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Zehn Jahre Langstrasse PLUS

Medienmitteilung

Rückblick und Ausblick

Im Jahr 2001 wurde das Projekt Langstrasse PLUS unter Leitung von Rolf Vieli, dem späteren «Mister Langstrasse», gestartet. In den letzten zehn Jahren hat sich im Langstrassenquartier viel verändert. Ein jetzt vorliegender umfangreicher Bericht beschreibt die wichtigsten Stationen des Projekts, das per Ende Juni dieses Jahres in der jetzigen Form abgeschlossen wird. Angesichts der erzielten Erfolge erachtet Stadtrat Daniel Leupi die Weiterführung Projekt Langstrasse PLUS in dieser Form nicht mehr nötig. Das Grundanliegen einer direkten Ansprechperson im Polizeidepartement soll aber für die ganze Stadt aufgenommen werden. Dazu wird die neue Funktion einer «Delegierten Quartiersicherheit» im Polizeidepartement geschaffen. Die Stelle übernimmt per 1. September 2011 Alexandra Heeb.

19. April 2011

Das Langstrassenquartier im Jahr 2001 war geprägt durch eine hohe Präsenz von Dealern, die ganz offen auf der Strasse Drogen verkauften, durch oft verwahrloste Abhängige, die Drogen suchten und sie in aller Öffentlichkeit konsumierten, durch gebrauchte Spritzen, die überall herum lagen, durch Gewalt, Dreck und Abfall.

Am 14. März 2001 reagierte der Stadtrat auf die stetige Verschlechterung der Situation im Quartier mit dem Start des Projekts Langstrasse PLUS. Am Projekt beteiligt waren neben dem federführenden Polizeidepartement (Projektleitung und Stadtpolizei) das Sozialdepartement, das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement (ERZ), das Schul- und Sportdepartement (Trouble Shooter), das Hochbaudepartement (AfB), das Präsidialdepartement (Stadtentwicklung) und das Finanzdepartement (Liegenschaftenverwaltung).

Das Projekt umfasste die vier Bereiche

  • Sofortmassnahmen zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit,
  • Lebens- und Erholungsräume,
  • Nutzungen von Liegenschaften und
  • Quartierentwicklung.

Ziel des Projekts war die nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität im Quartier.

Projektauftrag
Im Auftrag des Stadtrats erarbeitete das Projektteam unter Leitung von Rolf Vieli ein Vier-Säulen-Modell: Unter dem gemeinsamen Dach Langstrasse PLUS wurden die verschiedenen Aufwertungsmassnahmen in vier Teilprojekte gegliedert:

  • Sicherheit im öffentlichen Raum
  • Leben im Quartier
  • Nutzung von Liegenschaften
  • Gebiets-/Quartierentwicklung

Projektziele
Dringendstes Ziel war die rasche Verbesserung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Quartier (Drogenhandel und -konsum, Sauberkeit, Kampf gegen Graffiti). Zur Erreichung dieses Ziels war nicht nur eine erhöhte Präsenz von Stadtpolizei und sip züri nötig, sondern auch zusätzliche Anstrengungen etwa von Grün Stadt Zürich sowie Entsorgung und Recycling Zürich und dem Präsidialdepartement.

Die Situation heute
Aus polizeilicher Sicht konnte die Lage im Langstrassenquartier trotz hohem Personaleinsatz und langfristigen, koordinierten Massnahmen und Aktionen aller Partner auch über Jahre nicht gänzlich entschärft werden. Sie ist jedoch stabilisiert, wenn auch mit hohem Interventionsniveau.

Nachdem anfangs des Jahrtausends vom Quartier dringende Massnahmen zur Aufwertung gefordert worden waren, ist mittlerweile bereits die Rede von übertriebener Aufwertung und Verdrängung. Das Langstrassenquartier ist wieder zu einem attraktiven Geschäftsstandort geworden. Gegen den gesamtstädtischen Trend hat die Zahl der Arbeitsstätten und der Beschäftigten im Langstrassenquartier zwischen 2001 und 2005 zugenommen. Die Nachfrage nach Räumlichkeiten für die Gastronomie und den Detailhandel ist gestiegen. Auch das Image des Quartiers hat sich dank vielfältiger Anstrengungen positiv verändert.

Das Projekt Langstrasse PLUS wird im Sommer dieses Jahres abgeschlossen. Trotzdem wird auch in Zukunft intensiv in und mit dem Quartier gearbeitet. Eine Reduktion der Anstrengungen würde wohl rasch zu den alten Zuständen führen.

Wie geht’s weiter?
Angesichts der erzielten Erfolge erachtet Stadtrat Daniel Leupi die Weiterführung des Projekts Langstrasse PLUS in dieser Form nicht als nötig. Das Grundanliegen einer direkten Ansprechperson für Bevölkerung und Gewerbe im Polizeidepartement soll aber für die ganze Stadt aufgenommen werden. Dazu wird die neue Funktion einer «Delegierten Quartier-sicherheit» im Polizeidepartement geschaffen. Die Stelle übernimmt per 1. September 2011 Alexandra Heeb. Ihre Hauptaufgaben werden sein:

  • Ansprechperson für Anliegen der Bevölkerung und des Gewerbes im Polizeidepartement zu Fragen der Sicherheit im öffentlichen Raum und Nutzungskonflikten.
  • Leitung, Entwicklung und Mitarbeit in departementsübergreifenden Projekten und von Arbeitsgruppen zur Erhaltung oder Verbesserung der Sicherheitslage in einzelnen Quartieren oder Gebieten.
  • Vernetzung und Koordination der Tätigkeiten verschiedener Dienstabteilungen zur Erhaltung oder Verbesserung der Sicherheit im öffentlichen Raum.

Unter der Leitung von Alexandra Heeb wird eine verwaltungsinterne, departementsübergreifende Arbeitsgruppe «Quartiersicherheit im Langstrassengebiet» ihre Arbeit aufnehmen. Ihre Ziele sind:

  • Erhaltung und punktuelle Verbesserungen der Lebensqualität im Langstrassenquartier
    - Bevölkerungs- und Gewerbemix beibehalten/Entmischung vorbeugen
    - Weiterbestand von kulturellen und soziokulturellen Aktivitäten
  • Gewährleistung der objektiver Sicherheit und des subjektives Sicherheitsgefühls
    - Reduktion der Kriminalitätsrate
    - Kein Drogenhandel im öffentlichen Raum
    - Verringerung der Lärmbelastung in der Nacht
    - Sauberkeit im öffentlichen Raum

Die Arbeitsgruppe «Quartiersicherheit im Langstrassengebiet» wird der Stadtratsdelegation «Stadtleben im öffentlichen Raum» (SiöR) zugeordnet. Damit ist die Vernetzung mit anderen Arbeitsgruppen und Projekten, die sich auch mit Fragen der Sicherheit im öffentlichen Raum befassen, gewährleistet.

Zu den Aufgaben der Arbeitsgruppe gehört insbesondere, das bestehende Netzwerk mit allen relevanten Organisationen des Langstrassenquartiers zu pflegen bzw. zu erweitern.

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