Das Bevölkerungswachstum soll gemäss Vorgaben von Bund und Kantonen in den Städten konzentriert werden. Dabei sollen keine neuen Bauzonen geschaffen werden. Seit 2004 wächst die Bevölkerung stetig. Ende 2024 lebten 448 664 Personen in der Stadt Zürich. Die Zahl der Beschäftigten hat mit 545 938 im Jahr 2023 einen neuen Höchststand erreicht. Die umfangreichen Reserven für die bauliche Entwicklung sollen nachhaltig gestaltet werden. Im Durchschnitt der letzten vier Jahre wurde jede abgebrochene Wohnung durch 2,1 Neuwohnungen ersetzt. Der Wohnflächenverbrauch pro Person liegt 2024 im Durchschnitt bei 39,5 m2 pro Kopf. Der Primärenergieverbrauch bei der Heizung von Gebäuden ist 2024 weiter gesunken. Um den steigenden Anforderungen der Verdichtung zu begegnen, investiert die Stadt in die nachhaltige Entwicklung von Stadt- und Strassenräumen und vernetzte Lebensräume. Auch die Belastung durch Luft, Lärm und Hitze soll nicht zunehmen. Im Vordergrund stehen darum die Entwicklung von Fuss- und Veloverkehr und der öffentliche Verkehr.
Seit den 1990er-Jahren verzeichnet die Stadt Zürich eine kontinuierliche Bevölkerungszunahme. Ende 2024 erreichte die Einwohnerzahl in der Stadt Zürich mit 448 664 Menschen einen neuen Rekord.
Gemäss dem mittleren Szenario der Bevölkerungsszenarien ist davon auszugehen, dass bis 2035 über 500 000 Personen im Stadtgebiet wohnen werden. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Beschäftigten zu. Gemäss den übergeordneten Vorgaben zur Siedlungsentwicklung von Bund und Kanton sollen das Bevölkerungswachstum in den Städten konzentriert werden, ohne neue Bauzonen zu schaffen. So wird im Gegenzug die weitere Zersiedlung der Landschaft – und die damit verbundenen nachteiligen Folgen für die Umwelt, verhindert.
Die Stadt Zürich befindet sich in einer neuen Phase der Innenentwicklung. In den vergangenen Dekaden fand die bauliche Verdichtung vor allem durch die Umnutzung ehemaliger Industriegebiete statt. Die Planung und Umsetzung in diesen Gebieten ist mittlerweile weitgehend abgeschlossen. Die Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich (BZO) bietet aber im gesamten Stadtgebiet noch umfangreiche Reserven für die bauliche Entwicklung. Diese soll mithilfe des kommunalen Richtplans Siedlung, Landschaft, öffentliche Bauten und Anlagen nachhaltig gestaltet werden. Zudem bezeichnet die Richtplanung weitere Schwerpunktgebiete der Siedlungsentwicklung, in denen eine Verdichtung über die bestehende BZO hinaus ermöglicht werden soll.
Wie die letzten Auswertungen von Statistik Stadt Zürich zur Anzahl Wohnungen und Wohnungsflächen zeigen, gelingt die bauliche Verdichtung nach innen zunehmend. Der Verdichtungsgrad bei Wohnersatzbauten bleibt konstant oder nimmt weiter zu.
Im Durchschnitt der letzten Jahre (2020–2024) wurde jede abgebrochene Wohnung durch 2,1 Neuwohnungen ersetzt. Aktiver als früher waren dabei die nicht genossenschaftlichen Bauträgerschaften. Mit 1275 Einheiten wurde 2024 fast die Hälfte von privaten Gesellschaften erstellt. Es folgen die Wohnbaugenossenschaften mit 583 neuen Wohnungen und natürliche Personen mit 271 Wohnungen. Die öffentliche Hand stellte 270 Wohnungen fertig, im Stockwerkeigentum entstanden 184 Wohnungen.
Bezüglich der Wohnungsfläche ist die Verdichtung im Wohnungsersatzbau mit 101 Prozent deutlich höher – die Wohnfläche verdoppelt sich. Der Unterschied ist laut Statistik Zürich auf die erheblich grössere Fläche der Neubauwohnungen zurückzuführen. Die sogenannte soziale Verdichtung, also die Zunahme der Personenzahl, liegt mit 87 Prozent zwischen der Erhöhung der Wohnungszahl und der Wohnungsfläche.
