Ernährung

Nachhaltig ernähren
Die Stadtzüricher Ernährung hat Auswirkungen auf Zürich selbst, die Schweiz und das Ausland. Für eine wirksame Reduktion der Umweltwirkung der Ernährung braucht es Veränderungen bei der Produktion, dem Konsum und den Lebensmittelabfällen. Die Stadt Zürich engagiert sich im Auftrag des Stimmvolkes für eine nachhaltige Ernährung. Die Strategie nachhaltige Ernährung konkretisiert die Vorbildrolle in den eigenen Betrieben. Der zweite wichtige Pfeiler ist der Dialog mit der Öffentlichkeit.

Einkaufskorb & Lebensmittelabfälle

Wie unser Einkaufskorb und Abfalleimer mit der Umwelt verbandelt ist

Die Ernährung ist ein wesentlicher Faktor für die derzeitige Übernutzung der natürlichen Ressourcen. Sie verursacht schweizweit einen Viertel der Umweltbelastung und 20 Prozent der Treibhausgasemissionen unseres Konsums. Die Lebensmittelproduktion und die damit verbundenen Landnutzungsänderungen tragen zur Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosphäre bei (siehe Klimawandel). Schwermetalle aus Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln gefährden Böden und die menschliche Gesundheit. Obwohl es genug Biodiversitätsförderflächen gibt, bestehen regionale Defizite. Die Qualität und die Vernetzung reichen nicht aus, um den Biodiversitätsverlust zu stoppen (siehe Biodiversität). Um die Umweltwirkung der Ernährung wirksam zu reduzieren, sind Veränderungen in Produktion und Konsum nötig.

Die drei wirksamsten Hebel dabei sind: 

Reduktion von Lebensmittelabfällen

Heute geht in der Schweiz rund ein Drittel aller Lebensmittel verloren. Die Verursacher von Umweltbelastung durch Lebensmittelabfälle sind:

  • Haushalte (38 %)
  • Lebensmittelindustrie (27 %)
  • Gastronomie (14 %)
  • Landwirtschaft (13 %)
  • Gross- und Detailhandel (8 %)

Auch nicht genutzte Lebensmittel verbrauchen Ressourcen, etwa bei der Produktion, dem Transport und der Verarbeitung. Zwei Drittel dieser Lebensmittel sind geniessbar. Mit einer vollständigen Nutzung aller Lebensmittel könnte die Umweltbelastung der Ernährung um ca. 22 Prozent gesenkt werden.

Ausgewogene Ernährung

Der Inhalt des Einkaufkorbes beeinflusst entscheidend die Umweltbelastung. Tierische Lebensmittel, wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte tragen überproportional stark zur Umweltbelastung bei. Pflanzliche Lebensmittel hingegen belasten die Umwelt weniger.  Nachhaltige Ernährung heisst ausgewogen und umweltfreundlich essen – vorwiegend pflanzlich, massvoll bei Fleisch, Fisch und Tierischem. Eine nachhaltige Ernährung nach diesem Muster geht Hand in Hand mit einer gesunden Ernährung, wie sie von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfohlen wird.

Nachhaltige Produkte

Produktion und Transport haben ebenfalls einen Einfluss auf die Umweltbelastung. In der Schweiz gelten relativ hohe Mindestanforderungen an die landwirtschaftliche Produktion (ökologischer Leistungsnachweis). Viele Landwirt*innen halten darüber hinaus höhere Anforderungen an die Umweltfreundlichkeit ihrer Produktion ein und zeichnen dies auf ihren Produkten aus (z. B. Bio Suisse, IP Suisse). Weitere wichtige Treiber für die Umweltbelastung sind fossil beheizte Gewächshäuser und (Flug-)Transporte. In der Praxis kann dies durch die Wahl empfehlenswerter Label sowie saisonaler und regionaler Produkte gezielt unterstützt werden.

