Kunst im öffentlichen Raum gehört zum urbanen Leben in Zürich. Sie ist Teil des städtischen Alltags und für alle zugänglich – manchmal prominent sichtbar, manchmal überraschend zu entdecken. Sie prägt das Stadtbild, schafft Orte der Begegnung und eröffnet neue Perspektiven auf gesellschaftliche, kulturelle und urbane Themen. So trägt sie dazu bei, die Stadt als lebendigen kulturellen Raum erfahrbar zu machen.
Die städtische Fachstelle Kunst im öffentlichen Raum (KiöR) entwickelt und realisiert Kunstprojekte im öffentlichen Raum und begleitet Veränderungen im Stadtraum mit temporären Formaten und langfristigen Vorhaben. Die Kommission KiöR unterstützt die Fachstelle dabei beratend und strategisch.
Zudem verantwortet KiöR die Dokumentation, Pflege und den Erhalt von rund 400 Kunstwerken im öffentlichen Raum der Stadt Zürich.
Dieser Audioguide wirft einen feministischen Blick auf Kunst im öffentlichen Raum in Zürich.
Die Tour führt zu Skulpturen, Brunnen und Plastiken und lädt dazu ein, sie neu zu betrachten. Sie fragt: Wessen Kunst wird hier eigentlich gezeigt? Für wessen Blick wurde sie gemacht? Und wessen Themen behandelt sie?
Jede Station nimmt ein konkretes Kunstwerk zum Ausgangspunkt und greift Themen auf, bei denen Frauen historisch benachteiligt waren – oder es bis heute sind. Die Tour zeigt, wie Kunst im öffentlichen Raum Vorstellungen von Geschlecht prägt und widerspiegelt. Dabei geht es nicht nur darum, wie Frauen dargestellt werden und wer die Kunst geschaffen hat, sondern auch darum, welche Erfahrungen und Lebensrealitäten in der Kunst überhaupt sichtbar werden.
Die Tour entstand in Zusammenarbeit der Fachstelle Kunst im öffentlichen Raum und des Frauenstadtrundgangs Zürich. Sie kann in der vorgeschlagenen Reihenfolge (Start Arboretum, bei General-Guisan-Quai 26) oder an einzelnen Stationen erkundet werden.
Die Audioguides sind auf Deutsch und Englisch verfügbar. Über QR-Codes bei den Kunstwerken kann direkt darauf zugegriffen werden. Teilnahme und Nutzung sind kostenlos. Die webbasierte Anwendung «Wonnder Guide» funktioniert auf allen Smartphones – ohne dass eine App heruntergeladen werden muss.
- Text: Fachstelle KiöR
- Sprecherin: Simone Brander, Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement
- Text: Frauenstadtrundgang Zürich, Leonie Ferrara und Fiona Kneubühler
- Sprecherin: Dr. Simone Rangosch, Direktorin Tiefbauamt Zürich
- Text: Frauenstadtrundgang Zürich, Wanda Seiler
- Sprecherin: Prof. Dr. Silke Langenberg, ETH Zürich
- Text: Frauenstadtrundgang Zürich, Aline Suter
- Sprecherinnen: Martina Hauser, Hauser Meier Architektinnen, Vorstandsmitglied créatrices.ch, und Nelly Pilz, Architektin
- Text: Frauenstadtrundgang Zürich, Wanda Seiler
- Sprecherin: Corine Mauch, ehemalige Stadtpräsidentin (2009–2026)
- Text: Fachstelle KiöR
- Sprecherin: Olivia Wiederkehr, Künstlerin
- Text: Fachstelle KiöR
- Sprecherin: Jiajia Zhang, Künstlerin
- Text: Fachstelle KiöR
- Sprecherin: Laura Arminda Kingsley, Künstlerin
Mit der Installation «Cry Me A River» nutzt das Künstler*innenkollektiv SUPERFLEX die Ästhetik kommerzieller Leuchtreklamen, um das Ende der Menschheit ironisch zu «rebranden». Auf dem Münsterhof, in unmittelbarer Nähe zur Limmat, verwandelt der leuchtende Schriftzug die englische Redewendung – ein herablassendes «Heul doch» – in einen Kommentar zur ökologischen Krise: Was normalerweise als sarkastische Abfuhr gilt, wird hier zum Appell der Erde an uns selbst.
