Global Navigation

Medienmitteilungen

Der Stadtrat von Zürich

29. April 2009

Stadtrat verzichtet auf den Bau des Kleeblatt-Hochhauses

Nach einer sorgfältigen Lagebeurteilung hat der Stadtrat entschieden, auf dem Tramdepot Hard kein Wohnhochhaus zu realisieren. Die Planung für die dringende benötigte Erweiterung des Tramdepots wird jedoch vorangetrieben.

Die hohe architektonische und städtebauliche Qualität des Kleeblatt-Hochhauses sind unbestritten. Weil das Projekt aufgrund einer Klage beim Verwaltungsgericht und einer Untersuchung der Rechnungsprüfungskommission länger sistiert wurde und die gemeinderätliche Kommission die Beratung erst im November 2007 wieder aufnahm, wollte der Stadtrat seine Weisung aus dem Jahr 2005 für die Erhöhung des Projektierungskredits überprüfen. Dabei zeigte sich, dass die Kosten schon wegen der Bauteuerung und den höheren Anforderungen an das nachhaltige Bauen um 20 Prozent gestiegen sind.

Aufgrund der erwarteten Nettoinvestitionskosten von geschätzten 96,8 Millionen wären die Mieten der 148 Wohnungen (ohne Alterswohnungen) im Bereich der höheren Marktmieten in diesem Quartier zu liegen gekommen. Der Stadtrat kam zum Schluss, dass Wohnungen in diesem Marktsegment im Portfolio der städtischen Wohnliegenschaften nicht sinnvoll sind. Auch die Stiftung Alterswohnungen schliesst bei dieser Ausgangslage die Erstellung des geplanten Segments an Alterswohnungen aus. Es ist unbestritten, dass eine Nachfrage nach qualitativ hochstehenden Wohnungen in Hochhäusern besteht. Sie muss aber nach Meinung des Stadtrates durch private Investoren abgedeckt werden.

Demzufolge wurde geprüft, ob die benötigte Parzelle im Baurecht an private Investoren abgegeben werden könnte. Gespräche haben gezeigt, dass der Standort und das Nutzungskonzept auf das aktuelle Marktbedürfnis zugeschnitten sind und selbst die Realisierung von Alterswohnungen in den unteren Geschossen beurteilten die privaten Investoren als marktfähig. Sie attestierten dem vorliegenden Projekt von Theo Hotz und den geleisteten Planungsarbeiten grosse Qualität. Allerdings erwies sich die Höhe des Investitionsvolumens im Rahmen eines Baurechtvertrages für die Investoren als äusserst problematisch. Dieses Problem hätte nur mit einem Verkauf der Parzelle gelöst werden können.

Einen Verkauf der Parzelle mitten im Depotareal der VBZ erachtet der Stadtrat aber als wenig zweckmässig und politisch als nicht mehrheitsfähig. Darum zieht er die Weisung für die Erhöhung des Projektierungskredits und die Weisung für den Gestaltungsplan Tramdepot Hard Zürich-West zurück und lässt als Zwischenlösung prüfen, ob sich ein einfaches, funktionales Tramdepot realisieren lässt, das es der nächsten Generation nicht auf Jahrzehnte hinaus verbaut, von Neuem eine Gebietsentwicklung an die Hand zu nehmen.

Die Planung von allfälligen Zusatznutzungen auf dem Tramdepot reichen mehr als 20 Jahre zurück. Bereits Ende der 80er Jahre hatte die Theo Hotz AG von der damaligen Stadträtin, Ursula Koch, mehrere Aufträge erhalten, um die Erweiterung des Depots und mögliche Zusatznutzungen zu klären. Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation in den 90er Jahren wurde ein Projekt in Zusammenhang mit der Schule für Gestaltung aufs Eis gelegt. Auch Pläne für einen zusätzlichen Verwaltungsbau wurde nach dem Kauf des Verwaltungszentrums Werd wieder verworfen. Nach einer Standort- und Marketinganalyse durch Wüest & Partner entschied Stadträtin Kathrin Martelli im Jahr 2002 das sistierte Projekt von Theo Hotz wieder aufzunehmen und als Zusatznutzung Wohnungen ins Auge zu fassen, um den Wohnanteil im boomenden Entwicklungsgebiet Zürich-West zu stärken. Dafür bewilligte der Stadtrat 2003 einen Projektierungskredit von 1,9 Millionen Franken. Das Verwaltungsgericht beurteilte die direkte Vergabe dieser Weiterbearbeitung als Verstoss gegen das Submissionsrecht. Ein externes Gutachten stützte jedoch die Meinung des Stadtrates, dass die Realisierung des Kleeblatt-Hochhauses juristisch trotzdem möglich gewesen wäre, wenn sie nicht durch das Architekturbüro Theo Hotz erfolgen würde, das zudem seine Urheberrechte hätte abgeben müssen, wozu Theo Hotz bereit gewesen wäre. Auch die gemeinderätliche Kommission signalisierte aufgrund der hohen Qualität des Projekts Interesse an dessen Weiterverfolgung. Der Stadtrat hat nun in einer erneuten Lagebeurteilung entschieden, dass die Stadt das Kleeblatt-Hochhaus nicht realisieren wird.  

Thema: Bauen

Organisationseinheit: Stadtrat