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Weiterbildung hoch im Kurs

15. Mai 2013 - Judith Riegelnig

Am Feierabend ein Fachbuch lesen oder am Wochenende freiwillig einen Kurs besuchen:  Für einen Grossteil der Stadtzürcher Bevölkerung ist dies selbstverständlich. In der Stadt Zürich wird das beträchtliche Bildungsangebot rege genutzt.

In diesem Webartikel werden nicht-formale Weiterbildungen wie Kurse und Seminare sowie selbstständiges Lernen betrachtet.  Formale Ausbildungen wie Lehre, Maturität oder Masterstudiengänge sind davon ausgeschlossen.

Fast zwei Drittel der Stadtzürcher Bevölkerung haben 2011 an mindestens einem Weiterbildungsangebot teilgenommen, zum Beispiel an einem Kurs, einem Seminar oder einer Ausbildung am Arbeitsplatz. Zahlreiche Personen besuchten sogar mehr als eine Weiterbildung innerhalb eines Jahres. Frauen und Männer bildeten sich etwa gleich häufig weiter. Mehr als die Hälfte der Personen brachte sich zudem selbstständig etwas bei. Die Stadtzürcher Bevölkerung zeigte sich in ihrem Weiterbildungsverhalten ähnlich lernbegierig wie die übrigen Schweizerinnen und Schweizer.

Selbstständiges Lernen und besuchte Weiterbildungen der Stadtzürcher Bevölkerung
Grafik 1: Selbstständiges Lernen und besuchte Weiterbildungen der Stadtzürcher Bevölkerung

Kurse stellen die meistbesuchte Weiterbildungsart dar. Ein Kurs geht typischerweise über mehrere Zeitpunkte und wird von einer Fachperson zu einem bestimmten Thema durchgeführt. 44 Prozent der Stadtzürcher Bevölkerung besuchten entweder in ihrer Freizeit oder während der Arbeitszeit einen Kurs. Frauen haben deutlich häufiger von einem Kursangebot Gebrauch gemacht als Männer. Die 25- bis 34-Jährigen nahmen besonders häufig an Kursen teil.

Karriereschub erhofft

Am beliebtesten waren wissenschaftliche Weiterbildungsangebote, beispielsweise in den Bereichen Naturwissenschaften, Ökonomie oder Recht. Ebenfalls gut besucht waren Angebote zur Persönlichkeitsbildung – vom Meditationskurs über Arbeitstechnik bis hin zur Lebensberatung. Auch Weiterbildungen zum Thema Finanzen und Verkauf fanden grossen Anklang. Sprachkurse folgten hinter Informatikweiterbildungen erst auf Platz fünf. Frauen nahmen bevorzugt an Weiterbildungsangeboten zur Persönlichkeitsentwicklung teil, während sich bei den Männern Angebote zum Thema Finanzen und Verkauf grosser Beliebtheit erfreuten.

Die Mehrheit der Bevölkerung bildete sich aus beruflichen Gründen weiter. Persönliches Interesse war aber trotzdem der meistgenannte Grund für die Teilnahme an einer Weiterbildung. Für viele war auch von Bedeutung, bessere Arbeit leisten zu können oder etwas Nützliches für den Alltag zu lernen. In rund einem Viertel der Fälle war eine Teilnahme an einer bestimmten Weiterbildung obligatorisch.

Gründe für eine Weiterbildung (Mehrfachnennungen möglich)
Grafik 2: Gründe für eine Weiterbildung (Mehrfachnennungen möglich)

Zeitmangel ist grösster Hinderungsgrund

Jede zehnte Person hat keine Weiterbildung besucht, hätte dies jedoch gerne getan. Eine von vier Personen hat zwar an einer Weiterbildung teilgenommen, hätte aber gerne noch mehr besucht. In dieser Gruppe waren Frauen deutlich zahlreicher als Männer. Personen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren waren am häufigsten verhindert eine gewünschte Weiterbildung zu machen. Als Hauptgrund wurde oft Zeitmangel genannt. Der zweithäufigste Grund waren zu hohe Kurskosten. Von Frauen wurde als Hinderungsgrund auch oft die hohe familiäre Belastung genannt.

Mehr als die Hälfte lernt für sich allein

55 Prozent haben angegeben, dass sie am Arbeitsplatz oder in der Freizeit bewusst versucht haben, eigenständig etwas zu lernen oder sich etwas beizubringen.  Drei von fünf dieser Personen, die für sich selbst etwas lernten, taten dies beruflich. Oft verwendeten die Selbstlernenden für ihre Weiterbildung Fachliteratur (81 %). Das Lernen via Computer und Internet wurde ebenfalls relativ oft angewandt (66 %). Etwas weniger häufig lernten die Personen von anderen, beispielsweise ihren Arbeitskollegen. Den Fernseher nutzte jede fünfte Person als Lernmedium. Auch beim eigenständigen Lernen waren wissenschaftliche Themen besonders beliebt. Informatik und Sprachen wurden ebenfalls vermehrt autodidaktisch gelernt.

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