Während der Ausstellung werden lokale Chöre den Song «Cry Me A River» auf dem Platz performen. SUPERFLEX liess den Song eigens für das Kunstwerk neu komponieren. Als Passant*in fühlt man sich plötzlich wie in einem Musical, wodurch sich die Dramatik der Arbeit weiter zuspitzt. SUPERFLEX bricht mit der zynischen Distanz zum Klimawandel und fordert uns heraus, unsere Rolle als Teil eines gefährdeten Ökosystems aktiv wahrzunehmen.
Mit ihrer Arbeit entwirft die !Mediengruppe Bitnik ein Gegenprogramm zur allgegenwärtigen Optimierungs- und Kontrolllogik der digitalen Arbeitswelt. Inspiriert von der Fassadenarbeit «How to Work Better» von Fischli / Weiss in Zürich-Oerlikon verwandelt die Lichtinstallation bekannte Produktivitäts-Slogans in humorvolle Sabotage-Anweisungen wie «Cry on zoom» oder «Doomscroll at work not in bed».
Die Arbeit lädt dazu ein, innezuhalten und darüber nachzudenken, wie und wofür wir arbeiten. Das Projekt wird ab dem 23. Oktober 2026 bei der Energiezentrale Josefstrasse zu sehen sein.
Die Audioguide-Tour führt durch Zürich-West im Stadtkreis 5 zu ausgewählten Kunstwerken im öffentlichen Raum. Einige sind auf den ersten Blick sichtbar, andere eher versteckt. Hier treffen Vergangenheit und Zukunft aufeinander: Der Stadtteil war einst ein industrielles Zentrum und trägt bis heute Spuren dieser Geschichte. Gleichzeitig prägen Kunst, Kultur und urbane Kreativität das heutige Bild dieses Quartiers.
Die Dauer der Audioguide-Tour lässt sich individuell gestalten. Startpunkt ist der Limmatplatz, das Tor zum Kreis 5; das Ziel liegt beim Toni-Areal.
Viel Spass beim Entdecken von Zürich West!
«Kunst und Quartier» ist ein neues Format der KiöR, das sich über einen Zeitraum von vier Jahren jeweils mit einem ausgewählten Zürcher Quartier beschäftigt. Jährlich wird eine künstlerische Position eingeladen, ein ortsspezifisches Projekt zu realisieren. In enger Auseinandersetzung mit den räumlichen, sozialen und ökologischen Strukturen des Quartiers entstehen Arbeiten, die urbane Transformationen beobachten, begleiten und kommentieren.
Zum Auftakt realisierte die Künstlerin Riikka Tauriainen vom 16. April bis 5. Juli 2026 das Projekt «Altstetten Alphabet». Die Arbeit greift Fragen von Veränderung und Zugehörigkeit auf und zeigte sich im öffentlichen Raum mit 26 Flaggen in einem Alphabet von Pflanzenmotiven, die im Alltag der Menschen im Quartier präsent sind. Begleitet werden die Flaggen von hörbaren Erzählungen, die über QR-Codes per Smartphone abrufbar sind.
Die Website «Kunstbestand der Stadt Zürich» zeigt die Werke der «Kunst im öffentlichen Raum» ebenso wie jene der städtischen Kunstsammlung und des Bereichs «Kunst und Bau».
Auf ZüriPlan sind alle öffentlich zugänglichen Kunstwerke im Stadtraum verzeichnet. Unter dem Icon «K» auf der digitalen Stadtkarte finden Sie rund 400 Werke, die den öffentlichen Raum Zürichs bereichern.
