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Das barocke Bodmerhaus

Das Bodmerhaus an der Schönbergstrasse 15 ist mit seinen über 350 Jahren einer der ältesten, erhaltenen barocken Landsitze in der Stadt Zürich. Nun wird es, im Rahmen einer umfassenden Gesamtsanierung, bis Ende 2022 wieder an aktuelle Bedürfnisse angepasst. Erleben Sie in verschiedensten Videos mit Fachpersonen, wie dieses Baudenkmal mit seiner authentischen Ausstrahlung in die Zukunft überführt wird.

Situation & Geschichte

Seit mehr als 350 Jahren thront der «Obere Schönenberg» über die Stadt Zürich. Benannt nach seinem bekanntesten Bewohner Johann Jakob Bodmer (1698-1783) wurde das Haus mehrmals umgebaut, ergänzt und verändert. Erfahren Sie mehr über die Geschichte des Hauses von Mireille Blatter, Denkmalpflege Stadt Zürich.

0:04 Ich begrüsse Sie im Baugeschichtlichen Archiv der Stadt Zürich am Neumarkt.
0:11 Wir beginnen hier vor dem tollen Modell, das die Stadt Zürich im 18. Jh. zeigt.
0:16 Man sieht sehr schön die Stadt mit den alten Befestigungsmauern
0:21 entlang dem Fröschengraben.
0:24 Der See reicht weit in die Stadt hinein, vor den Aufschüttungen.
0:27 Ganz markant: die Befestigung Schanze.
0:32 Nun das andere Flussufer:
0:33 Dort thront über den Rebbergen der Obere Schönenberg.
0:38 Datiert aus Quellen ist das Gebäude ursprünglich von 1638.
0:44 Das Haus ist bis heute erhalten.
0:47 Es ist einer der ältesten barocken Landsitze auf Stadtboden,
0:52 und daher von grosser Bedeutung.
0:55 Die Geschichte geht so,
0:57 dass Hans Heinrich Heidegger das Gebäude erworben hat.
1:02 Die Stadt hatte es damals gekauft und bereits zum Abbruch freigegeben.
1:07 In einem anonymen Plan ist eingezeichnet,
1:12 wie der Wall der Stadtmauer eng um das Gebäude geht.
1:15 Die Stadt hatte es zum Abbruch freigegeben,
1:18 und Herr Heidegger war in der Schanzen-Kommission.
1:22 Er schaffte es, denn Wall so zu legen, dass das Haus stehen bleiben konnte.
1:26 Pikanterweise war er derjenige, der das Haus gekauft hatte.
1:29 Heute würde man wohl von Insiderwissen sprechen
1:33 und man hätte eine Untersuchungskommission an der Backe.
1:36 Das wäre wohl eine saftige Straftat.
1:38 Wir sind froh, dass das Haus so über die Jahrhunderte gerettet werden konnte.
1:43 Heute kann man das Gebäude immer noch
1:46 in der Hauptvolumetrie des Ursprungsbaus erleben.
1:50 Es gibt den Hauptkörper, der auf die Stadt ausgerichtet ist,
1:54 auf dem Steinsockel, das Fachwerkgebäude, das später verputzt wurde.
1:58 Quer dazu der Längsbau, ebenfalls mit einem kräftigen Satteldach
2:03 und dann Annex und Pultdach.
2:05 Das Gebäude hat über die Jahrhunderte enorme Veränderungen erfahren.
2:10 Es ist vor allem geprägt durch die lange Zeit,
2:15 in der Johann Jakob Bodmer darin gewohnt hat
2:18 und das Haus gekauft hat.
2:21 Er war der Literatur zugetan
2:24 und empfing bekannte Literaten und Dichter aus Europa zu Besuch,
2:30 etwa Friedrich Klopstock und Johann Wolfgang Goethe.
2:34 Nach der Ära Bodmer kaufte der Ratsherr David Vogel das Haus.
2:37 Im 19. Jh. gab es entsprechend nochmals grosse Eingriffe.
2:42 Die Stadtwälle wurden nach 200 Jahren wieder geschliffen.
2:46 Die Universität und die ETH wurden gebaut.
2:48 Aber das Gebäude ist bis heute in der Ursprungsgrunddisposition vorhanden.
2:55 Die Universität nutzt das Haus für ihre Zwecke.
3:00 Auch das Thomas-Mann-Archiv war darin untergebracht.
3:03 Als dieses auszog, wurde die Gesamtsanierung gestartet,
3:08 mit einem Studienauftrag.
3:10 Den entschied das Architekturbüro Ernst Niklaus Fausch Partner für sich.
3:16 Wir von der Denkmalpflege durften das Projekt begleiten.
3:21 Wir konnten auch entscheidende energetische Massnahmen und Ertüchtigungen realisieren.
3:28 Das Haus kann an prominenter Stelle hoffentlich noch 100 Jahre stehenbleiben.

