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Zwangsheirat
Massnahmen gegen Zwangsheirat
Um die Zahl von Zwangsheiraten zu verringern, setzt die Fachstelle für Gleichstellung bzw. die Stadt Zürich auf folgende Massnahmen:
- Schulungen von Fachpersonen, die von Betroffenen angegangen werden, so dass sie in der Lage sind, Wege aus der Zwangssituation aufzuzeigen
- Broschüre mit Informationen zum Thema für LehrmeisterInnen, BerufsschullehrerInnen, SprachkursleiterInnen, LeiterInnen von Integrationskursen usw.
- bessere Koordination zwischen den Beratungs- und Anlaufstellen
- mehr Austausch unter Beratungsfachleuten zum einen und zwischen ihnen und Behörden zum andern
- Prävention in den Schulen
- Zusammenarbeit mit Migrationsvereinen und religiösen Gemeinschaften
Fortbildung für BeraterInnen
Unter dem Titel «Ja, ich muss: Zwangsheirat – Wie beraten?» findet am 17. November 2011 eine Fortbildung statt für Fachleute, die in der Beratung von jungen Erwachsenen tätig sind.
weitere Informationen zur Fortbildung
Fortbildung für Lehrpersonen
Unter dem Titel «Wenn die Eh(r)e zum Zwang wird» bietet die Fachstelle für Gleichstellung zusammen mit der Bildungsstelle Häusliche Gewalt Luzern am 8. Juni und 28. September 2011 eine Fortbildung für Lehrpersonen und andere Fachkräfte aus dem Schulumfeld an.
weitere Informationen zur Fortbildung
Übersicht: Neues Bundesgesetz – Was ändert sich?
Voraussichtlich in der Herbstsession 2011 behandelt das Eidgenössische Parlament das «Bundesgesetz über Massnahmen gegen Zwangsheiraten».
Der Bundesrat verabschiedete die Botschaft zum Bundesgesetz am 23. Februar 2011. Am 19. August 2011 stimmte die Staatspolitische Kommission (SPK) des Nationalrates mit grosser Mehrheit der vom Bundesrat vorgeschlagenen Gesetzesvorlage zu.
Die Fachstelle für Gleichstellung hat eine knappe Übersicht erstellt, was sich mit der neuen Gesetzgebung ändern wird.
CD mit Audiobeiträgen
Die CD «Z. Wangs Heirat – eine Weggeschichte» eignet sich ideal als Grundlage, um das Thema «Zwangsheirat» mit Jugendlichen oder Erwachsenen zu diskutieren.
Frauen und Männer aus verschiedenen Herkunftsländern und Altersgruppen erzählen von ihren Erfahrungen. Dazwischen sind Informationen zur rechtlichen Situation, Strasseninterviews und literarische Exkurse zu hören.
Inhalt der CD
Gesamtversion:
«Z. Wangs Heirat - eine Weggeschichte» (Dauer: 40:22)
Auszüge:
- Zwangsheirat - die rechtliche Lage in der Schweiz (1:55)
- Zwangsheirat - Strasseninterviews (4:16)
- Das Schweizer Familienrecht (0:50)
- Wilde Ehe in der Schweiz (2:54)
- Kollektive Ehre, Ehrverbrechen und Blutrache (3:06)
- Sommerferien im Kosovo (4:13)
- Heimliche Liebe - Sri Lanka(2:47)
- Ein Hirte aus Anatolien(2:45)
- Arrangierte Ehe einer Schweizerin (1:47)
- Ein Märchen(3:59)
- Informationen zur Produktion (0:37)
Hrsg: Fachstelle für Gleichstellung Stadt Zürich, Bildungsstelle Häusliche Gewalt Luzern
Produktion: Medien+TheaterFalle
Zürich 2010, total rund 1 Stunde Spielzeit
Fr. 20.–
Flyer für junge Frauen und Männer
Der Entscheid zur Ehe soll jede und jeder selber fällen. Alle haben das Recht, selber zu entscheiden, ob, wen und wann sie heiraten. Diese Botschaft vermittelt der Flyer, den die Fachstelle für Gleichstellung zusammen mit der Luzerner Bildungsstelle Häusliche Gewalt entwickelt hat.
