Lärm

Rund 30 Prozent der Stadtbevölkerung von Strassenlärm belastet
Zürich ist eine lebendige Stadt. Das grosse Angebot an Kultur und Veranstaltungen, die dynamische Wirtschaft und die hohe Mobilität zeichnen Zürich aus, verursachen gleichzeitig aber auch viel Lärm. Die Dringlichkeit und der Handlungsbedarf für Lärmschutz nimmt mit dem erwarteten Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum sowie dem Trend hin zu einer 24-Stunden-Gesellschaft weiter zu.

Aktuelle Situation

Hauptverursacher der Lärmbelastung ist der Strassenverkehr. Rund 125 000 Personen wohnen in einem Gebäude mit Lärmbelastungen über den rechtlich geltenden Grenzwerten. In der Nacht gelten strengere Lärmgrenzwerte als am Tag. Der Anteil übermässig lärmbelasteter Personen ist in der Nacht höher als am Tag. Obwohl für betrieblich genutzte Gebäude weniger strenge Lärmgrenzwerte gelten als für Wohnbauten, sind rund 20 000 Personen an ihrem Arbeitsplatz übermässigen Lärmbelastungen ausgesetzt.

Lärmbelastung in Prozent der Stadtbevölkerung durch Strassenverkehr (Stand 2022).

Neben dem Strassenlärm stellt vor allem der Alltagslärm (Freizeitlärm, Verhaltenslärm) in öffentlichen Räumen, vor allem während der Nachtruhe, einen Konflikt zwischen den Ansprüchen einer belebten Stadt und dem Ruhebedürfnis der Bevölkerung dar.

Zukünftige Entwicklung des Lärms

Um die Lärmschutzgrenzwerte einzuhalten und die Anzahl lärmbetroffener Personen langfristig zu senken, müssen die Verkehrs- und Siedlungsplanung, Mobilitäts- und Ruhebedürfnisse aufeinander abgestimmt werden. So können Strassenräume aufgewertet und ruhige Quartiere erhalten bleiben. Die Lärmsanierung der Strassen ist eine Daueraufgabe. Die geplante Umsetzung von Massnahmen an der Quelle wird dazu führen, dass die Strassenlärmbelastung abnimmt. Mit dem Bevölkerungswachstum könnte die Anzahl belasteter Personen stellenweise zunehmen. Wichtig ist deshalb eine frühzeitige Berücksichtigung der Lärmsituation bei Planungsprozessen und Bauprojekten.

Durch die geplante Innenverdichtung mit steigenden Bevölkerungszahlen und zunehmender Nutzungsdurchmischung nimmt der Alltagslärm zu. Veranstaltungen, die Ausgehszene, aber auch der Trend hin zu einer 24-Stunden-Gesellschaft sowie Liberalisierungstendenzen, die längere Öffnungszeiten vorsehen, stehen dem Bedürfnis nach Ruhe gegenüber – insbesondere in den Nachtstunden. Es braucht Kompromisse zwischen einer lebendigen Stadt und dem Bedürfnis nach Ruhe, insbesondere in den Nachtstunden.