Einfluss einer Schweizer Durchschnittsernährung auf die Umwelt (CO2-Equivalente) (Quelle: Energieforschung Zürich (2012) Umweltbelastungen des Konsums in der Schweiz und in der Stadt Zürich).

Massnahmen der Stadt Zürich

Ernährungsstrategie

Die Stadt Zürich engagiert sich im Auftrag des Stimmvolkes für eine nachhaltige Ernährung. In der Strategie nachhaltige Ernährung Stadt Zürich werden erstmals Herausforderungen und Chancen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Ernährung aufgezeigt. Erklärtes Ziel ist, in den eigenen Betrieben eine Vorbildrolle einzunehmen, mit der Öffentlichkeit in Dialog zu treten und diese zu informieren. Zur Unterstützung der Vorbildrolle wurden quantitative Ziele für die städtischen Verpflegungsbetriebe formuliert. Weiter wurden in fünf Handlungsfeldern konkrete Massnahmen festgelegt. Die Ernährungsstrategie wurde 2023 überprüft und punktuell weiterentwickelt.  Die vielfältigen, bereits laufenden städtischen Aktivitäten sollen auch weiterhin mit stadtintern und externen Partnern koordiniert und in ihrer Wirkung verstärkt werden. Die Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen sowie Akteur*innen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft bei der Planung und Umsetzung steht dabei im Vordergrund.

Umweltbelastung des städtischen Lebensmittel-Warenkorbes

Die Stadt Zürich nimmt eine Vorbildrolle mit ihren Verpflegungsbetrieben ein. Zu den rund 165 städtischen Verpflegungsbetrieben zählen das Stadtspital, die Gesundheitszentren für das Alter, Personalrestaurants und die schulische Betreuung. Sie produzieren jährlich rund 8,3 Millionen Mahlzeiten. Die städtischen Verpflegungsbetriebe haben vier Nachhaltigkeitsziele für die Ernährung zu erfüllen:

  • Reduktion des Umweltfussabdrucks durch die Ernährung
  • Reduktion von Food-Waste (Lebensmittelverluste) 
  • Ein gesundes und ausgewogenes Angebot 
  • Mehr nachhaltige Produkte einkaufen (z. B. Bio oder Fairtrade) 

Umweltbelastung der Erwachsenenernährung in den Verpflegungsbetrieben der Stadt Zürich

ErwachsenenverpflegungEinheit2020202120222023ZielZieljahr
UmweltfussabdruckUBP/kg93409860****74722030
Food-Wasteg/Teller*886757502030
Nachaltige Produkte 13 %18 %25 %27 %50 %2026

Umweltbelastung der Kinderernährung in den Verpflegungsbetrieben der Stadt Zürich

KinderverpflegungEinheit2020202120222023Ziel Zieljahr
UmweltfussabdruckUBP/kg99288941****74722030
Food-Wasteg/Teller*403828302030
Ausgewogenes Angebot (NutriMenu)% des Angebotes entspricht SGE Empfehlungen*83 %79 %81 %90 %2030
Nachhaltige Produkte*** ******24 %35 %50 %2026

Legende:
  • UPB/kg   Umweltbelastungspunkte pro Kilogramm eingekaufter Lebensmittel
  • *   keine Zahlen, Messung aufgrund COVID-Lockdown abgebrochen
  • **   Auswertung folgt bis Ende 2024
  • ***   Messung in Schulen noch nicht flächendeckend durchgeführt

Jährliches Monitoring der vermeidbaren Lebensmittelverluste (Food-Waste)

Um das quantitative Ziel der Senkung von Lebensmittelverlusten zu erreichen, geht die Stadt Verbesserungen direkt bei den eigenen Verpflegungsbetrieben an. In allen städtischen Verpflegungsbetrieben werden jährlich während drei Wochen alle vermeidbaren Lebensmittelverluste gemessen. Basierend auf den Resultaten werden Potentiale zur Verminderung identifiziert und Massnahmen ergriffen. Das Ziel ist, die vermeidbaren Lebensmittelverluste bis