Gründächer tragen zur Hitzeminderung auf städtischen Dachlandschaften bei. Durch die Verdunstung des zurückgehaltenen Regenwassers sorgen sie für ein angenehmeres Klima in den Obergeschoss- und Attikawohnungen. Die Regenwasserbewirtschaftung auf dem Dach trägt dazu bei, Wasserkreisläufe zu schliessen. Sie entlastet nicht nur die Kanalisation bei Starkregenfällen und trägt zu einem verbesserten Gewässerschutz bei, sondern wirkt sich ebenfalls vor Ort positiv auf die Materialalterung des Daches aus.
Gründächer sind Ersatzlebensräume für Tiere und Pflanzen und tragen zur städtischen Biodiversität bei. Über Samenflug, Vögel und Insekten stehen diese so genannten Trittsteinbiotope im Austausch mit bodengebundenen Lebensräumen und erhöhen die Vernetzung.
In Kombination mit Solaranlagen nutzen sie zudem vorhandene Flächen zur Stromproduktion nahe an den städtischen Verbraucher*innen. Um die Energieziele der Stadt wie auch des Bundes zu erreichen, sollen diese Flächen so grossflächig wie möglich genutzt werden.
Mit nachfolgenden Grundsätzen kann ein Solargründach erfolgreich geplant werden.
Eine optimale Koordination der Gewerke Gründach und Solaranlage ist möglichst frühzeitig sicherzustellen. Die benötigten Auflasten sind dabei möglichst früh in der Planung abzuklären und einzuplanen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind zu prüfen und einzubeziehen (siehe Unterkapitel: Nachrüstung von Solaranlagen, Dachsanierungen und Neubauten).
Die Planung der Dachbegrünung liegt idealerweise bei der Fachplanung, die für die Umgebungsgestaltung und Regenwasserbewirtschaftung (Entwässerung) zuständig ist. Die gemeinsame Planung mit der Planer*in der Solaranlage ist sicherzustellen. Weiter ist auch die Koordination mit Blitzschutz und Dachsicherheit (insbesondere Absturzsicherheit) für die Installation- und Unterhaltsarbeiten auf dem Solargründach zu gewährleisten. Zentrale Bedeutung für ein gelungenes Projekt hat eine frühzeitige realistische Kostenermittlung. Dazu ist die Hilfe von Unternehmern hilfreich.
- Aufständerung der Solarmodule
Die niedrigste Kante der Solarmodule soll mindestens 30 cm Höhenabstand zur Oberkante des Substrates einhalten. - Reihenabstände der Solarmodule
Für eine geeignete Pflege des Gründaches sind Reihenabstände von mindestens 50 cm zwischen den Reihen der Solarmodule zentral. - Ausrichtung
Eine Süd-Ausrichtung der Solarmodule ist bezüglich Dachunterhalt gegenüber Ost-West zu bevorzugen. Eine Ost-West Ausrichtung ist in jenen Fällen zu favorisieren, in denen deutlich mehr Solarmodule realisiert werden können. Diese sind für den zukünftigen Unterhalt des Solargründach in einer Schmetterlingsaufstellung anzuordnen.
- Genügend Substratstärke einplanen
Für ein ökologisch wertvolles Gründach ist eine Schichtstärke von mindestens 10 cm nach erfolgter Setzung einzuplanen. Dies entspricht mindestens 12 cm nach Schüttung. Dabei ist ein Qualitätssubstrat mit genügender Wasserrückhaltekapazität (>50 Vol.–%) und einem organischen Anteil (10–15 %) zu verwenden. Das Substrat dient in der Regel auch dazu, die Unterkonstruktion der Solarmodule zu ballastieren und ist Teil der Regenwasserbewirtschaftung. Weiter sind 10% der begrünbaren Flächen zur Biodiversitätsförderung mit erhöhter Substratstärke (20–30 cm) einzuplanen. - Geeigneter Pflanzenwuchs
Es ist ein an den Extremstandort Dach angepasstes Saatgut von CH-Ökotypen zu verwenden. Auf einem Solargründach ist eine niederwüchsige und für Solaranlagen empfohlene Saatmischung zu verwenden. - Verschattete und verwinkelte Flächen nutzen
Auf Dächern gibt es zahlreiche Stellen, die sich aufgrund ihrer Verschattung oder Verwinkelung nicht für die Solarstromproduktion eignen. Diese liegen beispielsweise oft neben Technikaufbauten für Lüftungen oder Dachaufstiegen. Sie bieten sich daher für gewisse Biodiversitätselemente wie Substrathügel oder Kleinstrukturen an.
Die Dachbegrünung hält Regenwasser zurück und kühlt gleichzeitig die Umgebung. Die Bewirtschaftung des Regenwassers auf dem Gründach ist in einem Regenwasserkonzept miteinzubeziehen, welches die Entwässerung des gesamten Grundstückes plant.
- Wurde die Planung der Solarmodule mit der Dachbegrünung koordiniert und ist ein ganzheitliches Konzept vorhanden?
- Ist ein Regenwasserkonzept vorhanden, welches ebenfalls mit dem Solargründach abgestimmt wurde?
- Sind die Schnittstellen und Verantwortlichkeiten für das Baugenehmigungsverfahren und die Ausschreibung aufeinander abgestimmt?
- Sind die Dachauflasten ganzheitlich geprüft und eingeplant worden?
- Sind die Investitionen zu Beginn sowie die Unterhaltskosten für die Gründachpflege und Wartung der Solaranlage eingeplant?
Je nachdem, ob es sich um die Nachrüstung einer Solaranlage auf einem bestehenden Dach oder um die Installation einer Solaranlage auf einem neu erstellten Dach eines Neubautes oder einer Dachsanierung handelt, gelten unterschiedliche Rahmenbedingungen und Empfehlungen für ein neues Solargründach:
Beatenplatz 2
8001 Zürich
Telefon +41 44 412 27 68
Telefonisch: Montag bis Freitag: 8-13 Uhr und 14-17 Uhr