Lärm

Knapp ein Drittel der Stadtbevölkerung von Lärm belastet
Rund ein Drittel der Stadtzürcher Wohnbevölkerung ist durch übermässigen Strassenverkehrslärm belastet. Lärm schadet der Gesundheit. Die wichtigste Lärmquelle ist der Strassenverkehr. Die Stadt hat deswegen Strassenlärmsanierungsprojekte ausgearbeitet.

Aktuelle Situation

Hauptverursacher der Lärmbelastung ist der Strassenverkehr. Rund 140 000 Personen sind zuhause Lärmbelastungen über den rechtlich geltenden Grenzwerten ausgesetzt. Davon sind rund 10 000 über dem Alarmwert belastet. In der Nacht gelten strengere Lärmgrenzwerte als am Tag. Der Anteil übermässig lärmbelasteter Personen ist in der Nacht um rund 10 Prozent höher als am Tag. Obwohl für betrieblich genutzte Gebäude weniger strenge Lärmgrenzwerte gelten als für Wohnbauten, sind rund 29 000 Personen an ihrem Arbeitsplatz übermässigen Lärmbelastungen ausgesetzt. Rund 26 000 dieser Personen sind über dem Alarmwert belastet.

Lärmbelastung der Stadtbevölkerung durch Strassenverkehr in Prozent

Zukünftige Entwicklung des Lärms

Der Anteil lärmbelasteter Personen wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. In den verdichteten Siedlungen leben die Menschen auf engerem Raum und mit der Umnutzung von Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben wohnen immer mehr Menschen in lärmigen Gebieten. Gleichzeitig steigt das Mobilitätsbedürfnis, und mit dem Trend zur 24-Stunden-Gesellschaft vermischen sich die Zeiten von Arbeit und Freizeit. Dadurch verschlechtert sich die Qualität der Nachtruhe.

Ursachen & Belastungen

Mehr Menschen, mehr Mobilität, mehr Lärm

Der Lärm, der durch motorisierten Individualverkehr (Autos, Lastwagen und Motorräder) und öffentlichen Verkehr (Bus und Tram) entsteht, überschreitet die gesetzlichen Grenzwerte entlang von rund 230 Strassenkilometern. Zusätzlich tragen Schienenverkehr, Industrie und Gewerbe (z. B. Maschinen, Gastronomie), Baustellen, Schiessanlagen oder Freizeitaktivitäten (z. B. Sport- oder Konzertanlässe) sowie im Raum Zürich Nord auch der Flugverkehr zur Lärmbelastung in der Stadt bei. Innerhalb von Gebäuden können Lüftungen, Klimaanlagen oder der Trittschall aus Nachbarwohnungen zu Lärmbelästigungen führen.

Auswirkungen

Der Körper reagiert auf Lärm mit der Ausschüttung von Stresshormonen. Auf Dauer kann dies die Gesundheit schädigen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie Diabetes steigt und es treten vermehrt psychische Krankheitssymptome auf.  

Lärm führt zu Stress und Lärm beeinträchtigt das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Menschen.

Lärm führt zudem zu Wertverlusten bei Liegenschaften. Immobilienbesitzerinnen und Immobilienbesitzer verzichten aufgrund ungünstiger Entwicklungsperspektiven in Gebieten mit hoher Lärmbelastung auf Investitionen. Die Gebäude werden nicht mehr Instand gehalten und die Attraktivität des gesamten Quartiers nimmt ab. Anwohnerinnen und Anwohner, die es sich leisten können, wandern ab in ruhigere Aussenbezirke. Die Abwanderung führt zu einer räumlichen Konzentration sozialer Probleme. 

Die Bundesämter für Raumentwicklung (ARE) und Umwelt (BAFU) rechnen mit jährlichen Folgeschäden durch Verkehrslärm von 2,6 Milliarden Franken. Etwa 45 Prozent davon betreffen die Wertverminderung von Liegenschaften, 55 Prozent sind Gesundheitskosten. Gebäude an lauten Lagen haben einen um bis zu 20 Prozent tieferen Liegenschaftswert (Quelle Umweltbericht KTZH 2018).

Massnahmen der Stadt

Temporeduktionen

Durch Temporeduktionen – insbesondere durch Tempo 30 – kann nicht nur die Lärmbelastung verringert werden. Auch die Verkehrssicherheit erhöht sich für alle Verkehrsteilnehmenden. Zudem führt Tempo 30 bei höherem Verkehrsaufkommen zu einer Verstetigung des Verkehrsflusses.

Lärmschutzprojekte

In den letzten Jahren erarbeitete die Stadt Lärmschutzprojekte für alle 12 Stadtkreise und legte sie öffentlich auf. Sie sehen vor allem Temporeduktionen als effektivste und kostengünstigste Lösung vor. Mit der Umsetzung der Projekte profitieren 25 000 Personen von einer Reduktion der Lärmbelastung.

Temporeduktionen nachts und lärmarme Beläge

Als zusätzliche Massnahme hat die Stadt Temporeduktionen auf 30 Stundenkilometer nachts im Rahmen eines Pilotversuchs geprüft. Zudem laufen Tests mit lärmarmen Belägen. Falls sie sich als geeignet erweisen, sollen sie in Zukunft ergänzend eingesetzt werden.

Lärmschutzwandprojekte

Die Realisierung von 15 Lärmschutzwand-Projekten ist abgeschlossen.