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arché - Berichte aus dem Stadtarchiv Zürich

arché No 2 - Emil Acklin - Fotografie als Klassenkampf

Die zweite Ausgabe der Zeitschrift arché widmet sich dem Fotonachlass des Arbeiterfotografen Emil Acklin. Unter dem Titel «Fotografie als Klassenkampf» präsentiert das Stadtarchiv Zürich Emil Acklin, seine Zeit und seine Bilder.

Emil Acklin, 1889 geboren und ursprünglich Lehrer, wandte sich schon früh dem Kommunismus zu. Während den Zürcher Novemberunruhen im Jahr 1917 wurde er inhaftiert, verlor seinen Beruf und verdiente in der Folge seinen Lebensunterhalt als Sprach- und Musiklehrer. Als Autodidakt wandte er sich der Fotografie zu und war 1929 Mitbegründer des Zürcher Arbeiterfotobundes. Fortan sah er sich in der Rolle des «Arbeiterfotografen», der mit seiner Leica die arbeitende Bevölkerung auf Zürichs Strassen porträtierte. Den Klassenkampf führte er mittels seiner Aufnahmen weiter.

Acklin selbst hat seine Zürcher Fotografien in drei thematische Gruppen eingeteilt. Dies sind zum einen die «Maibilder», die den jährlichen 1.Mai-Umzug sowie Szenen in dessen Umfeld, meist am Rande des Umzugs, abbilden.

Zum anderen dokumentierte er als «Arbeiterfotograf» den Alltag der einfachen Leute auf Zürichs Strassen; «Strassenszenen» - wie er diese Kategorie von Aufnahmen nannte. Dabei handelt es sich zu einem grossen Teil um Fotografien von arbeitenden Menschen, oft in typischen Unterschichtsberufen. Gerade für diejenigen Menschen, die eher am Rande der Gesellschaft lebten, hatte Acklin ein besonderes Auge.

Und schliesslich erstellte Acklin in der Kategorie der «Arbeitsbilder» Fotografien, die beispielhaft einzelne Berufsarten dokumentieren. Vom Heimwerker über den Schriftenmaler bis hin zum Chemiker wurden meist einzelnen Personen in einer typischen Arbeitspose dargestellt. Diese Fotografien erinnern stark an Aufnahmen aus der «klassischen Berufsberatung», bei der einzelne Berufe charakterisiert und auch bildlich dargestellt wurden.

Obwohl Acklins fotografischer Nachlass eher schmal blieb, sind seine Aufnahmen – neben dem künstlerischen Aspekt – wichtige sozialhistorische Zeitzeugnisse von Zürich zwischen 1930 und 1950. Gerade durch seine Fotografien erhalten Menschen ein Gesicht und eine Geschichte, die sonst kaum Spuren hinterliessen.

  arché No 2 - Emil Acklin. Fotografie als Klassenkampf als E-Paper 

arché No 1 - vom hören und sehen

Die erste Nummer von arché steht unter dem Titel «Vom Hören und Sehen» und stellt thematisch Fotografien aus einigen ausgewählten Beständen vor. Die vorliegende Auswahl und die dazugehörigen Texte sollen dazu beitragen, die Bilder bewusst zu betrachten, über die Bilder Geschichten und Geschichte zu erfahren und auf den zweiten Blick auch «Imaginäres», Neues, Zusätzliches zu erfahren und damit nicht nur zu sehen, sondern im besten Sinne auch zu hören, und zu verstehen.

arché präsentiert in seiner ersten Nummer, wie der Zürcher Musik-Fotograf Klaus Hennch – der selbsternannte «Musikomane» - die wichtigsten Dirigenten fotografisch inszenierte. Seine Bilder zeigen aber auch, wie er Vertrauen schaffen konnte, um berühmte Musikerinnen und Musiker in sehr privaten und intimen Momenten aufzunehmen, wie zum Beispiel die früh verstorbene Cellistin Jacqueline du Pré und ihren Mann, den Dirigenten Daniel Barenboim.

arché präsentiert in seiner ersten Nummer, wie der Zürcher Musik-Fotograf Klaus Hennch – der selbsternannte «Musikomane» - die wichtigsten Dirigenten fotografisch inszenierte. Seine Bilder zeigen aber auch, wie er Vertrauen schaffen konnte, um berühmte Musikerinnen und Musiker in sehr privaten und intimen Momenten aufzunehmen, wie zum Beispiel die früh verstorbene Cellistin Jacqueline du Pré und ihren Mann, den Dirigenten Daniel Barenboim.

Auf einer ganz anderen thematischen Ebene zeigen sich die Aufnahmen von Zürcher Auswanderern nach Sumatra, wo sie auf Tabakplantagen leitende Stellungen einnahmen. Sie dokumentieren ein Leben in der Fremde, Reichtum, Gefahr, Isolation, aber auch die eklatanten Unterschiede zwischen den Lebenssituationen der Europäer und der Einheimischen. Der Artikel «Von Tigern, Tabak und ‚Eingeborenen‘» gibt den historischen Hintergrund dazu.

arché No 1 - vom hören und sehen als E-Paper 

Eine Druckversion von arché kann telefonisch oder per E-Mail hier bestellt werden (solange Vorrat).

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