Abfallverwertung & Entsorgung

Allmählich sinkende Abfallmengen und stabile Recyclingquoten
Abfälle sind eine Quelle für Rohstoffe. Dank Separatsammlung und Rückgewinnung von Metallen aus der Kehrichtverbrennung werden Stoffkreisläufe geschlossen. Der Bedarf an Primärrohstoffen sinkt – die Umwelt wird entlastet und Energie gespart. Die aus privaten Haushalten stammende Menge an Abfall ist in der Stadt Zürich über die Jahre leicht am Sinken. Gleichbleibend ist die Recyclingquote separat gesammelter Abfälle.

Aktuelle Situation

Rund 271 Kilogramm Abfall verursacht jede Zürcherin und jeder Zürcher im Jahr. Die Recycling-Quote von separat gesammelten Abfällen lag 2022 bei 45 Prozent. Die städtische Abfallbewirtschaftung ist auf einem hohen technischen Stand. Die Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz mit dem angeschlossenen Fernwärmenetz und der Produktion von 76 Gigawattstunden Strom im Jahr 2022 zählt zu den energieeffizientesten in Europa. Die Emissionen von Luftschadstoffen aus den Anlagen liegen weit unter den geltenden Grenzwerten. Nahezu 100 Prozent der Metalle aus den Haushaltsabfällen wird wiederverwertet.

*separate Sammlungen von Batterien, PET und Elektrogräten werden nicht durch ERZ durchgeführt und sind deshalb nicht aufgeführt.

Entwicklung der Separatabfälle, Papier in Tonnen

Entwicklung der Separatabfälle, Karton in Tonnen

Entwicklung der Separatabfälle, Bioabfall in Tonnen

Ursachen & Belastungen

Wertvolle Rohstoffe im Abfall

Private Haushalte und Unternehmen konsumieren Güter, welche am Ende ihrer Lebensdauer als Abfall anfallen. Insbesondere elektronische Güter wie Mobiltelefone und Laptops werden heute regelmässig ausgetauscht und entsorgt. Alle Produkte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Erdöl, Metalle oder seltene Erden. Diese Stoffe gehen verloren, wenn sie nicht mit technischen Massnahmen zurückgewonnen werden. Abfälle können auch gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Damit diese Schadstoffe nicht in die Umwelt gelangen, bedarf es effizienter Anlagen zur Abfallbehandlung sowie moderner Reststoffdeponien.

Stoffkreisläufe müssen geschlossen und die Lebenszyklen von Produkten verlängert werden.

Auswirkungen

Stoffkreisläufe schliessen

Rohstoffe werden knapper. Deren Gewinnung braucht oft viel Energie und beeinträchtigt die Umwelt. Die technische Gewinnung von Metallen zum Beispiel ist mit sehr hohen Umweltbelastungen und Energiekosten verbunden. Durch Recycling können wertvolle Ressourcen weiterverwendet werden. Um dauerhafte Verbesserungen herbeizuführen und die Umweltauswirkungen des Konsums zu reduzieren, sind jedoch weitergehende Massnahmen notwendig: Stoffkreisläufe müssen geschlossen und die Lebenszyklen von Produkten verlängert werden. Dies führt zur Vermeidung und Verminderung von Abfall.

Massnahmen der Stadt

Abfall vermeiden, vermindern, verwerten

  • Die Gruppe Kreislaufwirtschaft hat diverse Massnahmen in den Bereichen Abfallvermeidung, Schliessung von Stoffkreisläufen sowie Kollaboration und Kommunikation umgesetzt: Strategie gegen Littering, Kampagne «Zürich isst abfallfrei», Einführung eines Hol- und Bringtischs beim Cargo- und E-Tram, sowie der flächendeckenden Bioabfallsammlung.
  • Im Abfall- und Konsumunterricht lernt die junge Generation, mit den Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen. Im Jahr 2019 haben 6792 Schüler*innen daran teilgenommen. 2021 waren es – trotz des Hintergrunds der Corona-Pandemie – bereits 8574 Schüler*innen. 2022 konnten 5067 Schüler*innen im Abfallunterricht, 2467 im Wasserunterricht und 1886 im Energie- und Klimaunterricht geschult werden
  • Im Rahmen der Präventionsarbeit führt der Geschäftsbereich Stadtreinigung jedes Jahr Dutzende Aktionen mit Firmen und Schulklassen durch, an denen die Teilnehmenden Parkanlagen im öffentlichen Raum reinigen, Abfall einsammeln und Kleber an Kandelabern oder Pforten entfernen.
  • Rund 190 000 Zürcher*innen haben die Entsorgungs-App «Sauberes Zürich» seit der Lancierung 2016 heruntergeladen (Stand 2021). Seit 2020 kann die Sprache innerhalb der App von Deutsch auf Englisch umgeschaltet werden.
  • Im Jahr 2021 sind die Mengen Karton, die ERZ in den Quartieren gesammelt hat, gegenüber dem Vorjahr erneut um 25 Prozent angestiegen. Seit 2021 wird Karton alle zwei Wochen gesammelt, alternierend zur Papiersammlung.
  • Ein Kunststoff-Sammelversuch in zwei Quartieren der Stadt Zürich hat gezeigt, dass die separate Entsorgung von Kunststoff einem Bedürfnis der Bevölkerung entspricht. ERZ hat aus dem Versuch wertvolle Erkenntnisse zur Logistik und zur Verwertbarkeit der gemischten Kunststoffe gewonnen und bietet seit 2022 ein flächendeckendes Angebot in Zusammenarbeit mit dem Detailhandel an. Zurzeit bieten Migros und Mr. Green spezielle Plastik-Sammelsäcke an.
  • Ende November 2021 haben 84,1 Prozent der Stimmberechtigen der Stadt Zürich einen Rahmenkredit über 330 Mio. Franken für den Ausbau der Fernwärmeversorgung bewilligt. Neu mit Fernwärme erschlossen werden Gebiete in Wipkingen, Oberstrass, Unterstrass und Aussersihl sowie Guggach und Sihlquai. Mit dem Ausbau der Fernwärmeversorgung soll dieser Fernwärme-Anteil am städtischen Wärmebedarf bis 2040 auf rund 25 Prozent ansteigen.