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Gleichstellungspreis

In der Stadt Zürich leben 430 000 Menschen in unterschiedlichen Familien- und Lebensformen. Die Gleichstellung von Frau und Mann, von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans und intergeschlechtlichen Menschen ist noch nicht erreicht – weder auf dem Papier noch in der Realität. Der Stadtrat prämiert deshalb innovatives und nachhaltiges Engagement für die Gleichstellung mit einem Preis von 20 000 Franken.

Preisverleihungsfeier vom 5. Juli 2021

An der Feier im Stadthaus übergab Stadtrat Michael Baumer den Gleichstellungspreis 2021 der Stadt Zürich der Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich SPAZ. 

Würdigung: Stadtrat Michael Baumer, Stadtrat Michael Baumer, Vorsteher Departement der Industriellen Betriebe und Vorsitzender der Jury Gleichstellungspreis
Laudatio: Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss
Musik: Clara Moreau, Sängerin und Akkordeonistin
Reden: Bea Schwager, Leiterin der SPAZ, und drei Mitglieder des Colectivo sin papeles

Zur Videoaufzeichnung

Zu den Fotos 

Gewinnerin 2021: Die Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich SPAZ

Engagement für Sans-Papiers Frauen

Die Anlaufstelle Sans-Papiers Zürich SPAZ setzt sich seit 2005 für eine Verbesserung der Situation von Sans-Papiers ein. Dabei legt sie ein besonderes Augenmerk auf Sans-Papiers Frauen. Frauen ohne geregelten Aufenthalt sind durch ihre Stellung als Frau und teilweise als Mutter besonders verletzlich. Viele von ihnen arbeiten unter prekären Bedingungen als Angestellte in Privathaushalten, wo sie Reinigungs- und Betreuungsarbeit leisten. Die SPAZ engagiert sich zu ihrem Schutz vor (sexueller) Ausbeutung und unterstützt die Frauen dabei, städtische Angebote wie die Gesundheitsversorgung und Altersvorsorge in Anspruch zu nehmen. Viele der betroffenen Frauen sind alleinerziehende Mütter. Diese begleitet die SPAZ in emotionaler und materieller Hinsicht sowie bei Anliegen in Zusammenhang mit Geburten, Mutterschaft oder Einschulungen ihrer Kinder. Damit leistet die SPAZ einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellung von Sans-Papiers Frauen in der Stadt Zürich.

www.sans-papiers-zuerich.ch

Link zur Medienmitteilung

 

Ein Preis des Stadtrats

Der Stadtrat macht sich stark dafür, dass alle Zürcherinnen und Zürcher die gleichen Rechte und Chancen bekommen: Frauen, Männer, Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen. Seit 1997 gibt es deshalb den Gleichstellungspreis der Stadt Zürich.

Mit dem Preis würdigt der Stadtrat ausserordentliche Leistungen zugunsten der Gleichstellung. Der Preis ist mit 20 000 Franken dotiert. Er wird alle zwei Jahre bei einer Feier im Stadthaus Zürich verliehen. Die nächste Ausschreibung und Preisverleihung erfolgt 2023.

Im Gleichstellungspreisreglement sind die Zusammensetzung, Wahl und Organisation der Jury, sowie das Verfahren über die Verleihung des Gleichstellungspreises geregelt.

Was ist preiswürdig?

Jede Aktivität (als Projekt oder dauerhafte Leistung), die gleiche Rechte und gleiche Chancen für eine oder mehrere Zielgruppen anstrebt: für Frauen, Männer, Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen.  

Mögliche Themen und Felder:

Wirtschaft/Arbeit

  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • familienfreundliche Personalpolitik
  • Lohngleichheit
  • gerechte Verteilung von unbezahlter und bezahlter Arbeit
  • Förderung einer ausgewogenen Geschlechterverteilung im Kader
  • Qualifizierungsmassnahmen für Migrantinnen
  • homo- und transfreundliche Betriebskultur

Bildung

  • gendersensibler Unterricht 
  • gendersensible Lehrmittel
  • Förderung einer offenen Berufswahl bei Kindern und Jugendlichen
  • betriebliche Weiterbildungsmassnahmen zur Förderung der Gleichstellung

Jugendarbeit

  • Projekte, die gängige Rollenmuster hinterfragen
  • Prävention von Homo- und Transfeindlichkeit

Abbau von Gewalt

  • Bekämpfung von häuslicher Gewalt
  • Präventionsmassnahmen gegen sexuelle und sexistische Belästigung
  • geschlechtsspezifische Gewaltprävention

Medien / Kultur

  • Auseinandersetzung mit gängigen Geschlechterbilder, mit Sexismus,  Homo- und Transfeindlichkeit in Sprache und Werbung

Politik / Stadtentwicklung

  • Förderung einer ausgewogenen Partizipation und Repräsentation aller Geschlechter

Bedingungen

Wer kann sich für den Gleichstellungspreis bewerben?

Nichtregierungsorganisationen, Institutionen, Vereine, Gruppierungen, Unternehmen sowie Einzelpersonen, die alle der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie haben Ihren Wohn- bzw. Firmensitz in der Stadt Zürich.
  • Ihre Aktivitäten für die Gleichstellung kommen den Einwohnenden der  Stadt Zürich zugute.

Wer kann sich nicht bewerben?

  • Projekte, die vorwiegend von der öffentlichen Hand finanziert werden.
  • Projekte, die kommerzieller Natur sind.
  • Organisationen, die bei den letzten drei Verleihungen ausgezeichnet wurden.

Bewerbungsunterlagen einreichen

Die Ausschreibung  des nächsten Gleichstellungspreises erfolgt voraussichtlich im Januar 2023.

Jury

Eine Jury überprüft die Bewerbungen und unterbreitet dem Stadtrat eine begründete Empfehlung für die Auszeichnung. Die Jurymitglieder sind Persönlichkeiten, die sich für die Gleichstellung engagieren. Sie werden vom Stadtrat gewählt.
Vorsitzender der Jury ist Stadtrat Michael Baumer.

Die Jurymitglieder sind:
Nicole Althaus (Journalistin, Mitglied der Chefredaktion NZZ am Sonntag, ehemalige Chefredaktorin «wir eltern», Initiantin «Mamablog» im Tages-Anzeiger)
Stephan Bernard (Rechtsanwalt, Mediator)
Serena O. Dankwa (Sozialanthropologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin FHNW)
Daniel Huber (ehem. Geschäftsführer der Fachstelle UND Familien und Erwerbsarbeit für Männer und Frauen, ehem. Mitglied und Co-Präsidium Gleichstellungskommission)
Chitra Russo-Chrysostom (Sozialarbeiterin, ehem. Vorstandsmitglied des Ausländerinnen- und Ausländerbeirats, ehem. Mitglied Gleichstellungskommission).

Sekretariat

Das Sekretariat des Gleichstellungspreises wird von der Fachstelle für Gleichstellung geführt. Die Fachstelle prüft die Bewerbungen auf die formellen Zulassungsbedingungen und leitet sie an die Jury weiter. Sie koordiniert die Sitzungen und organisiert die Feier.

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