Stadtklima

Hohe Wärmebelastung im Stadtzentrum
In Städten ist es deutlich wärmer als im Umland. Dicht bebaute und versiegelte Gebiete heizen sich stärker auf als natürliche; sogenannte Wärmeinseln entstehen. Zudem sind Städte oft nur gering durchlüftet. Rund 20 Prozent des Siedlungsgebiets der Stadt Zürich sind heute nachts überwärmt. Um dem entgegenzuwirken, wurden in der kommunalen Richtplanung Aspekte des Stadtklimas berücksichtigt und auf der Basis der Fachplanung zur Hitzeminderung weitere Vertiefungsarbeiten umgesetzt. Insbesondere zu erwähnen ist die Fachplanung Stadtbäume.

Aktuelle Situation

Überwärmung im Siedlungsraum, bodennahe Lufttemperatur 4 Uhr. In den blau umrandeten Gebieten ist eine Verbesserung der bioklimatischen Situation notwendig.

Innerhalb der Stadt entstehen je nach baulicher Dichte und Materialisierung unterschiedlich ausgeprägte Wärmeinseln. Besonders kritisch ist die Wärmebelastung in heissen Sommernächten, wenn es in Zentrumsgebieten um bis zu 7  °C wärmer werden kann als im städtischen Umland.

Die Situation der Wärmebelastung in der Stadt wird verschärft durch den Klimawandel. Gemäss Prognosen (Meteoschweiz, 2018) ist in der Schweiz mit einer Zunahme der Jahresdurchschnittstemperatur von bis zu 3  °C bis 2060 zu rechnen (bei weiterhin steigendem Treibhausgasausstoss). Länger andauernde Hitzeperioden sind in der Stadt besonders problematisch. Aufgrund der starken Aufwärmung am Tag und der eingeschränkten Abkühlung nachts, nehmen die Temperaturen im Mittel kontinuierlich zu. In den wärmsten Nächten sinkt die Temperatur in dicht bebauten Gebieten nicht mehr unter 24  °C ab.

Die Anzahl Hitzetage und Tropennächte hat im Vergleich zu den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts bereits deutlich zugenommen. Seit 2001 treten Hitzetage und Tropennächte jährlich auf und werden tendenziell häufiger. Die Anzahl der Hitzetage ist in der Stadt nur gering höher als auf dem Land, die Anzahl der Tropennächte hingegen ist wegen dem nächtlich stark ausgeprägten Hitzeinseleffekt in der Stadt deutlich höher als auf dem Land.