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Instandsetzung Kongresshaus und Tonhalle

Das denkmalgeschützte Gebäude mit Tonhalle und Kongresshaus an attraktiver Lage am See zieht Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt an. Um diesen attraktiven Kongressstandort in die Zukunft zu führen, werden die Gebäude umfassend instandgesetzt und umgebaut und damit an heutige Bedürfnisse und Anforderungen angepasst. Die Zürcher Stimmbevölkerung hat der Finanzierungsvorlage Mitte 2016 mit rund 75% klar zugestimmt.

Kongresshaus und Tonhalle Zürich Visualisierungen © ARGE Martin und Elisabeth Boesch, Zürich Diener + Diener, Basel
Kongresshaus und Tonhalle Zürich Visualisierungen © ARGE Martin und Elisabeth Boesch, Zürich Diener + Diener, Basel


Das Kongresshaus und die Tonhalle sind für die Stadt Zürich von hoher kultureller, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung. Seit der Einweihung des Ensembles im Jahr 1939 wurden mehrere Um- und Einbauten vorgenommen – stets mit dem Ziel der Optimierung der unterschiedlichen Nutzungseinheiten, was sich zulasten der ursprünglichen lichten und festlichen Atmosphäre und Eleganz auswirkte. In der Kongresshausstrategie aus dem Jahre 2013 wurde festgelegt, kein neues Kongresszentrum zu bauen, sondern auf das Bestandsgebäude als Kongressort für Zürich zu setzen. 

Attraktiv für die Zukunft
Mit den gebäudetechnischen und statischen Instandsetzungsmassnahmen, bedachten Umbauten sowie der sorgfältigen Erneuerung der denkmalgeschützten Bausubstanz und Oberflächen wird die ursprüngliche Qualität des Kongresshaus-Tonhalle-Ensembles wieder sicht- und erlebbar gemacht und aktuelle gesetzliche Auflagen (Feuerpolizei, Hindernisfreies Bauen) werden erfüllt.

Den Auftrag für die Instandsetzung und den Umbau hat die Arbeitsgemeinschaft von Elisabeth und Martin Boesch, Diener & Diener sowie Conzett Bronzini Partner erhalten. Das Team konnte sich bereits 2011 mit ihrem überzeugenden Gestaltungsansatz in einem Planerwahlverfahren gegen seine Mitbewerbenden durchsetzen. Ihre Machbarkeitsstudie vom Mai 2013 hat gezeigt, wie das Gebäude für die unterschiedlichen Bedürfnisse besser nutzbar gemacht und wie es sich mit einer neuen Volumetrie gut in seine Umgebung eingliedern kann. So wird beispielsweise der Panoramasaal im ersten Obergeschoss zu einem frei zugänglichen Restaurant mit Seeblick und grossflächiger Terrasse umgebaut, das als neuer Treffpunkt auch der Stadtbevölkerung zugutekommt. Durch diese Massnahme hat man auch vom Konzertfoyer und vom Kongresssaal Blick auf den See und einen direkten Zugang zur Terrasse. Der bestehende Gartensaal wird zu einem neuen Foyer umgestaltet und im Erdgeschoss entstehen neue Seminarflächen. Durch das angepasste Erschliessungskonzept können die bestehenden Seminarräume besser eingebunden und Entfluchtungswege verringert werden. Auch für die erfolgreiche Zukunft der Tonhalle sind langfristige, nachhaltige Investitionen notwendig. Neben der umfassenden Restaurierung des grossen Saals entstehen zeitgemässe Räume für die Musikerinnen und Musiker sowie für die Angestellten. Die geplante Bauzeit für sämtliche Massnahmen beträgt dreieinhalb Jahre.

Besonders zu erwähnen ist auch die komplexe Verlegung und Vergrösserung der ewz-Seewasserpumpanlage unter laufendem Betrieb, die den gesamten Escherwiese-Seewasserverbund speist. Mit der neuen Seewasserzentrale (Wärmepumpe und Gas) kann der Anteil erneuerbarer Energie zur Wärmeerzeugung von 20 Prozent auf 70 Prozent erhöht werden. 

Bewegte Entstehungsgeschichte
Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble hat eine bewegte Planungs- und Entstehungsgeschichte. Die Tonhalle wurde von 1893 bis 1895 nach den Plänen von dem auf Theaterbauten spezialisierten Wiener Architekturbüro Fellner & Helmer errichtet. Der «Trocaderobau» stand zusammen mit dem gegenüberliegenden Stadttheater von 1890/91 (heutiges Opernhaus) als Zeichen für die damaligen Repräsentationsbedürfnisse des aufkommenden Bürgertums. Im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen und mit dem Aufkommen neuer gestalterischer und funktionaler Ansprüche an Bauwerke der damaligen Zeit wurde bereits in den 1920er-Jahren erwogen, das Gebäude abzubrechen. Mit dem Bedürfnis nach einem Zürcher Kongresshaus konkretisierten sich diese Pläne während der Planung der Schweizerischen Landesausstellung. Das Kongresshaus sollte an zentraler Stelle stehen, ein zeitgemässes architektonisches Meisterwerk werden und bis zur Eröffnung der Landesausstellung im Jahre 1939 erstellt sein. Das Gebäude musste unter hohem Zeitdruck gebaut werden. Die Baubedingungen waren alles andere als einfach. Aus architektonischen, akustischen und nicht zuletzt finanziellen Überlegungen heraus wurde beschlossen, die beiden qualitätsvollen Kernstücke des Altbaus – der grosse und kleine Tonhallensaal sowie das Vestibül samt Vorhalle – stehen zu lassen. Der Rest wurde im Jahre 1937 rückgebaut. Das mit dem Neubau betraute Architekturteam Haefeli Moser Steiger legte eine neue Struktur über die bestehende. Sie betrachteten den Altbau als integrierenden Teil des Neubaus nach der Prämisse des «Weiterbauens» am bereits Bestehenden.

  • Bauherrschaft: Kongresshaus-Stiftung Zürich
  • Bauherrenvertretung: Amt für Hochbauten
  • Architektur: ARGE Martin und Elisabeth Boesch, Zürich
    Diener + Diener, Basel
  • Bauingenieurwesen: Conzett Bronzini Partner, Chur
  • Volksabstimmung: 5. Juni 2016
  • Kreditsumme: 165 Mio. Franken (inkl. Reserven)
  • Krediterhöhung: 9.4 Mio. Franken (inkl. Reserven)
  • Bauzeit: 2017-2021

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Standort

Kongresshaus und Tonhalle Zürich
Claridenstrasse 7
8002 Zürich

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