Dach & Traufe

Das Dachwerk des Bomerhauses ist ein imposantes Konstrukt aus der Bauzeit. Eine Besonderheit des Kehlgeschosses ist die ausgeprägte Laterne, die das Dach übersteigt. Felix Wyss nimmt sie mit ins Dachgeschoss und erzählt welche Herausforderungen bei der Sanierung überwunden werden mussten.

0:08 Das Dach ist in verschiedenen Stufen abgedeckt.
0:12 Beim Anbau, der aus derselben Zeit stammen muss wie das Hauptdach,
0:18 also auch aus den 1640er-Jahren,
0:21 sehen wir hier den Sparrenrapport.
0:25 Oben liegt die Firstpfette, die von so genannten Hahnenbalken getragen ist.
0:31 Dann sieht man in diesem Bereich schon den Schindelschirm auf einer Dachlattung.
0:39 Dort hinten sieht man die Bedeckung aus Biberschwanzziegeln.
0:46 Eine Doppeldeckung.
0:49 Die aufgeschichteten Ziegel haben eine wunderschöne Struktur.
0:54 Was hier schön offensteht, ist der ganze Traufbereich.
1:01 Vom Dachstuhl sehen wir diese Sparren.
1:06 Wir sehen, dass die Sparren verschiedene Aussparungen haben.
1:10 Mehrere Sparren haben hier eine zweite Verwendung.
1:15 Die Aussparungen hier stammen von der ersten Verwendung.
1:21 Da unten sehen wir die Bundbalken des Dachstuhls.
1:27 Die kragen die Fassade um etwa 20 cm aus.
1:33 Die Traufe wird gebildet vom Aufschiebling.
1:38 Der ist hier oben an den Sparren genagelt.
1:40 Unten liegt er auf dem Bundbalken auf.
1:45 Der bildet das Vordach. Das ist die Traufe.
1:50 Das ist der Bereich,
1:52 unter den man sich flüchtet, wenn es regnet, die Traufe.
1:56 Dort wird man erst recht nass.
1:58 Denn das ganze gesammelte Wasser fliesst vom Dach direkt hier hinunter.
2:07 Wir sehen hier eine Verkleidung des Dachhimmels.
2:11 Das ist eine Bewegung, die in der Barockzeit begann.
2:16 Man verkleidet, man verdeckt. Die Konstruktionen werden dematerialisiert.
2:22 Das war ein späterer Schritt.
2:24 Ursprünglich, das sehen wir hier hinten gut, war da noch der obere Teil der Fassade.
2:30 Der Fassadenverputz kommt bis hier herauf.
2:34 Wenn wir hier hineinsehen, sehen wir einen roten Abschlussstrich.
2:41 Diese Fassade rechnet noch die Masse ein,
2:44 die sich aus der Konstruktion der Riegelfassade hier ergeben.
2:50 Dann gibt es hier einen offenen Dachhimmel.
2:54 Wenn man von unten hinaufsieht,
2:57 sieht man zwischen den Aufschieblingen direkt an die Ziegel.
3:02 Später wurde das alles eingepackt.
3:05 Das Fachwerk kam ein bisschen aus der Mode.
3:08 Dann wurden die Fassaden verkleidet.
3:12 Oftmals wurden die Verputze erneuert.
3:16 Das Fachwerk darunter sieht man nicht. Das ist alles verdeckt.
3:21 Hier oben in diesem offenen Bereich
3:23 haben wir noch wunderschön die Befunde, wie sie im Ursprungsbau waren.
3:29 Sichtfachwerk, Verputz, offener Dachhimmel.
3:34 Wir sehen wunderschöne Zimmereiarbeit wie die Balkenköpfe,
3:39 die mit einer Zierfase gearbeitet sind.
3:43 Wir sehen bei den Aufschieblingen, dass sie leicht konisch sind
3:47 und auch eine Zierfase haben.
3:49 Die Balkenköpfe sind immer leicht gerundet.
3:53 Das stammt alles aus einer schönen Tradition aus dem 17. Jahrhundert.

Fachwerk & Farbe

Die Innenräume des barocken Landguts sind reicht verziert: von der Beschlagwerkmalerei an der Sichtbalkendecke bis hin zu den Fensterleibungen. Felix Wyss erläutert in einem ersten Beitrag die wunderbaren barocken Bemalungen, die im Erdgeschoss gefunden wurden.

