Medienmitteilungen

16. Juli 2010

Ein Drittel weniger Verkehr auf der ehemaligen Transitachse

Entlastung und Aufwertung der Wohnquartiere in Wiedikon und Hard

Die Stadt zieht eine positive Bilanz: Gut ein Jahr nach Inbetriebnahme der Westumfahrung ist der Verkehr auf der ehemaligen Westtangente um mehr als einen Drittel zurückgegangen. Mit den flankierenden Massnahmen wird dieser Erfolg gesichert. Nach Abschluss der ersten Bauetappe in der Seebahn- und der Schimmelstrasse wird am
2. August 2010 die definitive Verkehrsführung auf der bisherigen Transitachse eingeführt. In der zweiten Etappe wird eine Reihe der bis anhin vom Autoverkehr dominierten Aussenräume in Wiedikon und Hard zu Quartierstrassen und Quartierplätzen zurückgebaut und neu gestaltet.

Nach gut einjährigen Bau- und Vorbereitungsarbeiten ist es am 2. August 2010 soweit: Der Verkehr auf der ehemaligen Westtangente wird neu im Gegenverkehr über die Schimmel- und Seebahnstrasse geführt. Gleichzeitig werden bei der Hardbrücke die Auf- und Abfahrtsrampen Hohlstrasse wieder geöffnet. Die Achse Bullinger–Sihlfeld–Weststrasse wird für den Durchgangsverkehr gesperrt. Somit kann die definitive Verkehrsführung umgesetzt werden. Bevor es endgültig ruhiger wird in den neuen Quartierstrassen, fahren jedoch noch einmal die Bagger auf. Die Werkleitungen müssen saniert werden. Anschliessend folgt die Umgestaltung der West-, Sihlfeld- und Bullingerstrasse zu Quartierstrassen mit Tempo 30. Trottoirs werden verbreitert, neue Bäume gepflanzt und neue Quartierplätze geschaffen. Die Bauarbeiten sind Ende 2011 abgeschlossen.

Zum selben Bauprogramm gehören der Umbau und die Sanierung der Birmensdorferstrasse zwischen Triemli und Waldegg zwischen August 2010 und Herbst 2011. Die bisherige Einfallsachse wird auf zwei Fahrspuren für Autos reduziert. Die Velofahrenden erhalten auf der ganzen Länge eine eigene Spur. Wo erforderlich werden Busspuren realisiert. Zwei neue Lichtsignalanlagen auf der Waldegg und bei der Abzweigung von der Birmensdorfer- in die Albisriederstrasse bewirtschaften in Zukunft die Zufahrt in die Stadt.
«Mit diesen Massnahmen wollen wir die Entlastungswirkung der Umfahrungsstrasse langfristig sichern und damit die Lebensqualität, insbesondere in bisher stark belasteten Wohnquartieren steigern», erläutert Stadträtin Ruth Genner das Konzept der flankierenden Massnahmen zur Westumfahrung. Die Stadt Zürich setzt dabei auf folgende Grundpfeiler: Bauliche und betriebliche Massnahmen lenken den Transitverkehr auf die Umfahrungs-strassen. Die Zufahrten in die Stadt werden bewirtschaftet. Der innerstädtische Verkehr wird auf Hauptstrassen kanalisiert, um damit die Quartiere zu entlasten.

35 Prozent weniger Verkehr auf der ehemaligen Transitroute
«Die Verkehrszahlen bestätigen unsere Prognosen – unsere Massnahmen zeigen den gewünschten Erfolg», zieht Hanspeter Fehr, Direktor der Dienstabteilung Verkehr des Polizeidepartements, eine positive Bilanz rund ein Jahr nach dem Beginn der Umsetzung der flankierenden Massnahmen zur Westumfahrung der Stadt Zürich. So verkehren auf der ehemaligen Transitroute entlang der West- und Seebahnstrasse im Durchschnitt täglich
35 Prozent weniger Fahrzeuge. Mit anderen Worten: täglich ca. 25 000 Fahrzeuge, die einst die Transitroute durch die Stadt befuhren, werden nun über die Westumfahrung gelenkt. Beim Schwerverkehr beträgt die Verkehrsreduktion gar 85 Prozent. Diverse Einflüsse wie etwa die Sanierung der Hardbrücke und die damit verbundene Zufluss-Bewirtschaftung sowie die Eröffnung der A4 durchs Knonaueramt unterstützen diese Wirkung. «Weniger Verkehr haben wir in den Quartieren Wiedikon, Albisrieden und Hard festgestellt», sagte Hanspeter Fehr anlässlich der heutigen Medienkonferenz. Generell ist kaum Ausweichverkehr in die Quartiere feststellbar. Mehr Verkehr wurde hingegen auf der Wehntalerstrasse und der Brunaustrasse verzeichnet. Für Letztere wird nach  den bereits erfolgten Sofortmassnahmen eine Planung gestartet, um  der unerwünschten Entwicklung Gegensteuer zu geben.

Neue durchgehende Velorouten
Auch für Velofahrende bringt die neue Verkehrsführung Verbesserungen. Neu ist die Badenerstrasse beim Lochergut für Velofahrende durchgängig befahrbar. Bis zur Langstrasse sind danach Velostreifen vorgesehen. Sowohl auf der Birmensdorferstrasse und entlang der Manessestrasse als auch auf der Kasernen- und der Zweierstrasse sind Velomassnahmen geplant. Die Sihlfeld- und die Weststrasse bilden zukünftig eine attraktive Veloroute zwischen Bullingerplatz und Manessestrasse.

Stadtraum statt Strassenraum
Die Strassen und Plätze in den Quartieren Wiedikon und Hard waren während Jahrzehnten geprägt vom hohen Verkehrsaufkommen der ehemaligen Westtangente. Dank der Westumfahrung und der flankierenden Massnahmen können bisherige Strassenräume zu Stadträumen umgestaltet werden. Eine Reihe bisher vom Autoverkehr dominierter Strassen wird zu Quartierstrassen mit Tempo 30 zurückgestuft. Bestehende Plätze werden aufgewertet und es entstehen neue Plätze. Als Eingangstor zur verkehrsberuhigten Weststrasse entsteht an der Verzweigung der Sihlfeld-, Gertrud- und Weststrasse der Brupbacherplatz. Zwischen Lochergut und Bullingerplatz werden die Freiräume zu beiden Seiten der verkehrsberuhigten Sihlfeldstrasse zum Anny-Klawa-Platz zusammengefasst. Der Bullingerplatz wird zum ruhigen Quartierplatz mit Piazza-Charakter. Der grosse Brunnen in der Platzmitte bildet weiterhin das «Herzstück» des Bullingerplatzes. Dank des reduzierten Verkehrs kann der Bullingerplatz für öffentliche Veranstaltungen teilweise gesperrt werden.




Thema: Transport und Verkehr

Organisationseinheit: Tiefbau- und Entsorgungsdepartement