KiöR ist für die Dokumentation, Pflege und den Erhalt von rund 400 Kunstwerken im öffentlichen Raum der Stadt Zürich verantwortlich. Durch ihre Arbeit bleibt das kulturelle Erbe Zürichs lebendig und verleiht dem urbanen Raum ein inspirierendes, dauerhaftes künstlerisches Gesicht. Besonderes Augenmerk liegt darauf, der Stadtbevölkerung und den Gästen Zürichs einen kontinuierlichen Zugang zu historischer und zeitgenössischer Kunst zu ermöglichen und den Stadtraum als offene Bühne für kulturelle Begegnungen zu gestalten.
Vom 6. Juni bis 12. Juli 2026 bespielte das Kunstfestival «The Zurich Archipelago – Recreating Common Grounds» den Zürcher Stadtraum mit Installationen, Performances und gemeinschaftlichen Formaten. Das Festival ging aus einem Studienauftrag auf Einladung der Fachstelle Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Zürich hervor und wurde von Mirjam Varadinis kuratiert. Es verstand den öffentlichen Raum als Experimentierfeld für Begegnung und Austausch. Konzeptuell ging es vom Denken des karibischen Philosophen und Dichters Édouard Glissant aus, der das Archipel als Gegenmodell zur geschlossenen Einheit begreift: eigenständige Inseln, die sich gegenseitig bedingen und verändern.
Hauptschauplätze waren der Platzspitzpark und das Arboretum, wo verschiedenste Kunstschaffende temporäre «Inseln» im Stadtraum schufen: Das Kollektiv Britto Arts Trust (Bangladesch) errichtete im Platzspitzpark eine offene Küche, in der täglich gemeinsam gekocht wurde. Die Künstlerin Mirna Bamieh (Palästina) lud in ihrer Performance «Potato Talks» dazu ein, gemeinsam Kartoffeln zu schälen und dabei Geschichten und Erinnerungen auszutauschen. Das feministische Kollektiv Hulda Zwingli verwandelte einen leeren Denkmalsockel im Arboretum in einen Ort, der allen offenstand. Weitere Beiträge stammten von Akosua Viktoria Adu-Sanyah, Uriel Orlow, Reto Pulfer, Marion Strunk und weiteren Künstler*innen.
«Kunst hat das Potenzial, unterschiedliche Menschen zusammenzubringen», sagte Kuratorin Mirjam Varadinis. «Mich interessiert der öffentliche Raum als Ort und Experimentierfeld für Gemeinschaft und Austausch – dies insbesondere vor dem Hintergrund unserer heutigen, konfliktgeladenen Zeit.»
Mirjam Varadinis (*1972) ist freischaffende Kuratorin und war langjährig am Kunsthaus Zürich tätig, wo sie unter anderem Ausstellungen mit Marina Abramović verantwortete. In ihrer Arbeit verbindet sie zeitgenössische Kunst mit gesellschaftlichen Fragestellungen und ortsspezifischen Kontexten.
Programm, Daten und weitere Informationen unter zurich-archipelago.ch
Mit «Kunst und Quartier» widmet sich die KiöR jeweils über einen Zeitraum von vier Jahren einem ausgewählten Zürcher Quartier.
Den Anfang machte in Altstetten die Künstlerin Riikka Tauriainen. Ihr Projekt «Altstetten Alphabet» übersetzte diese Auseinandersetzung in eine eigenständige künstlerische Form: Auf 26 Fahnen waren Pflanzen dargestellt, die für Altstetten eine ökologische oder kulturelle Bedeutung haben. So entstand eine poetische Annäherung an das vielstimmige Quartier, die lokale Geschichten, aktuelle Entwicklungen und ökologische Zusammenhänge miteinander verband.
