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Medienmitteilungen

Präsidialdepartement

7. Juli 2011

Hochqualifiziert und ohne Familie

Studie zur ausländischen Wohnbevölkerung in der Stadt Zürich

Seit dem Inkrafttreten des Personenfreizügigkeitsabkommens 2002 kommen zunehmend hochqualifizierte ausländische Personen nach Zürich. Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländern, die nicht im Familienverband leben, hat in den letzten 15 Jahren stark zugenommen. 1995 betrug er noch knapp ein Drittel, aktuell beinahe die Hälfte. Damit ist der Anteil gleich hoch wie bei der Schweizer Bevölkerung.

Dass die Zürcher Bevölkerung seit 10 Jahren wieder wächst, ist wesentlich auf die Zuwanderung zurückzuführen.  In der letzten Dekade sind vermehrt ausländische Arbeitskräfte, die über eine höhere Berufsbildung bzw. einen Universitätsabschluss verfügen, nach Zürich gezogen; darunter viele direkt nach Beendigung ihrer Ausbildung. Entsprechend hat der Anteil der Menschen, die nicht im Familienverband leben, unter den Ausländern und Ausländerinnen in den letzten 15 Jahren stark zugenommen. Besonders häufig stammen diese Personen aus Nord- und Westeuropa.

Immer mehr hochqualifizierte ausländische Frauen
Der Anteil der ausländischen Arbeitskräfte, die über eine höhere Berufsbildung bzw. einen Universitätsabschluss verfügen, ist stärker gewachsen als jener der Schweizerinnen und Schweizer. Dabei ist zu beachten, dass in vielen Ländern die Tertiärbildung weiter verbreitet ist als in der Schweiz, dafür Berufslehren häufig weniger Bedeutung haben. Markant ist die Veränderung bei den ausländischen Frauen: Der Anteil der Hochqualifizierten hat sich zwischen 2000 und 2009 von 12 auf 44 Prozent erhöht und ist nun beinahe gleich gross wie jener der ausländischen Männer (45,5%). Nach wie vor verfügt jedoch knapp ein Drittel der erwerbstätigen ausländischen Frauen über keine Berufsbildung.

Immer seltener im Familienverband
Besonders häufig stammen ausländische Personen, die nicht im Familienverband leben, aus Nord- und Westeuropa. Die mit Abstand häufigste Nation in dieser Gruppe bilden die Deutschen. Sie kommen in vielen Fällen direkt nach der Ausbildung wegen einer Arbeitsstelle zu uns. Auch viele Menschen aus Osteuropa leben ohne Familienanschluss in Zürich. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Personen aus den Balkanstaaten: Viele suchten im Familienverband in den 1990er-Jahren in der Schweiz Schutz vor dem Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien.

Erwarteter Rückgang des Ausländeranteils in den nächsten 15 Jahren
Gemäss aktuellen Szenarien wird die Zürcher Bevölkerung bereits in wenigen Jahren die 400 000er-Marke überschreiten. Ausländerinnen und Ausländer tragen markant zu dieser Entwicklung bei. Es ist davon auszugehen, dass auch in den nächsten Jahren jeweils mehr ausländische Personen nach Zürich zuziehen als aus der Stadt wegziehen. Trotzdem kann davon ausgegangen werden, dass sich der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung in den nächsten 15 Jahren wieder auf rund ein Viertel reduzieren wird. Der Grund ist die weiterhin hohe Zahl der Einbürgerungen. Entscheidend für das Eintreffen dieses Szenarios wird aber letztlich die Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds sein.

Weitere Informationen
Die Publikation «Von Afghanistan bis Zypern. Die ausländische Wohnbevölkerung der Stadt Zürich» (Analyse 3/2011) ist hier verfügbar oder kann bei Statistik Stadt Zürich als Broschüre bezogen werden (Preis 15 Franken).

Die Medienmitteilung inkl. Grafiken finden Sie im Anhang.

Thema: Bevölkerung

Organisationseinheit: Statistik Stadt Zürich