Austausch unter Männern zu Familie, Erziehung und Alltag, in einer Sprache, in der Sie sich wohlfühlen.
Bei den Männer-Tischen stehen die Moderatoren im Mittelpunkt. Sie laden Männer, die dieselbe Sprache sprechen, zu Gesprächsrunden ein. In vertrauter Umgebung und in einer Sprache, in der sie sich wohlfühlen, sprechen sie über Themen wie Gesundheit, Erziehung und Prävention. Im Zentrum stehen das gemeinsame Lernen und die Stärkung sozialer Netzwerke.
Die Suchtpräventionsstelle unterstützt die Moderatoren, bietet Schulungen an und hilft bei organisatorischen Fragen.
Die Männer-Tische sind ein Angebot von Männern für Männer. Es erreicht Erziehende, die von bestehenden Elternbildungs- und Präventionsangeboten bisher wenig erreicht werden, etwa wegen Sprachbarrieren.
Männer tauschen ihre Erfahrungen im Familienalltag aus und lernen voneinander, etwa zu Gesundheit, Erziehung, Schule und Institutionen. Das stärkt soziale Kontakte und erleichtert die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Aktuell werden die Gesprächsrunden in folgenden Sprachen durchgeführt:
Albanisch, Arabisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Farsi, Italienisch, Somalisch, Spanisch, Tamilisch, Tigrinya und Urdu.
Ein Moderierender erzählt auf Tamil, was ihm an den Gesprächsrunden gefällt.
Ich stamme aus Sri Lanka und spreche Tamil. Seit über zehn Jahren moderiere ich Männer-Tische. Das gefällt mir, weil ich dabei andere Männer und Väter kennenlerne. Man tauscht sich aus, redet miteinander und knüpft Kontakte. Dabei kann jeder seine Meinung und seine Anliegen einbringen. Genau das schätze ich sehr. Ich leite die Männer-Tische, weil hier jeder das Recht hat, sich zu äussern und mitzureden. Die unterschiedlichen Meinungen finde ich spannend, und davon profitieren alle. Das ist mein Hintergrund, und deshalb leite ich diese Männer-Tische.
Ein Moderierender erzählt auf Farsi, was ihm an den Gesprächsrunden gefällt.
Hallo, ich bin Jawad. Ich komme aus Afghanistan und lebe seit fünfzehn Jahren in der Schweiz. Seit eineinhalb Jahren bin ich Moderator bei den Männer-Tischen. Mir gefällt es, mich mit anderen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und einander so zu helfen. Besonders schätze ich es, unterschiedliche Leute zu treffen, mich mit ihnen auszutauschen und ihre Erfahrungen zu hören. Für mich ist es wichtig, dass alle ihre Meinung ausdrücken können, auch wenn sie eine andere Meinung haben als ich.
Ein Moderierender erzählt auf Tigrinya, was ihm an den Gesprächsrunden gefällt.
Ich heisse Tekle. Ich komme aus Eritrea und wohne im Kanton Zürich in Hedingen. Seit Juli 2026 bin ich Moderator bei den Männer-Tischen, seither arbeite ich hier mit.
Der Grund, warum ich Moderator bin: Ich kann meinen Landsleuten wichtige Informationen weitergeben und mit ihnen teilen. Das gefällt mir sehr, besonders weil die Teilnehmer unterschiedlich alt sind. Wegen Sprachbarrieren erhalten nämlich nicht alle die gleichen Informationen. Deshalb ist es mir wichtig, mein Wissen mit ihnen zu teilen und die Männertische so zu unterstützen. Mit meinem Hintergrund und dem, was ich hier in der Schweiz erlebe, gebe ich mein Wissen weiter, damit auch andere genügend informiert sind.
Was mir bei den Gesprächen besonders wichtig ist: Es gibt Leute aus meinem Land mit ganz unterschiedlichem Wissen, manche haben viel Erfahrung, andere noch gar keine. Diese Menschen zusammenzubringen, liegt mir besonders am Herzen, zum Beispiel wenn es ums Leben in der Schweiz geht. Es gibt so viele Leute mit wertvollem Wissen, das sie teilen können. Wenn eine Community ihre unterschiedlichen Erfahrungen zusammenbringt, kann sie gemeinsam überlegen, wie man mit Herausforderungen umgeht. Ich höre zu, leite und koordiniere, und ich profitiere selbst sehr davon, wenn die Teilnehmer untereinander ihre Erfahrungen austauschen. Ich gebe ihnen die Gelegenheit, sich zu treffen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Obwohl alle aus Eritrea kommen, haben sie nicht denselben Hintergrund, aber jeder hat seine eigene Geschichte. Und genau das können sie miteinander teilen.
Neben den Männer-Tischen führt die Suchtpräventionsstelle ein analoges Angebot für Frauen, die Femmes-Tische, durch.
Beide Angebote sind Teil des nationalen Programms Femmes-Tische/Männer-Tische. Dieses setzt sich seit 1996 für die informelle Bildung von Menschen mit Migrationserfahrung ein und wurde mehrfach ausgezeichnet.
An zahlreichen Standorten in der Schweiz finden jährlich rund 2200 Gesprächsrunden in mehr als 20 Sprachen statt. Damit erreichen Femmes-Tische/Männer-Tische mehr als 12 000 Frauen und Männer pro Jahr.
8005 Zürich