Das Künstler*innenkollektiv Clusterduck untersuchte in seiner Arbeit The «(W)HOLE» Project für Zürich die Schnittstellen, an denen physische und digitale Infrastrukturen aufeinandertreffen. In ihrer Intervention wurden städtische Kanaldeckel zu skulpturalen Artefakten, die mit der Hilfe von Gravuren die darunterliegenden digitalen Netzwerke sichtbar machten. Die Deckel fungierten als Tore zu den Anlagen des urbanen Tiefbaus und als Portale zu mystischen Augmented-Reality-Erfahrungen. Passant*innen wurden so eingeladen, sich der verborgenen Architekturen unserer Gegenwart bewusst zu werden.
Im Oktober 2025 hat die amerikanische Künstlerin Lauren Lee McCarthy ein neues Werk für den Münsterhof realisiert, das sich dem Thema des autonomen Fahrens widmete. McCarthy, deren künstlerisches Schaffen soziale Beziehungen im Spannungsfeld von Automatisierung, Überwachung und einem algorithmisch geprägten Alltag erforscht, entwickelte mit «Auto Münsterhof» eine Arbeit, die sowohl installative als auch performative Elemente enthielt und das Publikum aktiv in den künstlerischen Prozess einband – mit einem besonderen Fokus auf die Sensibilisierung digitaler Infrastrukturen im öffentlichen Raum.
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Haus der Elektronischen Künste (HEK) in Basel entwickelt, unter der kuratorischen Leitung von Sabine Himmelsbach, Direktorin des HEK, die auf Einladung der KiöR das Projekt begleitet.
Im September liessen die Künstler Michael Meier & Christoph Franz Zürich erklingen. Im Rahmen ihrer Arbeit «The Rhythm of Design» stellten sie Recherchen über verschiedene «Orte der Musik» in der ganzen Stadt an. Sie zeigten auf, welche Bedeutung Musik für ein städtisches Gefüge hat. In welchen Räumen entsteht Musik? Wo gelangt sie an die Öffentlichkeit? Was passiert, wenn diese Räume für alternative Musik verschwinden? Die Künstler transformierten Abbruchmaterial von den «Orten der Musik» in Instrumente, mit denen Musiker*innen neue Kompositionen in den öffentlichen Raum brachten.
Das Künstler*innenkollektiv PARA ging mit der künstlerischen Intervention «Die Unmöglichkeit zu teilen» der Frage nach, wie zukünftige Generationen auf den Umgang mit Wasser als Allmende-Ressource blicken könnten. Im Rahmen der Erarbeitung einer gesamtstädtischen Strategie zur Erinnerungskultur hat die KiöR Kunstschaffende eingeladen, sich nicht nur mit der Frage auseinanderzusetzen, an was oder wen im öffentlichen Raum erinnert werden soll, sondern auch wie.
Im Jahr 2024 hat Olivia Wiederkehr die Verbindung von Schmerz und Erinnerung in Bezug auf Denkmäler thematisiert. Danach lud PARA zu einer radikalen Geste der Umverteilung auf dem Münzplatz ein: Zürcher Brunnenwasser wurde – unter Kompliz*innenschaft der Öffentlichkeit – dem Leitungsnetz entnommen und aus der Stadt gebracht. PARA versuchte sich vorzustellen, wie zukünftige Generationen auf den Umgang mit Wasser als vermeintliche Allmende-Ressource blicken könnten. Die Allegorie der Mässigung, die über dem 1577 errichteten Augustinerbrunnen wacht, illustriert, dass man die Menschen damals schon zu einem bewussten Umgang mit dem Gut anhielt, zu gegenseitiger Rücksichtnahme und geteilter Verantwortung. Der Brunnen als historischer Ort wurde zum Denkmal, das zur aktiven Auseinandersetzung mit drängenden Verteilungsfragen anregte. Im Anschluss an die Performance wurde die Umverteilung im Rahmen der Ausstellung «Wasser und Zeit» im Zentrum für Architektur ZAZ Bellerive fortgeführt.
