Kunst im öffentlichen Raum gehört zum urbanen Leben in Zürich. Sie ist Teil des städtischen Alltags und für alle zugänglich – manchmal prominent sichtbar, manchmal überraschend zu entdecken. Sie prägt das Stadtbild, schafft Orte der Begegnung und eröffnet neue Perspektiven auf gesellschaftliche, kulturelle und urbane Themen. So trägt sie dazu bei, die Stadt als lebendigen kulturellen Raum erfahrbar zu machen.
Die städtische Fachstelle Kunst im öffentlichen Raum (KiöR) entwickelt und realisiert Kunstprojekte im öffentlichen Raum und begleitet Veränderungen im Stadtraum mit temporären Formaten und langfristigen Vorhaben. Die Kommission KiöR unterstützt die Fachstelle dabei beratend und strategisch.
Zudem verantwortet KiöR die Dokumentation, Pflege und den Erhalt von rund 400 Kunstwerken im öffentlichen Raum der Stadt Zürich.
«Kunst und Quartier» ist ein neues Format der KiöR, das sich über einen Zeitraum von vier Jahren jeweils mit einem ausgewählten Zürcher Quartier beschäftigt. Jährlich wird eine künstlerische Position eingeladen, ein ortsspezifisches Projekt zu realisieren. In enger Auseinandersetzung mit den räumlichen, sozialen und ökologischen Strukturen des Quartiers entstehen Arbeiten, die urbane Transformationen beobachten, begleiten und kommentieren.
Zum Auftakt realisiert die Künstlerin Riikka Tauriainen vom 16. April bis 5. Juli 2026 das Projekt «Altstetten Alphabet». Die Arbeit greift Fragen von Veränderung und Zugehörigkeit auf und zeigt sich im öffentlichen Raum mit 26 Flaggen in einem Alphabet von Pflanzenmotiven, die im Alltag der Menschen im Quartier präsent sind. Begleitet werden die Flaggen von hörbaren Erzählungen, die über QR-Codes per Smartphone abrufbar sind.
Mit «Kunst und Quartier» widmet sich die KiöR jeweils über einen Zeitraum von vier Jahren einem ausgewählten Zürcher Quartier.
Den Anfang macht in Altstetten die Künstlerin Riikka Tauriainen. Ihr Projekt «Altstetten Alphabet» übersetzt diese Auseinandersetzung in eine eigenständige künstlerische Form: Auf 26 Fahnen sind Pflanzen dargestellt, die für Altstetten eine ökologische oder kulturelle Bedeutung haben. So entsteht eine poetische Annäherung an das vielstimmige Quartier, die lokale Geschichten, aktuelle Entwicklungen und ökologische Zusammenhänge miteinander verbindet.
«The Zurich Archipelago – Recreating Common Grounds» versteht Zürich als Archipel – als Gefüge aus Begegnungen, Geschichten und gemeinsamen Gesten.
Künstlerische Beiträge im Stadtraum nehmen alltägliche Praktiken auf: gemeinsames Häkeln, Mahlzeiten, performative Spaziergänge, Geschichten erzählen oder gemeinsames Kartoffelschälen.
Ausgangspunkt sind die Ideen des karibischen Philosophen und Dichters Édouard Glissant, insbesondere sein Denken von Offenheit, Relation und Kreolisierung. Mit dabei sind unter anderem die Künstler*innen Britto Arts Trust, Hulda Zwingli, Reto Pulfer, Uriel Orlow und Mirna Bamieh.
Mit ihrer Arbeit entwirft die !Mediengruppe Bitnik ein Gegenprogramm zur allgegenwärtigen Optimierungs- und Kontrolllogik der digitalen Arbeitswelt. Inspiriert von der Fassadenarbeit «How to Work Better» von Fischli / Weiss in Zürich-Oerlikon verwandelt die Lichtinstallation bekannte Produktivitäts-Slogans in humorvolle Sabotage-Anweisungen wie «Interrupt workflows» oder «Schedule a coffee break with yourself».
