Bei Femmes-Tische stehen die Moderatorinnen im Mittelpunkt. Sie laden andere Frauen, die dieselbe Sprache sprechen, zu Gesprächsrunden ein. In vertrauter Umgebung und in einer Sprache, in der sie sich wohlfühlen, tauschen sie sich über Themen wie Gesundheit, Erziehung und Prävention aus. Im Zentrum stehen das gemeinsame Lernen und die Stärkung sozialer Netzwerke.
Die Suchtpräventionsstelle unterstützt die Moderatorinnen, organisiert regelmässige Schulungen und hilft bei administrativen Fragen.
Femmes-Tische ist ein Angebot von Frauen für Frauen. Es erreicht Erziehende, die von bestehenden Elternbildungs- und Präventionsangeboten bisher wenig erreicht werden, etwa wegen Sprachbarrieren.
Im Erfahrungsaustausch unter Frauen teilen die Teilnehmenden ihr Wissen zu Gesundheit, Erziehung, Schule, Bildung und zum Alltag in der Schweiz, zum Beispiel zu Institutionen und Abläufen. So entstehen neue soziale Kontakte, und die Teilnehmerinnen können sich besser vernetzen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Aktuell werden die Gesprächsrunden in folgenden Sprachen durchgeführt:
Albanisch, Arabisch, Bengalisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Farsi, Italienisch, Japanisch, Kurdisch, Mandarin, Portugiesisch, Russisch, Somalisch, Spanisch, Tamilisch, Tigrinya und Türkisch.
Eine Moderierende erzählt auf Portugiesisch, was ihr an den Gesprächsrunden gefällt.
Ich heisse Laura und bin in Lissabon, Portugal, geboren. Ich bin seit ungefähr drei Jahren Moderatorin bei Femmes-Tische. Ich habe mich entschieden, bei Femmes-Tische mitzumachen, weil ich es sehr wichtig finde, dass sich Menschen in ihren Gemeinschaften gut integrieren können. Ich finde es besonders wichtig, dass Frauen zunehmend ihre Unabhängigkeit stärken und Zugang zu Informationen bekommen, die ihnen helfen, ihre eigene Lebensqualität und auch die ihrer Familie zu verbessern. Als Moderatorin bei Femmes-Tische kann ich andere Frauen kennenlernen, Erfahrungen miteinander teilen und gleichzeitig auch neue Erkenntnisse und Wissen gewinnen. Bei jeder Gesprächsrunde ist es mir wichtig, den anderen zuzuhören und den Teilnehmerinnen das Gefühl zu geben, dass ich für sie da bin – um zuzuhören, zu informieren und, wenn nötig, zu helfen. Bevor wir mit der Gesprächsrunde beginnen, erkläre ich deshalb auch die gemeinsamen Regeln. Für mich ist es besonders wichtig, dass alle respektvoll miteinander umgehen und dass jede Meinung respektiert wird. Jede Person soll sich frei äußern können und sich dabei gehört und ernst genommen fühlen.
Neben den Femmes-Tischen für Frauen bietet die Suchtpräventionsstelle auch ein Angebot für Männer an, die Männer-Tische. Beide Angebote sind Teil des nationalen Programms Femmes-Tische/Männer-Tische. Es setzt sich seit 1996 für Austausch und Weiterbildung im Alltag ein, richtet sich an Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache und wurde mehrfach ausgezeichnet. An zahlreichen Standorten in der Schweiz finden jährlich rund 2200 Gesprächsrunden in mehr als 20 Sprachen statt. Daran nehmen pro Jahr mehr als 12 000 Frauen und Männer teil.
8005 Zürich