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Medienmitteilungen

Hochbaudepartement

19. Oktober 2010

Grabung Parkhaus Opéra - Tür zur Steinzeit gefunden

Seit fünf Monaten sind die Arbeiten auf der Grabung Parkhaus Opéra im Gang. Das umfangreiche Fundmaterial übertrifft die Erwartungen und förderte Reste von mindestens fünf übereinander liegenden Siedlungen zutage. Zudem wurden einige bedeutende Einzelfunde gemacht, wie zum Beispiel eine Tür oder ein Feuersteindolch.

Die Rettungsgrabung Parkhaus Opéra in Zürich ist nun seit fünf Monaten im Gang. Die Arbeiten sind sehr zügig verlaufen, der Zeitplan konnte eingehalten werden. Eine ähnlich grosse Fläche konnte in Zürich vor 30 Jahren untersucht werden. Seither hat sich die Methodik verfeinert, es stehen den Fachleuten noch modernere Untersuchungsmöglichkeiten und Hilfsmittel zur Verfügung. Das umfangreiche geborgene Probenmaterial übertrifft die Erwartungen und wird detaillierte Ergebnisse zu Gesellschaft, Wirtschaft und Natur ermöglichen.

Die Grabung hat Reste von mindestens fünf übereinander liegenden Siedlungen zutage gefördert. Sie stammen aus der Zeit zwischen ca. 3700 und 2500 v. Chr. Es wurden auch Sedimentschichten gefunden, die Aussagen über den schwankenden Seespiegel des Zürichsees zulassen.

Drittälteste Tür gefunden
Neben den Schichten und Baubefunden, deren Auswertung die nächsten Jahre in Anspruch nehmen wird, wurde eine Reihe bedeutender Einzelfunde gemacht. Zu den wichtigsten Funden gehören:

  • Eine steinzeitliche Tür. Es ist die drittälteste Tür der Schweiz und wahrscheinlich Europas. Sie gleicht dem zweitältesten Fund aus Pfäffikon, ist aber besser erhalten. Sie weist eine ausgefeilte Steckverbindung und sogar noch die Türangel auf.
  • Ein Feuersteindolch aus Italien, der über transalpine Handelswege informiert.
  • Ein neuer Typ Pfeilbogen mit Rindenverzierung und einer noch zu bestimmenden Klebetechnik.
  • Mehrere vollständige Feuerzeug-Sätze, bestehend aus Schwefeleisen-Knollen, Feuerschläger und Zunderschwamm.
  • Mehrere steinzeitliche Bauteile aus Holz, die über die damalige Bauweise informieren. Darunter auch die ältesten Belege von Schindeln aus Zürich.

Besonderes Interesse verdienen daneben auch die Reste der neuzeitlichen Schanzenanlagen, deren Konstruktion im Detail erstmals untersucht werden konnte.

3000 Besucherinnen und Besucher, 160 Schulklassen - grosses öffentliches Interesse
Das öffentliche Interesse ist sehr gross: Insgesamt haben bereits über 3000 Leute die Ausgrabungen besucht. Grosse Beachtung findet auch das neu ins Leben gerufene Schulprojekt mit Workshops zu verschiedenen archäologischen Themen. Innert kürzester Zeit haben sich 160 Schulklassen für einen Besuch angemeldet. Es wird damit gerechnet, dass bis Ende der Grabung um die 4000 Schülerinnen und Schüler über die moderne Archäologie informiert worden sind.

Thema: Bildung, Kultur

Organisationseinheit: Amt für Städtebau