Die Arbeit lädt dazu ein, innezuhalten und darüber nachzudenken, wie und wofür wir arbeiten. Das Projekt wird ab dem 23. Oktober 2026 bei der Energiezentrale Josefstrasse zu sehen sein.
KiöR ist für die Dokumentation, Pflege und den Erhalt von rund 400 Kunstwerken im öffentlichen Raum der Stadt Zürich verantwortlich. Durch ihre Arbeit bleibt das kulturelle Erbe Zürichs lebendig und verleiht dem urbanen Raum ein inspirierendes, dauerhaftes künstlerisches Gesicht. Besonderes Augenmerk liegt darauf, der Stadtbevölkerung und den Gästen Zürichs einen kontinuierlichen Zugang zu historischer und zeitgenössischer Kunst zu ermöglichen und den Stadtraum als offene Bühne für kulturelle Begegnungen zu gestalten.
Die Website «Kunstbestand der Stadt Zürich» zeigt die Werke der «Kunst im öffentlichen Raum» ebenso wie jene der städtischen Kunstsammlung und des Bereichs «Kunst und Bau».
Auf ZüriPlan sind alle öffentlich zugänglichen Kunstwerke im Stadtraum verzeichnet. Unter dem Icon «K» auf der digitalen Stadtkarte finden Sie rund 400 Werke, die den öffentlichen Raum Zürichs bereichern.
Die Audioguide-Tour führt durch Zürich-West im Stadtkreis 5 zu ausgewählten Kunstwerken im öffentlichen Raum. Einige sind auf den ersten Blick sichtbar, andere eher versteckt. Hier treffen Vergangenheit und Zukunft aufeinander: Der Stadtteil war einst ein industrielles Zentrum und trägt bis heute Spuren dieser Geschichte. Gleichzeitig prägen Kunst, Kultur und urbane Kreativität das heutige Bild dieses Quartiers.
Die Dauer der Audioguide-Tour lässt sich individuell gestalten. Startpunkt ist der Limmatplatz, das Tor zum Kreis 5; das Ziel liegt beim Toni-Areal.
Die Audiotour ist auf Deutsch und Englisch verfügbar. Über QR-Codes bei den Kunstwerken kann direkt darauf zugegriffen werden. Die Teilnahme und Nutzung sind kostenlos. Die webbasierte Anwendung «Audio-Cult» funktioniert auf allen Smartphones – ohne dass eine App heruntergeladen werden muss.
Viel Spass beim Entdecken von Zürich West!
Dies ist der erste Audiowalk von KiöR – weitere Touren sind in Planung.
Das Künstler*innenkollektiv PARA geht mit der künstlerischen Intervention «Die Unmöglichkeit zu teilen» der Frage nach, wie zukünftige Generationen auf den Umgang mit Wasser als Allmende-Ressource blicken könnten. Im Rahmen der Erarbeitung einer gesamtstädtischen Strategie zur Erinnerungskultur hat die KiöR Kunstschaffende eingeladen, sich nicht nur mit der Frage auseinanderzusetzen, an was oder wen im öffentlichen Raum erinnert werden soll, sondern auch wie.
Im Jahr 2024 hat Olivia Wiederkehr die Verbindung von Schmerz und Erinnerung in Bezug auf Denkmäler thematisiert. Nun lädt PARA zu einer radikalen Geste der Umverteilung auf dem Münzplatz ein: Zürcher Brunnenwasser wird – unter Kompliz*innenschaft der Öffentlichkeit – dem Leitungsnetz entnommen und aus der Stadt gebracht. PARA versucht sich vorzustellen, wie zukünftige Generationen auf den Umgang mit Wasser als vermeintliche Allmende-Ressource blicken könnten. Die Allegorie der Mässigung, die über dem 1577 errichteten Augustinerbrunnen wacht, illustriert, dass man die Menschen damals schon zu einem bewussten Umgang mit dem Gut anhielt, zu gegenseitiger Rücksichtnahme und geteilter Verantwortung. Der Brunnen als historischer Ort wird zum Denkmal, das zur aktiven Auseinandersetzung mit drängenden Verteilungsfragen anregt. Im Anschluss an die Performance wird die Umverteilung im Rahmen der Ausstellung «Wasser und Zeit» im Zentrum für Architektur ZAZ Bellerive fortgeführt.
