdgas ist ein wichtiger Hebel für das Erreichen von Netto-Null bis 2040.
Gasnutzung nur, wo es keine Alternativen gibt
Die Stadt verfolgt die Ziele, den Gasverbrauch zu senken und den Einsatz von Gas aus fossilen Quellen bis spätestens 2040 zu beenden. In diesem Zusammenhang definiert die aktualisierte Gasstrategie verschiedene Grundsätze in den Bereichen Gebäude, Mobilität und industrielle Prozesse. Angesichts der begrenzten Verfügbarkeit umweltfreundlicher Brennstoffe wie Biogas gehört dazu unter anderem das Prinzip, Gas nur dort zu verwenden, wo die Nutzung anderer erneuerbarer Energieträger technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Das gilt beispielsweise für die Spitzenlastdeckung der Fernwärme oder für Hochtemperaturanwendungen in der Industrie. Weiter legt die Strategie fest, dass Gasversorger auf Stadtgebiet wie Energie 360° den Anteil erneuerbarer Gase im Liefermix stetig erhöhen müssen. Bis 2040 muss er 100 Prozent betragen.
Gasverteilnetzstilllegung in Fernwärmegebieten
Zudem hält die Strategie die Praxis zur gebietsweisen Stilllegung des Gasverteilnetzes fest: Diese wird vorerst in Stadtgebieten mit Fernwärme umgesetzt und folgt mit einer Ankündigungsfrist von mindestens 5 Jahren etappenweise der Fernwärmeerschliessung. Für Tiefenbrunnen und Teile der Quartiere Altstetten, Gewerbeschule und Langstrasse sowie der City hat die Stadt bereits konkrete Zeitpläne zur künftigen Ablösung des Gasverteilnetzes durch Fernwärme festgelegt. Weitere Beschlüsse für andere Fernwärmegebiete folgen in den kommenden Jahren.
Generell soll das Gasverteilnetz nur weiter unterhalten werden, solange es wirtschaftlich, energie- und klimapolitisch Sinn macht. Ausserhalb der Fernwärmegebiete sollen Gebäudeeigentümerschaften zum Heizen wo immer möglich dezentrale erneuerbare Wärmelösungen wie beispielsweise Wärmepumpen nutzen. Seit Inkrafttreten des revidierten kantonalen Energiegesetzes im Jahr 2022 lässt sich bereits ein deutlicher Rückgang der fossilen Heizungen beobachten. Allfällige durch die Stadt beschlossene Gasverteilnetzstilllegungen ausserhalb der Fernwärmegebiete würden mindestens 10 Jahre vorher angekündigt.
Für die Umsetzung der verschiedenen Ziele und Grundsätze definiert die Gasstrategie eine Reihe von Massnahmen. Dazu gehören etwa die Unterstützung des Umstiegs auf erneuerbare Wärmelösungen durch Beratungsangebote und Fördergelder, ein Monitoring zur Entwicklung der Anzahl Gasanschlüsse sowie die Senkung des Gasverbrauchs stadteigener Liegenschaften.
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