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Erhöhter Beschäftigungsumfang in vielen Branchen

3. September 2014 - Rolf Schenker, Klemens Rosin

Die Stadt Zürich ist der wichtigste Wirtschaftsstandort der Schweiz. Im Jahr 2012 arbeiteten 450 600 Beschäftigte zu gesamthaft 348 100 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) in Zürich. Wie gliedert sich dieser Beschäftigungsumfang nach Branche? Wie hat sich diese Verteilung nach Branche in den letzten Jahren entwickelt? Für die Branchen der Stadt Zürich mit dem höchsten Beschäftigungsumfang wird die Entwicklung der Vollzeitäquivalente seit dem Jahr 2001 aufgezeigt (Grafik 1). Die meisten Branchen haben bezüglich Vollzeiteinheiten zugelegt; bloss der Bereich Handel sowie die Baubranche hatten Rückgänge zu verzeichnen.

In dieser Publikation werden Daten der Betriebszählung (Jahre bis 2008) sowie der STATENT (Jahr 2012) verwendet. Die beiden Datensätze weisen methodische Unterschiede auf. Bezüglich Vollzeitäquivalenten sind die Differenzen zwischen STATENT und Betriebszählung jedoch gering.

Grafik 1: Beschäftigungsumfang in Vollzeitäquivalenten nach Branche und Jahr.
Grafik 1: Beschäftigungsumfang in Vollzeitäquivalenten nach Branche und Jahr.

Die Finanz- und Versicherungsbranche hat – trotz Finanzkrise – von 2005 bis 2012 um über 9100 Vollzeitäquivalente zugelegt. Innerhalb dieser Branche ist bemerkenswert, dass trotz der gesamten Zunahme einzelne Bereiche deutliche Reduktionen des Beschäftigungs­umfangs aufweisen: Bei den Versicherungen hat der Beschäftigungsumfang im Zeitraum von 2001 bis 2012 von knapp 9270 um einen Viertel auf 6930 abgenommen. Rückversicherungen verzeichneten in der gleichen Periode einen Rückgang um fast die Hälfte von 3100 auf 1670 Vollzeitäquivalente. Grossbanken beschäftigen in Zürich nach wie vor viele Arbeitnehmende: Im Jahr 2012 konnte ein Beschäftigungsumfang von 22 240 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) verzeichnet werden. Die Einbussen der Grossbanken während der Finanzkrise zwischen 2008 und 2012 waren mit 2,9 Prozent (660 VZÄ) relativ gering. Über den längeren Zeitraum seit 2005 konnte bei Grossbanken sogar ein Zuwachs von fast 2260 Vollzeitäquivalenten festgestellt werden.

In der Stadt Zürich sind freiberufliche Dienstleistungen bezüglich Beschäftigungsumfang die zweitwichtigste Branche. Im Jahr 2012 wurden 46 800 Vollzeitäquivalente verzeichnet, die vor allem den drei grossen Bereichen (1) Rechtsberatung, (2) Unternehmensberatung sowie (3) Architektur-/Ingenieurbüros zu ungefähr gleichen Teilen zugeordnet werden können. Seit 2005 ist vor allem die Unternehmensberatung deutlich gewachsen; der Beschäftigungsumfang hat um 5500 Vollzeitäquivalente zugenommen (+72 %).

Spitäler sind in der Stadt Zürich wichtige Arbeitgeber: So entfallen zwei von fünf Vollzeitäquivalenten des Gesundheits- und Sozialbereichs auf Krankenhäuser. Seit 2001 haben die Spitäler den Beschäftigungsumfang um 21 Prozent gesteigert. In der gleichen Periode hatten die Vollzeitäquivalente in den Arzt- und Zahnarztpraxen gar um 66 Prozent zugenommen.

Nur wenige Branchen verzeichneten einen Rückgang des Beschäftigungsumfangs: Das gilt unter anderem für die Handelsbranche, die im Vergleich mit dem Jahr 2001 eine leichte Abnahme der Vollzeitäquivalente aufweist. Der Grosshandel war vom Rückgang stärker betroffen als der Detailhandel (-11% versus -2 %). Im Baugewerbe haben die Vollzeitäquivalente in den letzten Jahren stets abgenommen. Im Hochbau war der Beschäftigungsumfang im Jahr 2012 über einen Drittel geringer als elf Jahre zuvor. Im Tiefbau war die Abnahme mit einem Viertel etwas weniger stark.

Mehr Beschäftigte als Einwohnerinnen und Einwohner

In der Stadt Zürich hat in den letzten Jahren nicht nur der Beschäftigungsumfang der meisten Branchen zugenommen; die Zahl der Beschäftigten ist ebenfalls deutlich angestiegen. Von 2001 bis 2012 nahm die Beschäftigungszahl um über 109 000 auf 450 561 Personen zu. Ein Teil dieser Zunahme kann durch eine Methodikänderung der Unternehmensstatistik erklärt werden. Die Stadt Zürich zählte 2012 deutlich mehr Beschäftigte als Einwohnerinnen und Einwohner (394 012 Personen). Das ergibt 114 Beschäftigte auf 100 Einwohnerinnen und Einwohner.

Mehr Stellen, ähnlicher Frauenanteil

Hat sich die Zunahme bei Beschäftigten auch auf den Anteil beschäftigter Frauen ausgewirkt? Gibt es Unterschiede zwischen Branchen? Zur Beschäftigtenzahl und zum Frauenanteil nach Branche können die folgenden Aussagen gemacht werden (Grafik 2):

  • Aktuelle Beschäftigtenzahl: Die Finanz- und Versicherungsbranche beschäftigt am meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
  • Veränderung der Beschäftigtenzahl: Im Gesundheits- und Sozialwesen sowie bei freiberuflichen Dienstleistungen hat die Beschäftigtenzahl am stärksten zugenommen.
  • Aktueller Frauenanteil: Je nach Branche ist der Anteil Frauen bei Beschäftigen sehr unterschiedlich. Die Differenz zwischen maximalem (74,0%, Gesundheits- und Sozialwesen) sowie minimalem Wert (12,0%, Baubranche) ist beträchtlich.
  • Veränderung des Frauenanteils: Der Frauenanteil nach Branche hat sich über die Zeit nur geringfügig verändert. Bloss bei freiberuflichen Dienstleistungen sowie dem Handel ist der Frauenanteil leicht angestiegen.
Grafik 2: Veränderung von Beschäftigtenzahl und Frauenanteil nach Jahren.
Grafik 2: Veränderung von Beschäftigtenzahl und Frauenanteil nach Jahren.

Die kleine Änderung des Frauenanteils seit 2001 ist ein Hinweis darauf, dass die Geschlechterverteilung der neu eingestellten Beschäftigten pro Branche ungefähr der Geschlechterverteilung der bereits eingestellten Arbeitnehmenden entspricht. Beispielsweise sind im Gesundheits- und Sozialwesen weiterhin drei Viertel der Stellen durch Frauen besetzt. Daran hat die beträchtliche Zunahme um fast 20 000 Beschäftige nichts geändert.

Fazit: Der Frauenanteil pro Branche hat sich durch veränderte Stellenzahlen nur wenig geändert. Die gleiche Untersuchung nach Vollzeitäquivalenten anstatt Beschäftigten kann mit den Daten der Betriebszählung nicht durchgeführt werden. Die neue Unternehmensstatistik STATENT liefert diesbezüglich jedoch bessere Daten, sodass in Zukunft Frauenanteilsveränderungen auch in Relation mit Vollzeitäquivalenten gesetzt und so genauer untersucht werden können. 

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