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Ersatzneubau Wasserschutzpolizei Mythenquai

stadt-zuerich.ch/bau-wache-mythenquai

Der Ersatzneubau der Wasserschutzpolizei am Mythenquai nimmt sich zurück. Seine Architektur thematisiert den Ausdruck der Landungsstege in der Umgebung. Die Sicherheit für den Betrieb mit einem optimalen Überblick über das Zürcher Seebecken steht im Zentrum.

Ansicht landseitig (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Ansicht landseitig (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Ansicht seeseitig (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Ansicht seeseitig (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Bootshalle (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Bootshalle (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Kommandozentrale (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Kommandozentrale (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Rapportraum (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Rapportraum (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Anlegestege Nord (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Anlegestege Nord (Bild: Roland Bernath, Zürich)
Photovoltaikanlagen auf dem Dach (Bild: Felix Rusterholz, Zürich)
Photovoltaikanlagen auf dem Dach (Bild: Felix Rusterholz, Zürich)
Dachlandschaft für Flussseeschwalben (Bild: Felix Rusterholz, Zürich)
Dachlandschaft für Flussseeschwalben (Bild: Felix Rusterholz, Zürich)

  • Bauherrschaft
    Stadt Zürich
  • Eigentümervertretung
    Immobilien Stadt Zürich
  • Bauherrenvertretung
    Amt für Hochbauten
  • Architektur
    E2A / Piet Eckert und Wim Eckert /
    Architekten ETH BSA SIA AG, Zürich
  • Baumanagement
    b+p baurealisation ag, Zürich
  • Bauingenieurwesen
    Gruner Wepf AG, Zürich
  • Landschaftsarchitektur
    Neuland Architektur Landschaft GmbH, Zürich
  • HLKS-Ingenieurwesen
    Amstein & Walthert AG, Zürich
  • Elektro-Ingenieurwesen
    R+B engineering ag, Zürich

  • Auswahlverfahren
    Projektwettbewerb im selektiven Verfahren nach SIA 142 (einstufig, anonym) mit anonymer Überarbeitung, 2012
  • Politischer Prozess
    abgeschlossen 
  • Objektkredit
    CHF 20,07 Mio. + Nachtragskredit von CHF 1,3 Mio.
  • Bauzeit
    2020 – 2022

Die Wasserschutzpolizei sorgt in einem 24h-Betrieb das ganze Jahr hindurch für die polizeiliche Sicherheit und Gewässerrettung im und auf dem Zürcher Seebecken und der Limmat. Der Standort am Mythenquai ist ideal aufgrund des optimalen Überblicks über das Zürcher Seebecken und der kurzen Ausrückwege für Rettungseinsätze. Die alte rund 70-jährige Wache inkl. Containerprovisorien, die dort standen platzten aus allen Nähten, waren instandsetzungsbedürftig und erschwerten einen reibungslosen Wachenbetrieb.

Zeitgemässe Infrastruktur für die Sicherheit

Der dreigeschossige Ersatzneubau zeichnet sich durch eine kompakte, einfache und zurückhaltende Architektur aus angesichts der beiden denkmalgeschützten Nachbarsbauten. Seine Architektur thematisiert den strukturellen Ausdruck der vorherrschenden Landungsstege, die das Gebiet prägen. Das Erdgeschoss ist geprägt durch überhohe Räume an den beiden Frontseiten – strassenseitig mit der Einstellhalle für die Dienstfahrzeuge und seeseitig mit der abschliessbaren Bootshalle für die Einsatzschiffe. Durch die neue Aufteilung lassen sich die betrieblichen Abläufe optimieren und die polizeilichen von den zivilen Aufgaben entflechten. Wasser- als auch landseitig ist die Anlage sehr übersichtlich gestaltet. Alle erforderlichen Infrastrukturen der Wasserschutzpolizei sind überirdisch angeordnet – Bootshalle und Garage, Garderoben mit Nasszellen, Tauchraum und Diensteingang im Erdgeschoss, Lager-, Technik sowie Ruheräume im 1. Obergeschoss. Die rund 20 zeitgemässen Arbeitsplätze für die Mitarbeitenden des Wachenbetriebs, dem Fachbereich Umweltdelikte und der Kommissariatsleitung der Wasserschutzpolizei befinden sich im 2. Obergeschoss.