Die in Zürich arbeitende Künstlerin Olivia Wiederkehr eröffnete neue Perspektiven auf das Thema Erinnerungskultur. Keine Erfolgsgeschichte wurde erzählt und keine Skulptur errichtet; stattdessen liess die Künstlerin die Stadt Zürich über ein ephemeres Element sprechen: Über einen Duft. Düfte können Gefühle hervorrufen und uns an Vergangenes erinnern. In ihrer Kunstinstallation «Schmerzh» übertrug Wiederkehr dieses individuelle Erinnerungsvermögen auf das kollektive Gedächtnis der Stadt Zürich. An sechs Orten, die mit Ereignissen der jüngeren Vergangenheit in Verbindung stehen, lud die Künstlerin ein, den Duft unserer Geschichte zu riechen und uns zu erinnern. Dieser Prozess kann auch schmerzvoll sein.
Projekte für Kunst im öffentlichen Raum (KiöR) unterliegen bestimmten Vorgaben. Kunstschaffende werden über Studienaufträge, offene Wettbewerbe oder Direktaufträge ausgewählt, je nach Projektumfang und Ausstellungskonzept. Aktuelle Ausschreibungen
Die Fachstelle KiöR ist jedoch offen für Projekte und Initiativen von Privaten und berät diese bei ihren Vorhaben. Dabei orientiert sich die Arbeitsweise von KiöR an der künstlerischen Qualität der Projekte und einem sorgsamen Umgang mit dem öffentlichen Raum.
Für die Nutzung des öffentlichen Raums durch Kunstprojekte oder künstlerische Interventionen wird generell eine Bewilligung benötigt.
Kunst ist ein prägender Bestandteil der Europaallee, wo permanente Kunstinstallationen die Öffentlichkeit zur Reflexion und Interaktion mit ihrer Umgebung einladen.
Seit September 2020 ist die Klanginstallation «Harmonic Gate» des Künstlerduos Bruce Odland (USA) und Sam Auinger (AT) am Europaplatz zu erleben. Das Kunstwerk lädt ein, die Stadt aus einer hörenden Perspektive wahrzunehmen: Drei Mikrofone fangen die vielfältigen Geräusche des Platzes ein – das Rauschen der Sihl, vorbeieilende Schritte, Zugansagen, Trams und Flugzeuge. Diese Klänge werden in einem virtuellen Resonanzrohr zu harmonischen Obertonreihen verarbeitet und direkt über Lautsprecher zurück in den Raum gespielt. So verändert sich das Klangbild dynamisch mit dem Trubel und der Ruhe des Platzes und lässt den Europaplatz zu einer ständig wandelnden Klanglandschaft werden, die das urbane Leben reflektiert und hörbar macht.
Seit 2021 ergänzt das Lichtkunstwerk «ALWAYS A WAY ALWAYS AWAY» von Brigitte Kowanz (AT) die Europaallee. Das Werk befindet sich auf dem Dach des Gebäudes am Europaplatz und sendet stündlich in Morsezeichen die Botschaft «ALWAYS A WAY ALWAYS AWAY». Diese leuchtende Nachricht, die über LED-Bänder in dreieckigen Formen übermittelt wird, spielt mit der Symbolik der Morsetelegrafie, die einst entlang von Bahnlinien verlegt wurde und so auch auf den Standort zwischen Bahngleisen und Sihlpost verweist. Die Installation spiegelt das Netz aus Stützen und Oberleitungen der Bahntrassen wider und thematisiert Kommunikation als Verbindung und Trennung zugleich. Die leuchtende Botschaft lädt Passanten dazu ein, innezuhalten und über die Art und Weise nachzudenken, wie wir uns durch digitale Technologien verbinden – gleichzeitig physisch hier und virtuell stets auch «woanders» zu sein.