Der Flyer richtet sich an junge Frauen und Männer, die potenziell selber von Zwangsheirat betroffen sind, oder in ihrem Freundeskreis von Zwangsheirat Betroffene haben. Der Flyer will Mut machen, sich gegen eine (drohende) Zwangsheirat zu wehren und sich Hilfe zu holen. Einige Tipps und Angaben zu Beratungsstellen helfen den Betroffenen dabei.
Der Flyer wird vor allem via Beratungsstellen, Schulen und JugendarbeiterInnen abgegeben. Er kann online bei der Fachstelle bestellt werden.
Studie und Broschüre
Zwangsheirat ist öfters Thema in den Medien. Über die Hintergründe und die Situation der Betroffenen war bis anhin jedoch wenig bekannt. Dies veranlasste die Fachstelle für Gleichstellung, eine Studie in Auftrag zu geben, die Fragen nachging wie: Wann kann von Zwangsheirat gesprochen werden? Was unterscheidet sie von einer arrangierten Ehe? Welche Motive haben die Eltern, ihre Kinder in eine Zwangsehe zu drängen? Wen betrifft es überhaupt? Wie können junge Menschen beraten und unterstützt werden, wenn sie sich gegen eine Verheiratung zur Wehr setzen?
Die von der Fachstelle für Gleichstellung in Auftrag gegebene Studie wurde verfasst von den beiden Wissenschafterinnen Prof. Janine Dahinden und Priv.-Doz. Yvonne Riaño und erschien im SEISMO-Verlag Zürich unter dem Titel «Zwangsheirat: Hintergründe, Massnahmen, lokale und transnationale Dynamiken».
Die Fachstelle für Gleichstellung präsentiert die aus ihrer Sicht zentralen Ergebnisse – lesefreundlich aufbereitet und ergänzt mit einem historischen Exkurs – in der Broschüre «Zwangsheirat in Zürich. Hintergründe, Beispiele, Folgerungen». Die Broschüre kann kostenlos bei der Fachstelle bestellt werden.
Zwangsheirat in Zürich
Es ist schwierig, exakte Zahlen zu Zwangsheiraten in Zürich zu erheben. Aber es ist klar: Zwangsheirat kommt auch in Zürich vor. Betroffen sind Angehörige verschiedener kultureller und religiöser Gemeinschaften. Verschieden und vielschichtig sind auch die Hintergründe und Ausprägungen von Zwangsheirat. Es wäre daher falsch, Zwangsheirat auf ein Zeichen verfehlter Integration zu reduzieren oder sie als ein «islamisches» Problem zu sehen.
Zwangsheirat hat verschiedene Gesichter
Zwangsheirat ist keine Frage der Religion oder der Nationalität. Sie kommt bei hinduistischen Tamilen, christlich-orthodoxen Assyrerinnen, alevitischen Kurden, katholischen Kosovarinnen oder bei muslimischen Türken vor. Betroffen sind Frauen wie Männer, allerdings haben sie je unterschiedliche Handlungs- und Machtspielräume. Die Gründe, weshalb Eltern die Ehe ihrer Kinder arrangieren oder sie in eine Ehe zwingen, sind vielfältig. Ebenso vielfältig sind die Gründe, weshalb die Kinder sich den Plänen ihrer Eltern fügen oder sich dagegen wehren.
Arrangierte Ehe und Zwangsehe
Zwangsehe ist nicht dasselbe wie eine arrangierte Ehe, die Übergänge allerdings sind fliessend: Eine arrangierte Ehe ist eine Ehe, die zwar von Dritten initiiert wird, der aber beide EhepartnerInnen freiwillig zustimmen. Zwangssituationen im Zusammenhang mit Heirat haben ihre Wurzeln in der Regel in arrangierten Ehen. Aber keineswegs alle arrangierten Ehen werden Zwangsehen.
Tagung für Fachpersonen
Am 9. Dezember 2010 fand im Volkshaus Zürich die Tagung statt «Zwangsheirat – Hintergrundwissen, Herausforderungen, Handlungsstrategien».
weitere Informationen zur Tagung

