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Treibhausgasbilanz

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Treibhausgasemissionen in der Stadt Zürich haben seit 1990 deutlich abgenommen. Im Mittel der letzten fünf Jahre setzten die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt rund 4,4 Tonnen Treibhausgase pro Person und Jahr frei. Das sind etwa 1,8 Tonnen weniger als vor 25 Jahren.
  • Jährliche Werte schwanken witterungsbedingt stark und sind mit Vorsicht zu interpretieren. Ausschlaggebend für die Trendbetrachtung ist die langfristige Entwicklung.
  • Vor allem im Gebäudebereich konnten durch energetische Sanierungen und Umstellung auf nachhaltige Energieträger Treibhausgase eingespart werden.
  • Dem Zwischenziel für das Jahr 2020, nur noch 4 Tonnen Treibhausgase pro Person und Jahr freizusetzen, nähert sich Zürich, allerdings noch zu langsam. Insbesondere das langfristige Ziel bleibt eine grosse Herausforderung. Die Roadmap 2000-Watt-Gesellschaft der Stadt Zürich zeigt jedoch, dass die Ziele grundsätzlich und auf lange Frist erreichbar sind. Alle sind jetzt gefragt – die Stadt und ihre Einwohnerinnen und Einwohner, der Bund, der Kanton und die Wirtschaft.

Treibhausgasbilanz 1990 bis 2018

Weiterführende Informationen

Definition Treibhausgasbilanz

Die aktuelle Treibhausgasbilanz der Stadt Zürich wird gemäss 2000-Watt-Methodik aus dem Endenergieverbrauch von Haushalten, Verkehr und Wirtschaft hochgerechnet. Dabei werden auch diejenigen Treibhausgasemissionen berücksichtigt, welche durch Herstellung, Transport und Verarbeitung der Energieträger verursacht werden (siehe auch Bilanzierungskonzept der 2000-Watt-Gesellschaft).

Gemäss Bilanzierungsvorgaben sind in diesem Indikator die Treibhausgasemissionen aus nicht-energetischen Nutzungen (z. B. Konsum, Nahrung) nicht einbezogen. Die Zahlen können für Zürich nicht ermittelt werden. Es gibt aber Abschätzungen dazu auf nationaler Ebene, welche auf Basis der Import-Exportstatistik der Schweiz berechnet wurden. 

Der Flugverkehr wird in der Treibhausgasbilanz berücksichtigt, indem der bevölkerungsproportionale Anteil des in der Schweiz ausgeschenkten Kerosins in die Bilanz einbezogen wird.

Deutliche Senkung im Gebäudebereich

Der Hauptanteil der Senkung der Treibhausgasemissionen liegt im Gebäudebereich. Einerseits führten die wärmetechnische Sanierung von Bauten und die Errichtung von Ersatzneubauten zu einer Reduktion des Wärmebedarfs. Andererseits trugen der vermehrte Einsatz von Fernwärme und der Ersatz von Ölheizungen durch Gas- und Wärmepumpenheizungen zu einer weiteren Senkung der Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen bei.

Treibhausgasemissionen Verkehr

Die Treibhausgasemissionen im Bereich Mobilität sind in der Stadt Zürich zwischen 1990 und 2018 leicht gesunken – im Gegensatz zur gesamten Schweiz, wo weiterhin ein Anstieg verzeichnet wird. An den gesamten Treibhausgasemissionen in der Stadt Zürich hat der Verkehr einen Anteil von rund 40 Prozent. Damit kann und muss die Mobilität auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft eine wichtige Rolle übernehmen. 

Das Berechnungsmodell für den Endenergieverbrauch des Verkehrs basiert auf Erhebungen in einzelnen Jahren (2010 und 2015) sowie Indikatoren für die Schätzung in den Zwischenjahren. Die wichtigste Grundlage bildet der Mikrozensus Mobilität und Verkehr, eine telefonische Erhebung zum Verkehrsverhalten der Schweizer Wohnbevölkerung, welche alle fünf Jahren stattfindet. Im Jahr 2015 wurde das Berechnungsmodell für den Endenergieverbrauch des Verkehrs angepasst. Zudem wurden die bisher verwendeten Verbrauchsfaktoren im Jahr 2016 aktualisiert. Diese methodischen Veränderungen wurden für die Jahre 2015 bis 2018 angewendet. Die Jahre vor 2015 sind somit nicht mehr unmittelbar vergleichbar mit den Jahren 2015 bis 2018. Die methodischen Veränderungen schlagen sich am stärksten in der Berechnung des Benzinverbrauchs nieder – Abweichungen von rund 30 Prozent sind festzustellen. Beim Dieselkonsum resultieren nur geringe Veränderungen.

Liberalisierung Strommarkt

Mit der Liberalisierung des Strommarkts für Grosskunden wächst der Anteil an unbekanntem Strom, welchen Grosskunden in der Stadt Zürich von anderen Anbietern als ewz beziehen. Für diesen Anteil des Stroms, dem keine Qualität zugeordnet werden kann, wird gemäss Bilanzierungsvorgaben der EU-Strommix eingesetzt. Dieser enthält einen erheblichen Anteil an Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken, was zu einem deutlich sichtbaren Anstieg der Treibhausgasemissionen beim Strom führt.

Wo steht Zürich auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft?

Die Stadt Zürich verzeichnet in der Klimapolitik einige Teilerfolge. So konnten die Treibhausgasemissionen bis 2018 um rund 30 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden. Dem Zwischenziel 2020 von 4 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Person und Jahr nähert sich die Stadt Zürich, allerdings noch zu langsam. Insbesondere das langfristige Ziel von 1 Tonne bis 2050 ist eine grosse Herausforderung. Hier bedarf es enormer Anstrengungen. Massnahmen müssen in sämtlichen energierelevanten Sektoren ergriffen werden. Da die Handlungsspielräume der Stadt Zürich in einigen Bereichen beschränkt sind (z. B. Flugverkehr, Treibstoffe, Stromeffizienz, Heizungsersatz), ist die Stadt Zürich auch auf entsprechende Anstrengungen des Kantons, des Bundes und aller Einwohnerinnen und Einwohner angewiesen.

Klimatische Faktoren und Bevölkerungsentwicklung

  • Die Witterung bestimmt die Nachfrage nach Raumwärme oder -kühlung und Warmwasser. Der Energieverbrauch aufeinanderfolgender Jahre kann daher witterungsbedingt stark schwanken und ist mit Vorsicht zu interpretieren. In einer langfristigen Betrachtung verliert der Einfluss der Witterung jedoch an Bedeutung.
  • In der Stadt Zürich ist seit 2000 die Wohnbevölkerung um 19 %, die Anzahl Beschäftigte um 45 % und das Bruttoinlandprodukt um über 30 % gestiegen.

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