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30. Juli 2013: Beliebtes Stockwerkeigentum

30. Juli 2013 - Michael Böniger

Ist das Stockwerkeigentum die Wohnform der Zukunft? Begrenzter Platz, hohe Landpreise und wenige freie Bauflächen machen den Bau von Einfamilienhäusern in städtischen Gebieten teuer. So stellt der Bau von Eigentumswohnungen in der Stadt Zürich eine Alternative dar. In den letzten Jahren hat diese Eigentumsform stark zugenommen. Attraktiv ist das Stockwerkeigentum wegen seines Angebots an grossflächigen und komfortablen Wohnungen. Zudem begünstigen die zurzeit tiefen Zinsen den Erwerb von Wohneigentum zusätzlich.

Ende 2012 befanden sich in der Stadt Zürich 17 553 Wohnungen im Stockwerkeigentum. 1993 waren es erst rund 7600 Objekte. Durch dieses enorme Wachstum hat das Stockwerkeigentum seine Marktstellung deutlich verbessert: Betrug der Anteil am Gesamtwohnungsbestand im Jahr 1993 noch 4,0 Prozent, so liegt dieser Wert im Jahr 2012 bei 8,3 Prozent. Davon wurde jede fünfte Wohnung im Stockwerkeigentum nach 2001 erstellt.

Entwicklung des Stockwerkeigentums in der Stadt Zürich, 1993-2012
Grafik 1: Entwicklung des Stockwerkeigentums in der Stadt Zürich, 1993-2012

Zu einer steigenden Zahl der Stockwerkeigentums-Wohnungen führte einerseits die Neubauaktivität, andererseits war die Änderung der Eigentumsart von Gebäuden ebenso bedeutend. Zu Abbrüchen von Stockwerkeigentums-Wohnungen kam es in den letzten zehn Jahren nur vereinzelt.

Zwischen 2002 und 2012 wurden 3085 Stockwerkeigentums-Wohnungen errichtet; weitere 2594 Objekte entstanden aufgrund der Änderung der Eigentumsform. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Zunahme um 3,5 Prozent des Stockwerkeigentums-Bestandes in den letzten zehn Jahren. 

Entwicklung des Stockwerkeigentums, 2000-2012
Grafik 2: Entwicklung des Stockwerkeigentums, 2000-2012

Aktuelle Preisentwicklung

Die Nachfrage nach Stockwerkeigentum auf dem Stadtzürcher Immobilienmarkt ist hoch und das Angebot knapp. Dies scheint sich auf die Preisentwicklung auszuwirken. Stark nachgefragt werden grossflächige Wohnobjekte, welche im Stockwerkeigentum überdurchschnittlich oft anzutreffen sind.

Am stärksten verlief die Teuerung bei Stockwerkeigentums-Wohnungen mit mehr als 150 Quadratmetern Wohnfläche. Die Preise dieser grossflächigen Objekte liegen mit über 85 Prozent Teuerung seit 2008 deutlich über dem Durchschnitt für alle Wohnungsgrössen. Vergleichsweise moderat haben sich Wohnungen mit weniger als 100 Quadratmetern entwickelt, deren Teuerung lag für den Beobachtungszeitraum bei 35 Prozent. Die starke Nachfrage wird zusätzlich durch die zurzeit tiefen Zinsen angeregt. Dadurch wird die Preiszunahme noch verstärkt. 

Indexierte Quadratmeter-Preisentwicklung nach Objektgrösse, ab 3. Quartal 2008
Grafik 3: Indexierte Quadratmeter-Preisentwicklung nach Objektgrösse, ab 3. Quartal 2008

Geografie des Stockwerkeigentums

Der Stadtkreis mit den meisten Eigentumswohnungen ist mit 3093 Objekten der Kreis 7. Danach folgen der Kreis 11 mit 2975 und der Kreis 10 mit 2313 Stockwerkeigentums-Wohnungen. Zum Vergleich: Der Gesamtwohnungsbestand des Kreis 1 beträgt 3835. Die Gebiete mit der tiefsten Zahl an Eigentumswohnungen sind die Innenstadt (Kreis 1: 414), der Kreis 12 (688) sowie der Kreis 5 (694). Der Kreis 5 hat in den Jahren zwischen 2002 und 2012 die Zahl des Stockwerkeigentums beinahe verdoppelt (+ 92,8 %). Dies ist auch auf die niedrigen Gesamtwohnungszahlen zurückzuführen. Das Wachstum der Stockwerkeigentums-Anteile im Kreis 11 (+82,4 %), der einen  grossen Wohnungsbestand hat, ist daher stärker zu gewichten. In beiden Stadtkreisen führte die insgesamt starke Neubautätigkeit der letzten zehn Jahre zu dieser Zunahme.

Anteilsmässig unangefochten an der Spitze liegt der Kreis 7. Beinahe 16 Prozent aller Wohnungen in diesem Gebiet sind Eigentumswohnungen. Danach folgen der Kreis 8, 10 und 1 mit Werten zwischen 10 und 11 Prozent. Die tiefsten Anteile des Stockwerkeigentums am Gesamtwohnungsbestand finden sich mit jeweils 4,9 Prozent in den Kreisen 3 und 12.

Die unterschiedlichen Eigenschaften der einzelnen Stadtkreise beeinflussen die Anteile des Stockwerkseigentums. Kreise mit hohen Anteilen an genossenschaftlichen Wohnbauten haben tendenziell weniger Eigentumswohnungen.

Entwicklung des Stockwerkeigentums  zwischen 2002-2012 und Anteil am Wohnungsbestand 2012
Grafik 4: Entwicklung des Stockwerkeigentums zwischen 2002-2012 und Anteil am Wohnungsbestand 2012

Der Trend zu Stockwerkeigentum ist ungebremst. Günstige Finanzierungsmöglichkeiten, die starke Neubautätigkeit und eine rege Nachfrage bilden die Basis für diese Entwicklung. Hinzu kommt, dass das Stockwerkeigentum grössflächige Wohnungen bereitstellt, welche eine spezifische Klientel ansprechen. Es ist zu erwarten, dass auch in den nächsten Jahren das Stockwerkeigentum weiterhin gefragt ist, solange sich die Finanzierungslage nicht fundamental ändert. 

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