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Zwangsheirat

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Zwangsheirat ist öfters Thema in den Medien. Über die Hintergründe und die Situation der Betroffenen ist bis anhin jedoch wenig bekannt. Dies veranlasste die Fachstelle für Gleichstellung, eine Studie in Auftrag zu geben, die Fragen nachging wie: Wann kann von Zwangsheirat gesprochen werden? Was unterscheidet sie von einer arrangierten Ehe? Welche Motive haben die Eltern, ihre Kinder in eine Zwangsehe zu drängen? Wen betrifft es überhaupt? Wie können junge Menschen beraten und unterstützt werden, wenn sie sich gegen eine Verheiratung zur Wehr setzen?


Studie und Broschüre

Die von der Fachstelle für Gleichstellung in Auftrag gegebene Studie wurde verfasst von den beiden Wissenschafterinnen Prof. Janine Dahinden und Priv.-Doz. Yvonne Riaño und erschien im SEISMO-Verlag Zürich unter dem Titel «Zwangsheirat: Hintergründe, Massnahmen, lokale und transnationale Dynamiken».

Die Fachstelle für Gleichstellung präsentiert die aus ihrer Sicht zentralen Ergebnisse – lesefreundlich aufbereitet und ergänzt mit einem historischen Exkurs – in der Broschüre «Zwangsheirat in Zürich. Hintergründe, Beispiele, Folgerungen». Die Broschüre kann kostenlos bei der Fachstelle bestellt werden.

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Tagung für Fachpersonen

Am 9. Dezember 2010 findet im Volkshaus Zürich die Tagung statt «Zwangsheirat – Hintergrundwissen, Herausforderungen, Handlungsstrategien».

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Zwangsheirat in Zürich

Es ist schwierig, exakte Zahlen zu Zwangsheiraten in Zürich zu erheben. Aber es ist klar: Zwangsheirat kommt auch in Zürich vor. Betroffen sind Angehörige verschiedener kultureller und religiöser Gemeinschaften. Verschieden und vielschichtig sind auch die Hintergründe und Ausprägungen von Zwangsheirat. Es wäre daher falsch, Zwangsheirat auf ein Zeichen verfehlter Integration zu reduzieren oder sie als ein «islamisches» Problem zu sehen.


Zwangsheirat hat verschiedene Gesichter

Zwangsheirat ist keine Frage der Religion oder der Nationalität. Sie kommt bei hinduistischen Tamilen, christlich-orthodoxen Assyrerinnen, alevitischen Kurden, katholischen Kosovarinnen oder bei muslimischen Türken vor. Betroffen sind Frauen wie Männer, allerdings haben sie je unterschiedliche Handlungs- und Machtspielräume. Die Gründe, weshalb Eltern die Ehe ihrer Kinder arrangieren oder sie in eine Ehe zwingen, sind vielfältig. Ebenso vielfältig sind die Gründe, weshalb die Kinder sich den Plänen ihrer Eltern fügen oder sich dagegen wehren.


Arrangierte Ehe und Zwangsehe

Zwangsehe ist nicht dasselbe wie eine arrangierte Ehe, die Übergänge allerdings sind fliessend: Eine arrangierte Ehe ist eine Ehe, die zwar von Dritten initiiert wird, der aber beide EhepartnerInnen freiwillig zustimmen. Zwangssituationen im Zusammenhang mit Heirat haben ihre Wurzeln in der Regel in arrangierten Ehen. Aber keineswegs alle arrangierten Ehen werden Zwangsehen.


Massnahmen gegen Zwangsheirat

Um die Zahl von Zwangsheiraten zu verringern, setzt die Fachstelle für Gleichstellung bzw. die Stadt Zürich auf folgende Massnahmen:

  • Schulungen von Fachpersonen, die von Betroffenen angegangen werden, so dass sie in der Lage sind, Wege aus der Zwangssituation aufzuzeigen
  • Broschüre mit Informationen zum Thema für LehrmeisterInnen, BerufsschullehrerInnen, SprachkursleiterInnen, LeiterInnen von Integrationskursen usw.
  • bessere Koordination zwischen den Beratungs- und Anlaufstellen
  • mehr Austausch unter Beratungsfachleuten zum einen und zwischen ihnen und Behörden zum andern
  • Prävention in den Schulen
  • Zusammenarbeit mit Migrationsvereinen und religiösen Gemeinschaften


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