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arché - Neue Publikation des Stadtarchivs Zürich

Das Stadtarchiv Zürich hat schon immer mit Freude und Lust seine Archivbestände der Öffentlichkeit präsentiert. Nun sollen sie in einem neuen Gefäss ein eigenes Gewicht erhalten, nämlich mit der vorliegenden ersten Nummer von arché.

«Arché» steht für Anfang, Prinzip, Ursprung, aber auch für Herrschaft, Regierung und Amt. Daraus leitete sich dann das griechische Wort archeíon, Regierungsgebäude, ab, also derjenige Ort, wo die wichtigsten Amtsgeschäfte nicht nur getätigt, sondern auch hinterlegt wurden – im Archiv.

Die neue Publikation wird zukünftig in loser Folge erscheinen und jeweils ein Kernthema zum Hauptinhalt haben.

Die erste Nummer von arché steht unter dem Titel «Vom Hören und Sehen» und stellt thematisch Fotografien aus einigen ausgewählten Beständen vor. Die vorliegende Auswahl und die dazugehörigen Texte sollen dazu beitragen, die Bilder bewusst zu betrachten, über die Bilder Geschichten und Geschichte zu erfahren und auf den zweiten Blick auch «Imaginäres», Neues, Zusätzliches zu erfahren und damit nicht nur zu sehen, sondern im besten Sinne auch zu hören, und zu verstehen.

  

arché - vom hören und sehen als E Paper 

arché präsentiert in seiner ersten Nummer, wie der Zürcher Musik-Fotograf Klaus Hennch – der selbsternannte «Musikomane» - die wichtigsten Dirigenten fotografisch inszenierte. Seine Bilder zeigen aber auch, wie er Vertrauen schaffen konnte, um berühmte Musikerinnen und Musiker in sehr privaten und intimen Momenten aufzunehmen, wie zum Beispiel die früh verstorbene Cellistin Jacqueline du Pré und ihren Mann, den Dirigenten Daniel Barenboim.

  

Bild: André Cluytens 1961 in Zürich
André Cluytens 1961 in Zürich

Auf einer ganz anderen thematischen Ebene zeigen sich die Aufnahmen von Zürcher Auswanderern nach Sumatra, wo sie auf Tabakplantagen leitende Stellungen einnahmen. Sie dokumentieren ein Leben in der Fremde, Reichtum, Gefahr, Isolation, aber auch die eklatanten Unterschiede zwischen den Lebenssituationen der Europäer und der Einheimischen. Der Artikel «Von Tigern, Tabak und ‚Eingeborenen‘» gibt den historischen Hintergrund dazu.

  

VII.573.3.1
Personal der Plantage in Pagurawan, Sumatra (1880er Jahre)

Eine etwas leichtere Note bringt der Beitrag zu den Zürcher «Seegfrörnen» zwischen 1880 und 1963, wo die Bilder von der Lebenslust und Spontaneität der Zürcherinnen und Zürcher zeugen. Als «Seegfrörne» wurde bezeichnet, wenn der Zürichsee vollständig und so dick vereist war, dass die Eisdecke betreten werden konnte. Wenn das geschah, war die Zürcher Bevölkerung jeweils nicht mehr zu halten.

  

V.L.47
Das «Kaffeekränzchen» (1929)

Auf welch abenteuerlichem Weg das Archiv der Schweizerischen Landesausstellung von 1939 ins Stadtarchiv Zürich gelangte, erzählt der Artikel «Verschollen auf den Dachboden». Dazu werden eine ganze Reihe Bilder aus der fotografischen Dokumentation der Landi 39 gezeigt.

Mit arché möchten wir eine regelmässige, kompakte Möglichkeit schaffen, um sozusagen aus dem Nähkästchen bzw. aus dem Archivschächtelchen des Stadtarchivs Zürich zu plaudern. Wir möchten darin über unsere Arbeit erzählen, Themen, die uns im Zusammenhang mit Archiv und Archivierung beschäftigen, zur Diskussion stellen und – wie es bei uns schon Tradition ist –spannende Archivbestände und Dokumente vorstellen. Damit wollen wir natürlich auch unsere Leserinnen und Leser dazu ermutigen, sich mit der Geschichte der Stadt Zürich und ihren Quellen anzufreunden, sich davon verzaubern zu lassen und sie – im allerbesten Fall – als Inspiration für eigene Nachforschungen zu benutzen.

Denn mit den im Stadtarchiv Zürich aufbewahrten Quellen kann die Geschichte immer wieder neu beleuchtet werden. Oder wie es Oscar Wilde formuliert hat:

«The one duty we owe to history is to re-write it.»

Eine Druckversion von arché kann telefonisch oder per E-Mail hier bestellt werden (solange Vorrat).

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