Im September lassen die Künstler Michael Meier & Christoph Franz Zürich erklingen. Im Rahmen ihrer Arbeit «The Rhythm of Design» stellen sie Recherchen über verschiedene «Orte der Musik» in der ganzen Stadt an. Sie zeigen auf, welche Bedeutung Musik für ein städtisches Gefüge hat. In welchen Räumen entsteht Musik? Wo gelangt sie an die Öffentlichkeit? Was passiert, wenn diese Räume für alternative Musik verschwinden? Die Künstler transformieren Abbruchmaterial von den «Orten der Musik» in Instrumente, mit denen Musiker*innen neue Kompositionen in den öffentlichen Raum bringen.
Im Oktober 2025 wird die amerikanische Künstlerin Lauren Lee McCarthy ein neues Werk für den Münsterhof realisieren, das sich dem Thema des autonomen Fahrens widmet. McCarthy, deren künstlerisches Schaffen soziale Beziehungen im Spannungsfeld von Automatisierung, Überwachung und einem algorithmisch geprägten Alltag erforscht, entwickelt mit «Auto Münsterhof» eine Arbeit, die sowohl installative als auch performative Elemente enthält und das Publikum aktiv in den künstlerischen Prozess einbindet – mit einem besonderen Fokus auf die Sensibilisierung digitaler Infrastrukturen im öffentlichen Raum.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Haus der Elektronischen Künste (HEK) in Basel entwickelt, unter der kuratorischen Leitung von Sabine Himmelsbach, Direktorin des HEK, die auf Einladung der KiöR das Projekt begleitet.
Das Künstler*innenkollektiv Clusterduck untersucht in seiner Arbeit The «(W)HOLE» Project für Zürich die Schnittstellen, an denen physische und digitale Infrastrukturen aufeinandertreffen. In ihrer Intervention werden städtische Kanaldeckel zu skulpturalen Artefakten, die mit der Hilfe von Gravuren die darunterliegenden digitalen Netzwerke sichtbar machen. Die Deckel fungieren als Tore zu den Anlagen des urbanen Tiefbaus und als Portale zu mystischen Augmented-Reality-Erfahrungen. Passant*innen werden so eingeladen, sich der verborgenen Architekturen unserer Gegenwart bewusst zu werden.
Projekte für Kunst im öffentlichen Raum (KiöR) unterliegen bestimmten Vorgaben. Kunstschaffende werden über Studienaufträge, offene Wettbewerbe oder Direktaufträge ausgewählt, je nach Projektumfang und Ausstellungskonzept. Aktuelle Ausschreibungen
Die Fachstelle KiöR ist jedoch offen für Projekte und Initiativen von Privaten und berät diese bei ihren Vorhaben. Dabei orientiert sich die Arbeitsweise von KiöR an der künstlerischen Qualität der Projekte und einem sorgsamen Umgang mit dem öffentlichen Raum.
Für die Nutzung des öffentlichen Raums durch Kunstprojekte oder künstlerische Interventionen wird generell eine Bewilligung benötigt.
Kunst ist ein prägender Bestandteil der Europaallee, wo permanente Kunstinstallationen die Öffentlichkeit zur Reflexion und Interaktion mit ihrer Umgebung einladen.
Seit September 2020 ist die Klanginstallation «Harmonic Gate» des Künstlerduos Bruce Odland (USA) und Sam Auinger (AT) am Europaplatz zu erleben. Das Kunstwerk lädt ein, die Stadt aus einer hörenden Perspektive wahrzunehmen: Drei Mikrofone fangen die vielfältigen Geräusche des Platzes ein – das Rauschen der Sihl, vorbeieilende Schritte, Zugansagen, Trams und Flugzeuge. Diese Klänge werden in einem virtuellen Resonanzrohr zu harmonischen Obertonreihen verarbeitet und direkt über Lautsprecher zurück in den Raum gespielt. So verändert sich das Klangbild dynamisch mit dem Trubel und der Ruhe des Platzes und lässt den Europaplatz zu einer ständig wandelnden Klanglandschaft werden, die das urbane Leben reflektiert und hörbar macht.
