Dieser Sommer ist geprägt von wenig Niederschlag und mehreren Hitzewellen. Anders als in den letzten Jahren registriert die Wasserversorgung Zürich folglich eine höhere Anzahl an Tagen mit Spitzenverbräuchen. Dabei handelt es sich um Tage mit hoher Trinkwassernachfrage. Dies ist auf umliegende Gemeinden zurückzuführen, die neben Zürich zum Versorgungsgebiet der Wasserversorgung Zürich gehören und einen Teil ihres Trinkwassers mit Züriwasser ergänzen.
Das Züriwasser setzt sich aus Quell-, See- und Grundwasser zusammen. Dank dieser drei Standbeine verfügen Zürich und die 67 umliegenden Gemeinden über eine hohe Versorgungssicherheit:
Mit dem Zürichsee steht ein Wasserreservoir zur Verfügung, das auch in lang anhaltenden Hitzeperioden nicht austrocknet. Im Durchschnitt stammen rund 70 Prozent des Zürcher Trinkwassers aus dem Zürichsee. Aufgrund des Seevolumens und der Wasserentnahme auf rund 30 Metern Tiefe, von wo aus das Seewasser zur Aufbereitung in die beiden Seewasserwerke gelangt, haben wenig Niederschlag und Hitze einen geringen Effekt auf das aufbereitete Trinkwasser aus dem See. Gerade in der aktuellen Situation beweist der Zürichsee seinen Stellenwert als zuverlässige und resistente Ressource. Auch in Zukunft bleibt der Zürichsee die wichtigste Trinkwasserressource für die Stadt und die Region.
Quell- und Grundwasser unterschieden sich darin, dass Quellwasser von selbst an die Oberfläche gelangt und Grundwasser aus der Tiefe hochgepumpt werden muss. Die Stadt Zürich verfügt über 160 Quellen, die sich an erhöhter Lage befinden, sowie über 120 Quellen im Sihl- und Lorzetal. In beiden Quellgebieten zeigen sich derzeit niedrigere Erträge.
Seit 1934, und somit seit über 90 Jahren, wird Trinkwasser aus dem Grundwasserfeld Hardhof gewonnen. Das Grundwasser fliesst wie ein mächtiger Fluss durch tiefer liegende Bodenschichten. Gespiesen wird der Grundwasserstrom von der Limmat und der Sihl sowie vom Regenwasser. Damit der Grundwasserspiegel nicht absinkt, wird im Hardhof Grundwasser angereichert. Es kann daher mehr Wasser aus dem Untergrund entnommen werden, als es das natürliche Grundwasservorkommen zulässt.
Rund 1280 Brunnen zählt die Stadt Zürich. Diese tragen viel zur Lebensqualität bei. Die Wasserversorgung Zürich hat sich bewusst gegen Brunnenabstellungen entschieden aufgrund des hohen Aufwands für Instandhaltung, Wiederinbetriebnahme und Hygiene. Bei heissen Temperaturen sind Brunnen wichtige Durstlöscher.