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Endenergiebilanz

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Jahresverbrauch an Endenergie in der Stadt Zürich hat seit 1990 um rund neun Prozent abgenommen. Er beträgt im Mittel der letzten fünf Jahre rund 9500 Gigawattstunden. Dies ist erfreulich, da im gleichen Zeitraum die Bevölkerung in der Stadt Zürich um rund 19 Prozent gewachsen ist.
  • Im Mittel der letzten fünf Jahre liegt der Pro-Kopf-Endenergieverbrauch bei rund 23 000 kWh pro Jahr.
  • Die jährlichen Werte sind mit Vorsicht zu interpretieren, da sie stark von der Witterung abhängen. Ausschlaggebend für die Trendbetrachtung ist jedoch die langfristige Entwicklung.
  • Der langfristige Rückgang des Endenergieverbrauchs ist allen voran auf einen abnehmenden Endenergieverbrauch für das Heizen von Gebäuden zurückzuführen, u. a. dank energetisch optimierten Gebäudehüllen und Ersatzneubauten.
  • Der durchschnittliche Stromverbrauch blieb in den letzten fünf Jahren annähernd konstant bei rund 3000 GWh. Die Zusammensetzung des Strommixes hat sich jedoch verändert. Der Anteil an Strom aus Kernkraft ist von rund 27 Prozent auf unter 9 Prozent gesunken. Der Anteil an Strom aus Wasserkraft ist gleichzeitig von rund 60 Prozent auf 78 Prozent gestiegen.
  • Im Verkehr konnte der Verbrauch fossiler Energieträger leicht gesenkt werden. Die Treibstoffe Benzin, Diesel und Kerosin machen weiterhin rund 25 Prozent des Endenergieverbrauchs der Stadt Zürich aus. Im Gegensatz zum Schweizer Durchschnitt ist es der Stadt Zürich jedoch gelungen, den Verbrauch zu stabilisieren.
  • Informationen zum Energieverbrauch in der Schweiz finden Sie beim Bundesamt für Energie.

Endenergiebilanz 1990 bis 2018

Weiterführende Informationen

Definition Endenergiebilanz

Als Endenergie wird jene Energie bezeichnet, die nach allen Umwandlungs- und Übertragungsverlusten bei den Kundinnen und Kunden ankommt. Sie wird zum einen Teil aus gemessenen Werten (Strom, Erdgas und Biogas) und zum anderen Teil mit Hilfe von Modellrechnungen (Verkehr, Heizöl, Holz, Umweltwärme und Sonnenkollektoren) ermittelt. Die Energiezahlen werden nicht klimakorrigiert.

Strommix

Die Zusammensetzung des Strommix hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Seit 1.1.2015 beliefert das städtische Elektrizitätswerk ewz alle Haushalte und die privaten Kundinnen und -kunden, die nicht selber ihren Stromanbieter wählen können, ausschliesslich mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien. Der Anteil an Strom aus Kernkraft ist infolge von rund 27 Prozent auf unter 9 Prozent gesunken, der Anteil an Strom aus Wasserkraft von rund 60 Prozent auf 78 Prozent gestiegen. 

Der positive Effekt dieser Ökologisierung der Stromprodukte für Private wird jedoch durch die Strommarktliberalisierung leicht gedämpft. Grosskunden können frei entscheiden, bei welchem Anbieter sie Strom beziehen. Da für den Strom, der nicht bei ewz bezogen wird, nur die Menge, nicht aber die Qualität bekannt ist, wird hierfür in der Statistik konservativ der durchschnittliche Strommix im europäischen Markt eingesetzt. Dieser enthält einen erheblichen Anteil an fossil erzeugtem Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken. Der Anteil «Strommix Europa» am Gesamt-Stromverbrauch der Stadt Zürich ist in den letzten Jahren kontinuierlich auf rund elf Prozent gestiegen.

Energieverbrauch Verkehr

Das Berechnungsmodell für den Endenergieverbrauch des Verkehrs basiert auf Erhebungen in einzelnen Jahren (2010 und 2015) sowie Indikatoren für die Schätzung in den Zwischenjahren. Die wichtigste Grundlage bildet der Mikrozensus Mobilität und Verkehr, eine telefonische Erhebung zum Verkehrsverhalten der Schweizer Wohnbevölkerung, welche alle fünf Jahren stattfindet. Im Jahr 2015 wurde das Berechnungsmodell für den Endenergieverbrauch des Verkehrs angepasst. Zudem wurden die bisher verwendeten Verbrauchsfaktoren im Jahr 2016 aktualisiert. Diese methodischen Veränderungen wurden für die Jahre 2015 bis 2018 angewendet. Die Jahre vor 2015 sind somit nicht mehr unmittelbar vergleichbar mit den Jahren 2015 bis 2018. Die methodischen Veränderungen schlagen sich am stärksten in der Berechnung des Benzinverbrauchs nieder – Abweichungen von rund 30 Prozent sind festzustellen. Beim Dieselkonsum resultieren nur geringe Veränderungen. 

Klimatische Faktoren und Bevölkerungsentwicklung

  • Die Witterung bestimmt die Nachfrage nach Raumwärme oder -kühlung und Warmwasser. Der Energieverbrauch aufeinanderfolgender Jahre kann daher witterungsbedingt stark schwanken und ist mit Vorsicht zu interpretieren. In einer langfristigen Betrachtung verliert der Einfluss der Witterung jedoch an Bedeutung.
  • In der Stadt Zürich ist seit 2000 die Wohnbevölkerung um 19 %, die Anzahl Beschäftigte um 45 % und das Bruttoinlandprodukt um über 30 % gestiegen.

 

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