Seit 2021 ergänzt das Lichtkunstwerk «ALWAYS A WAY ALWAYS AWAY» von Brigitte Kowanz (AT) die Europaallee. Das Werk befindet sich auf dem Dach des Gebäudes am Europaplatz und sendet stündlich in Morsezeichen die Botschaft «ALWAYS A WAY ALWAYS AWAY». Diese leuchtende Nachricht, die über LED-Bänder in dreieckigen Formen übermittelt wird, spielt mit der Symbolik der Morsetelegrafie, die einst entlang von Bahnlinien verlegt wurde und so auch auf den Standort zwischen Bahngleisen und Sihlpost verweist. Die Installation spiegelt das Netz aus Stützen und Oberleitungen der Bahntrassen wider und thematisiert Kommunikation als Verbindung und Trennung zugleich. Die leuchtende Botschaft lädt Passanten dazu ein, innezuhalten und über die Art und Weise nachzudenken, wie wir uns durch digitale Technologien verbinden – gleichzeitig physisch hier und virtuell stets auch «woanders» zu sein.
Beide Werke sind zentrale Bestandteile des kuratorischen Gesamtkonzepts «Space» der Europaallee. Schon während der Bauzeit von 2011 bis 2019 brachte dieses Konzept Kunst in den öffentlichen Raum und rückte die Baustelle durch temporäre Interventionen von Künstler*innen wie Michael Günzburger, Grrrr & Big Zis und Heinrich Lüber in den Fokus.
Langfristig soll das Konzept Kunst im neuen Stadtteil verankern und die Europaallee als einen Ort der Begegnung und Reflexion gestalten.
In den letzten Jahren hat sich in der Öffentlichkeit ein starkes Interesse für einen neuen Umgang mit Denkmalkultur ausgebildet. Es wird vermehrt die Frage gestellt, ob die bestehenden Denkmäler den aktuellen Kriterien einer inklusiven Gesellschaft noch genügen. In Zürich wie auch in anderen schweizerischen Städten dominiert eine stark eurozentrische, hetero-normative Denkmal- und Erinnerungskultur. Themen abseits dieser bestimmenden Vorstellungen werden im öffentlichen Raum nicht oder kaum abgebildet. Sowohl mit der «MeToo»-Debatte als auch mit der in den USA entstandenen «Black Lives Matter»-Bewegung (BLM) wurden die Diskussionen um Repräsentation im öffentlichen Raum sowie um den Umgang mit Erinnerung beschleunigt. Parallel dazu gehen in Zürich immer wieder Anfragen seitens Politik und Bevölkerung für neue Denkmäler ein.
Die KiöR hat dieses Thema aufgenommen und vom Stadtrat den Auftrag erhalten, gemeinsam mit dem städtischen Koordinationsgremium Erinnerungskultur (KoGE) Strategien im Umgang mit bestehenden und künftigen Denkmälern zu entwickeln. Als erster Schritt und als Grundlage der bevorstehenden Reflexionen wurde eine Bestandsaufnahme veranlasst.
Ende 2020 wurde der Historiker Georg Kreis mit der Überprüfung von 38 Denkmalobjekten der Stadt Zürich beauftragt. Unter den zahlreichen Publikationen des emeritierten Professors für Geschichte an der Universität Basel findet sich mit der Publikation «Zeitzeichen für die Ewigkeit – 300 Jahre schweizerische Denkmaltopografie» ein Grundlagenwerk zur schweizerischen Denkmalkultur. Georg Kreis war u. a. Mitglied der Bergier-Kommission und Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus.
Die vorliegende historische Aufarbeitung der Denkmäler und die mit diesen Kunstwerken im öffentlichen Raum verbundenen biografischen Kurzbeschreibungen bieten eine gute Grundlage, um das kritische Bewusstsein für die Denkmäler zu wecken.
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