Vom Herzstück des Neubaus, dem dreiseitig verglasten Kommandoraum im 2. Obergeschoss, haben die Einsatzkräfte eine optimale Sicht über das Zürcher Seebecken. Wie bereits im alten Wachengebäude ist an der südlichen Längsseite des Neubaus eine Züri WC-Anlage öffentlich zugänglich.

Eine bauliche Aufgabe in der Zürcher Seebucht zu planen ist an sich schon selten und reizvoll und der Umgang mit einer Parzelle, die genau die Grenze von Wasser und Land beinhaltet, bleibt eine Herausforderung. Ganz konkret war aber das Bauen an der Uferzone und im Wasser technisch und organisatorisch anspruchsvoll. Für den Bauprozess ergaben sich vollkommen andere organisatorische und bauliche Bedingungen und Abhängigkeiten, die in der Planung berücksichtigt werden mussten.
Piet Eckert, e2a Architekten AG, Zürich

Nachhaltige Deckung des Energiebedarfs und Aufwertung Uferzone

Der Neubau wurde im Minergie-ECO-Standard gebaut. Auf eine ressourcenschonende Materialisierung wurde grosser Wert gelegt. In das Tragwerk aus Beton ist ein «Holzkörper» einbeschrieben, der im Obergeschoss bis an die Betonfassade reicht und im Erdgeschoss Platz für Zugänge und Arkaden freispielt. Mit der nach Süden ausgerichteten Photovoltaik-Anlage auf dem westlichen Dachbereich werden rund 90 Prozent des Energiebedarfs der neuen Wache abgedeckt. Auf dem seeseitigen Bereich wurde eine biodiversitätsfördernde Flussuferlandschaft gestaltet. Diese dient der Ansiedlung der potenziell gefährdeten Flussseeschwalben, deren natürliche Brutplätze zunehmend unter Druck geraten sind. Zur Kompensation für den Ersatzneubau am See werden zudem rund 300 m² Seeuferfläche auf der gegenüberliegenden Seite zwischen dem Hafen Tiefenbrunnen und der Stadtgrenze zu Zollikon durch eine Abflachung und Renaturierung der Uferzone ökologisch aufgewertet.

Architekturwettbewerb

Zur Qualitätssicherung von Neubauten setzt das Amt für Hochbauten auf den Architekturwettbewerb. Im Jahr 2012 wurde ein einstufiger, anonymer Architekturwettbewerb im selektiven Verfahren gemäss Ordnung für Architektur- und Ingenieurwettbewerbe SIA 142 (Ausgabe 2009) mit anschliessender anonymer Überarbeitung mit zwei Teams durchgeführt. 12 Architekturteams haben einen Projektvorschlag eingereicht. Für Preise, Ankäufe und Entschädigungen standen 110 000 Franken (exkl. MwSt.) zur Verfügung. Für die Überarbeitung standen zusätzlich je 5 000 Franken pro Team zur Verfügung.

Nach einer unvorhergesehenen anonymen Überarbeitung mit zwei Teams hat sich die Jury für das Projekt «CORAY» entschieden. Das Projekt überzeugte mit seinem im Ausdruck sehr klaren, kompakten Baukörper, der mit einem kleinen Fussabdruck auskommt. Der städtebaulich, architektonisch und aussenräumlich überzeugende Neubau ergänzt das Ensemble der Clubhäuser in seiner Nachbarschaft in einer selbstbewussten, aber stimmigen und einfachen Art und Weise.

Situationsmodell CORAY
Situationsmodell CORAY

CORAY

1. Rang | 1. Preis
Antrag zur Weiterbearbeitung

  • Architektur
    E2A Eckert Eckert Architekten AG, Zürich

Standort

Wasserschutzpolizei Mythenquai

Weitere Informationen

Kontakt