Der Saldo aus Neubau und Abbruch betrug im Jahr 2024 1790 Wohnungen. Unter Berücksichtigung der Umbauten, bei denen im Saldo über 400 Wohnungen entstanden sind, hat sich der Wohnungsbestand im letzten Jahr um 2499 Einheiten auf 236 402 Wohnungen erhöht – die höchste Zunahme seit 2018. Der Flächenverbrauch pro Person liegt im Durchschnitt bei 39,5 m2 pro Kopf (Stand 2024), wobei es je nach Eigentümerschaft grosse Unterschiede gibt: In Baugenossenschaften wird mit 35,0 m2 pro Kopf weniger Fläche beansprucht als im Stockwerkeigentum (vermietet) mit 41,7 m2 pro Kopf. Erklärbar sind diese Unterschiede in erster Linie durch Belegungsvorgaben und allgemein kleiner geschnittene Wohnungen bei Baugenossenschaften. Der Flächenverbrauch pro Person wirkt sich auf den direkten und indirekten Energie- und Ressourcenverbrauch aus.
Im Gebäudebereich liegt das grösste Potenzial zur Reduktion der Umweltbelastung und Treibhausgasemissionen beim Energieverbrauch. Durch energetische Sanierungen von Fenstern, Dach und Fassaden konnte der Primärenergieverbrauch in der Stadt Zürich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesenkt werden. Dazu beigetragen hat auch der Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch erneuerbare Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Anschlüsse an die Fernwärme.
Die Meilenschritte 2023 (STRB Nr. 2932/2023) definieren den städtischen Immobilienstandard zum umweltgerechten und energieeffizienten Bauen. Sie gelten für alle städtischen Hochbauvorhaben.
Die Stadt Zürich versteht das Wachstum der Wohn- und Arbeitsbevölkerung als Rahmenbedingung und Chance und will die Anforderungen, die durch Wachstum und Veränderung ausgelöst werden, zum Vorteil für eine qualitätsvolle räumliche Stadtentwicklung nutzen:
Ein effizienter und gut ausgebauter öffentlicher Verkehr sowie die Weiterentwicklung von funktionsfähigen und attraktiven Stadt- und Strassenräumen – vor allem auch für den Fuss- und Veloverkehr – sind zentrale Aspekte im Zusammenspiel mit der baulichen Verdichtung, um dem steigenden Mobilitätsbedarf zu begegnen. Mit einer guten Organisation der verschiedenen Nutzungen, etwa Wohnen und Gewerbe, kann erreicht werden, dass möglichst kurze Wege entstehen. Siehe auch Mobilität.
Die Stadt bietet Raum für eine Vielfalt an wild lebenden einheimischen Pflanzen und Tieren. Diese sind für ihr Überleben auf ausreichend grosse, naturnahe und miteinander vernetzte Lebensräume angewiesen. Dazu gehören Flussräume, Gleisareale, extensiv genutzte Wiesen, Bachläufe, Hecken, Gebüsche und Bäume, die zu einem Netzwerk miteinander verbunden sind. Siehe auch Biodiversität.
Es gilt, bestehende Lärm-, Schadstoff- und Wärmebelastungen zu reduzieren und weiteren Belastungen entgegenzuwirken. Zentral ist dabei die Abstimmung der Siedlungsentwicklung mit dem Fuss-, dem Velo- und dem öffentlichen Verkehr. Die Themen Stadtklima, Lärmschutz und akustische Qualität sind frühzeitig in die Gestaltung von Bebauung und Stadträumen einzubeziehen. Bei Wohn- und Mischgebieten ist die Ausstattung mit genügend Grünflächen und -volumen wichtig. Siehe auch Stadtklima, Lärm, Luft.
Zusammen mit der baulichen Verdichtung steigt die Anforderung an eine gute Versorgung mit Freiräumen für Aufenthalt, Begegnung, Erholung, Ruhe, Bewegung, Spiel und Sport. So kann die Bevölkerung ihre Freizeit innerhalb der Stadt gestalten, wodurch der Freizeitverkehr reduziert wird. Siehe auch Freiraum und Erholungsraum.