Einblick in den Unterricht
Wahlfach Design
Collage hinter Plexiglas
Im Wahlfach Design, das Fach können Schülerinnen und Schüler in der 3. Sek wählen, die weitergehendes Interesse an Gestaltung haben oder eine gestalterische Lehre oder weiterführende Schule besuchen wollen, entstehen Arbeiten, die im Zeichnungsatelier und in der nichttextilen oder textilen Werkstatt entstehen.
Die hier vorgestellten Arbeiten sind eine Kombination aus einer Collage, die aus eigenen Zeichnungselementen, Papierschnipseln und ausgeschnittenen Druckelementen bestehen und aus einem selbstgemachten Holzrahmen mit Plexiglasplatten, zwischen denen die einzelnen Objekte der Collage geschichtet wurden. Dadurch ergibt sich ein interessantes dreidimensionales Bild.
Der Rahmen wurde aus dünnen Holzlatten, die zu einem L-Profil zusammen geklebt und in Gehrung gesägt wurden so geplant, dass sie die Plexiglasplatten halten. Dafür wurden 4 Varianten als Ideen vorgestellt, wie die Platten gefasst werden können.
Das Ergebnis ist wunderschön geworden.
Fotomodul
Im Wahlfachunterricht 3. Sek haben wir im Moment das Thema Fotografie. Dabei geht es nicht um die Technik des Fotografierens, sondern um das, was man aus einem Foto gestalterisch machen kann und was es transportiert an Eindruck, Gefühl, Emotion.
Eine Aufgabe war, einen Weg zu fotografieren und ihn gestalterisch darzustellen, ohne dazu etwas zu schreiben. Bei einer anderen Aufgabe mussten sie sich auf eine Farbe fokussieren und diese in den Fotomittelpunkt stellen. Eine Collage mit allen Fotos, die sie nicht gebraucht haben, gehört auch zu den Ergebnissen. Die Arbeit mit dem Computer beinhaltet das Gestalten, nicht die Veränderung des Bildes.
Fundstücke

Im Schulhaus sammeln sich immer wieder Dinge an, die ein Erstaunen auslösen, dass sie nicht vermisst werden. Nicht jeder dieser Gegenstände, die sich in 6 Monaten angesammelt haben, werden vermisst und abgeholt. Dazu gehört zum Beispiel eine Zahnschiene, diverse Schlüssel, diverse Brillen, Sportgeräte usw. Das gehört genau so zu unserem Alltag, wie das Unterrichten.
Der Fuchs und die Gänse
was im Zeichnungsunterricht entstanden ist
Was für ein seltsamer Morgen.
Ich hatte die Mülleimer hinter dem Bäcker schon abgesucht - Die Strasse war leer gefegt. Also schlich ich mich weiter, Nase dicht am Boden, durch das eiserne Gittertor in diesen merkwürdigen Hof. Kein Gras. Kein Gebüsch. Nur Beton und der Geruch nach Schulkindern und vergessenen Broten.
Dann sah ich sie.
Hinter dem grossen Fenster. Eine ganze Reihe von ihnen - Gänse. mit buntem Gefieder, fett, mit aufgeblasenen Brüsten und diesem hochmütigen Blick, den Gänse nun einmal haben. Sie starrten mich an. Ich starrte zurück.
Ich spitzte die Ohren. Kein Laut.
Ich wedelte die Nase. Kein Geruch - keine Federn, kein warmes Blut, keine lebendige Gans weit und breit. Nur Staub und Farbe und Gips.
Gips!
Diese Kreaturen standen da wie kleine aufgeblasene Könige, frech grinsend, und konnten mir rein gar nichts. Sie würden nicht flattern, nicht schreien, nicht weglaufen. Sie würden einfach nur stehen - und mich angaffen, den Rest meines Lebens lang, wenn es sein müsste. Ich setzte mich hin. Leckte einmal gelassen meine Pfote. Schaute zurück.
Dann trollte ich mich.
Manche Siege lassen sich nicht fressen.
Georgia O`Keeffe
Im BG- Unterricht der 1. Sek A und einer 1. Sek B, sowie mit einer Wahlfachgruppe 3. Sek. (Bildnerisches Gestalten) näherten wir uns einer grossen Künstlerin Georgia O’Keeffe, die mit ihren Blumenbildern berühmt wurde.
Sie lebte während dem letzten Jahrhundert und war eine der ersten Frauen, welche als Malerin Weltruhm erreichte.
Sie lebte zwischen New Mexiko und New York, wo die Natur aber auch die Stadt mit ihren Wolkenkratzern sie beeindruckte und zur Kunst inspirierte.
Blumenblüten vergrösserte sie soweit, bis sie fast abstrakt wirkten.
Im Unterricht wählte jede Schülerin und jeder Schüler nach einem kurzen, kunsthistorischen Input eine Blume aus einem bunten Blumenstrauss. Diese betrachteten sie genau und vergrösserten sie im Stil von Georgia O’Keeffe auf A2. Mit Pastellkreide wurde die Blume direkt, mutig und mit viel Schwung zu Papier gebracht. Die Fingerkuppen verteilten die Pigment-Farben und liessen sie ineinander «verfliessen». So entstanden mit viel Fingerspitzengefühl Farbverläufe, Hell-Dunkel-Kontraste, klare Umrisslinien aber auch verschwommene Flächen. Mit dem Hintergrundwissen über die Komplementärfarben konnte eine hohe Leuchtkraft entstehen und die Wirkung aus der Distanz war faszinierend.
Als Lehrperson freute ich mich, mit wieviel Sorgfalt und Intensität die Jugendlichen bei der Sache bleiben konnten und dass sie Freude am taktilen Gestalten fanden. Das Tun und Erwirken mit den Händen ist und bleibt in unserer Zeit ein wichtiges Element in der Entwicklung der Jugendlichen, das ich fördern und unterstützen möchte. Das Staunen und der empfundene Stolz über das eigene Werk, das durch die eigene Hingabe gelang, war für mich als Lehrperson, aber auch für die Klasse eine grosse Genugtuung und eine wichtige Erfahrung.