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Finanzdepartement, Sozialdepartement, Selbständige öffentl.-rechtl. Anstalten

28. März 2017

Wohnen, Gewerbe und Gastronomie beim Bahnhof Altstetten

Stadt Zürich betritt Neuland in Sachen Flüchtlingsunterbringung

Die Stadt Zürich denkt Siedlungen für Flüchtlinge neu. Auf dem Geerenweg-Areal soll eine temporäre Wohnsiedlung mit weiteren Nutzungen wie studentischem Wohnen, Kleingewerbe, Gastronomie und Begegnung kombiniert werden.

Die Stadt Zürich hat in den vergangenen Jahren auf brachen Flächen mehrere temporäre Wohnsiedlungen (TWS) für Flüchtlinge erstellt. In der Regel zogen auf diese Weise jeweils 100 bis 150 Personen aus dem Asylbereich in ein bestehendes Quartier.

Mit dem Umzug der temporären Wohnsiedlung Leutschenbach auf das Geerenweg-Areal beim Bahnhof Altstetten Nord geht die Stadt Zürich nun bewusst einen anderen Weg – sie betritt Neuland, wie die beiden Stadträte, Sozialvorsteher Raphael Golta und Finanzvorsteher Daniel Leupi, anlässlich einer Medienkonferenz ausführten. Zwar sollen auf dem Geerenweg-Areal die Modulbauten weiterhin Wohnraum für rund 150 Personen bieten, doch dabei soll es nicht bleiben. Zusätzliche temporäre Bauten eröffnen neue Möglichkeiten: Diese sollen als günstige Räume für Kleingewerbe, Jungunternehmen und Kulturschaffende zur Verfügung stehen. Zudem sind Gastronomie-Angebote vorgesehen, kombiniert mit einem Spielplatz und einem Ort für Freizeit und Begegnung. Anstatt einfach eine Container-Siedlung in einem Quartier zu errichten, soll mit der Siedlung nun ein neuer und lebendiger Quartierteil entstehen.

Auf der bislang als Abstellplatz genutzten Fläche soll auf diese Weise ein neuer urbaner Mittelpunkt entstehen, der auch in der Umgebung wohnhaften und berufstätigen Personen offensteht und einen Treffpunkt im Quartier darstellt. So kann am Vulkanplatz eine Umgebung mit Quartiercharakter entstehen. Nach Möglichkeit sollen Flüchtlinge in die Betriebe eingebunden werden, was die Integration zusätzlich unterstützt.

Studenten und Flüchtlinge unter einem Dach

Auf dem zweiten Grundstück des Areals plant die Stiftung «Einfach wohnen» zudem Modulbauten für Jugendliche in Ausbildung und Flüchtlinge. Insgesamt werden 120 Zimmer erstellt, wovon siebzig für Studentinnen und Studenten oder Jugendliche in Ausbildung und fünfzig für Flüchtlinge gedacht sind. Die Wohneinheiten umfassen zwei bis vier Schlafzimmer und Gemeinschaftsräume. Die geplante Wohnanlage soll günstig und in einem energetisch und ökologisch vorbildlichen Standard erstellt werden. So soll zum Beispiel auf dem Dach eine Photovoltaikanlage realisiert werden. Der monatliche Mietzins für ein Zimmer soll rund 500 bis 600 Franken betragen.

Auf dem gesamten Areal werden so verschiedene Nutzungen wie Wohnen für Flüchtlinge und Jugendliche in Ausbildung, günstige Räume für Kleingewerbetreibende, Kultur, ein Begegnungsort mit Gastronomieangebot und Urban Gardening zusammengeführt. Der dadurch entstehende dorfähnliche Charakter dürfte für die Stadt Zürich in dieser Form einmalig sein. Auch zum benachbarten Standplatz für Fahrende wird eine Anbindung angestrebt. Das vielfältige Angebot auf der bisherigen Brache soll entscheidend zur Belebung des Quartiers beitragen.

Die Konzeptideen werden in den kommenden Monaten unter Einbezug Dritter konkretisiert. Die temporäre Überbauung soll schrittweise entstehen und sich weiterentwickeln können. Der Bezug der TWS sowie der Wohnanlage der Stiftung «Einfach wohnen» soll Ende 2018 erfolgen.

 




Thema: Soziales, Wohnen

Organisationseinheit: Finanzdepartement, Sozialdepartement, AOZ