Beide Werke sind zentrale Bestandteile des kuratorischen Gesamtkonzepts «Space» der Europaallee. Schon während der Bauzeit von 2011 bis 2019 brachte dieses Konzept Kunst in den öffentlichen Raum und rückte die Baustelle durch temporäre Interventionen von Künstler*innen wie Michael Günzburger, Grrrr & Big Zis und Heinrich Lüber in den Fokus.
Langfristig soll das Konzept Kunst im neuen Stadtteil verankern und die Europaallee als einen Ort der Begegnung und Reflexion gestalten.
In den letzten Jahren hat sich in der Öffentlichkeit ein starkes Interesse für einen neuen Umgang mit Denkmalkultur ausgebildet. Es wird vermehrt die Frage gestellt, ob die bestehenden Denkmäler den aktuellen Kriterien einer inklusiven Gesellschaft noch genügen. In Zürich wie auch in anderen schweizerischen Städten dominiert eine stark eurozentrische, hetero-normative Denkmal- und Erinnerungskultur. Themen abseits dieser bestimmenden Vorstellungen werden im öffentlichen Raum nicht oder kaum abgebildet. Sowohl mit der «MeToo»-Debatte als auch mit der in den USA entstandenen «Black Lives Matter»-Bewegung (BLM) wurden die Diskussionen um Repräsentation im öffentlichen Raum sowie um den Umgang mit Erinnerung beschleunigt. Parallel dazu gehen in Zürich immer wieder Anfragen seitens Politik und Bevölkerung für neue Denkmäler ein.
Die KiöR hat dieses Thema aufgenommen und vom Stadtrat den Auftrag erhalten, gemeinsam mit dem städtischen Koordinationsgremium Erinnerungskultur (KoGE) Strategien im Umgang mit bestehenden und künftigen Denkmälern zu entwickeln. Als erster Schritt und als Grundlage der bevorstehenden Reflexionen wurde eine Bestandsaufnahme veranlasst.
Ende 2020 wurde der Historiker Georg Kreis mit der Überprüfung von 38 Denkmalobjekten der Stadt Zürich beauftragt. Unter den zahlreichen Publikationen des emeritierten Professors für Geschichte an der Universität Basel findet sich mit der Publikation «Zeitzeichen für die Ewigkeit – 300 Jahre schweizerische Denkmaltopografie» ein Grundlagenwerk zur schweizerischen Denkmalkultur. Georg Kreis war u. a. Mitglied der Bergier-Kommission und Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus.
Die vorliegende historische Aufarbeitung der Denkmäler und die mit diesen Kunstwerken im öffentlichen Raum verbundenen biografischen Kurzbeschreibungen bieten eine gute Grundlage, um das kritische Bewusstsein für die Denkmäler zu wecken.
Sie möchten zu KiöR auf dem Laufenden bleiben? Unser Newsletter informiert über aktuelle Veranstaltungen und Kunstprojekte der Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Zürich. Die Inhalte richten sich an stadtinterne und externe Interessent*innen.
Sie interessieren sich für Kunst in der Stadt Zürich? Der Kunst-Newsletter ist ein gemeinsamer Informationsservice der Fachstelle Kunst und Bau, der Kunst im öffentlichen Raum (KiöR), der Kunstsammlung, des Helmhauses und der Kunstförderung der Stadt Zürich. Er wird vier Mal jährlich verschickt.
Telefonische Erreichbarkeit:
Montag, 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr
Donnerstag, 9 bis 12 Uhr
Hinweis zu Beratungsanfragen:
Bitte senden Sie uns Ihr Anliegen für Beratungsauskünfte vorab schriftlich. Wir bitten um Verständnis, dass die Bearbeitung Ihrer Anfrage länger dauern kann.
- Zugang barrierefrei
- Es sind keine Behindertenparkplätze verfügbar.
- Es sind keine Behindertentoiletten verfügbar.