0:06 Im 17. Jahrhundert
0:09 stehen wir in der Blütezeit der so genannten Sichtfachwerkwände,
0:15 reich ausgestattet, reich bemalt.
0:18 Dazu gehören auch diese Decken.
0:21 Im Anschluss an den Neubau unter Hans Heinrich Heidegger
0:26 stehen wir hier in der Mitte des 17. Jahrhunderts.
0:29 Das war in Zürich allgemein eine Blütezeit für bemalte Fachwerkwände.
0:36 Auch für Sichtbalkendecken, die ebenfalls reich bemalt sind.
0:43 In diesem Raum, den man als Gartensaal bezeichnen könnte,
0:49 haben wir beides schön beisammen.
0:52 Einerseits die Sichtfachwerkwände,
0:56 die verhältnismässig bescheiden nur Begleitmalerei auf den Ausfachungen haben.
1:03 Und dann die Steigerung, besonders in diesem herrschaftlichen Haus:
1:08 Es wird alles ausgeschmückt.
1:12 Wir haben die Ausfachungen, die Ständer und die Riegel des Fachwerks.
1:18 Die Riegel sind im Spiegel auch noch gefüllt.
1:22 Mit Begleitlinien, immer dunkel-hell, also eine Schatten-Licht-Wirkung.
1:29 Weil die Balken unterschiedlich dick sind,
1:33 hat man so eine Harmonisierung geschaffen.
1:36 Die dünneren Balken wurden optisch auf der Ausfachung verbreitert,
1:42 wiederum mit dem Abschlussstrich.
1:46 Im Kreuzpunkt von Ständer und Riegel
1:50 ist ein Quadrat mit einem Diamantschnitt.
1:53 Das imitiert einen Nagel.
1:58 Dann geht es nach oben. Die Ständer hier enden in Verbreiterungen,
2:05 die an ein Kapitell erinnern.
2:07 Dann kommt obendrauf das Gesims
2:11 und als Abschluss gegen die Decke ein Deckenfries.
2:16 Das ist hier besonders aufwendig gestaltet, reich profiliert
2:20 mit verschiedenen Abstufungen,
2:23 und in den oberen Zonen mit den Fruchtgehängen.
2:27 Eine weitere Steigerung sind die Psalmensprüche.
2:32 Dann geht es nahtlos über in die bemalte Decke.
2:36 Das ganze Bildprogramm mit dem Deckenfries
2:41 zieht sich hier auf die gleiche Weise weiter.
2:45 Aber hier, an den Aussenwänden, bei den Fenstern,
2:49 sind noch die Nischen, die repräsentativ bemalt werden konnten.
2:54 Nun zu den Decken.
2:56 Hier ein schönes Beispiel der Renaissance-Manier.
3:01 Also eine Sichtbalkendecke mit aufgelegten Deckenbrettern.
3:07 Die sind in einem Falz auf der Oberseite aufgelegt.
3:10 Es gibt keine durchgehenden Deckenbretter, die oben auf den Balken liegen.
3:16 Dies ist ein klassisches Bildprogramm aus dem 17. Jahrhundert.
3:21 Das war in Zürich ausserordentlich reich und vielseitig.
3:26 Das sind die so genannten "Beschlägewerk"-Malereien.
3:29 Wir haben eine grobe geometrische Teilung, deren Mittelachse betont ist
3:35 mit einem kreisrunden Milieu.
3:39 Der Aussenraum zu beiden Seiten ist auch bemalt.
3:44 Das Beschlägewerk, das kennen wir von den Türen, ist reich verziert.
3:50 Das ist hier immer weiss gemalt,
3:54 mit Schattierungen, damit es sich plastisch abhebt.
3:58 Die Zwischenräume sind stets ausserordentlich reich und kräftig bemalt.

Freilegen & Sichern

Von der barocken Bausubstanz des Bodmerhauses sind nicht nur die grundlegende Tragstruktur, sondern auch hochwertige und gut erhaltene Ausstattungselemente wie zahlreiche Wand und Deckelmalereien erhalten. Die Sicherung dieser ist ein filigranes aber äusserst wichtiges Handwerk. Erhalten Sie kurz Einblicke in die Arbeit des Restaurators und erfahren Sie, welche Schritte bei einer Sicherung wichtig sind.

0:07 Ich heisse Thomas Hunkel.
0:09 Ich bin Restaurator, Konservator und Bauforscher.
0:16 Im Rahmen der Rückbauarbeiten ...
0:21 ... wurde diese Malerei freigelegt.
0:24 Hier stand eine Holzstütze.
0:27 Als man diese entfernte,
0:31 hat man diese Malerei gesehen.
0:33 Man beschloss, diese Malerei freizulegen.
0:37 Von Hand, mit Skalpell, vorsichtig,
0:39 damit die Malerei nicht kaputtgeht.
0:49 Jetzt sieht man den Zwischenzustand
0:52 nach der Freilegung in diesem Bereich.
0:55 Mit gestörter Oberfläche.
0:59 Hier gibt es Beschädigungen des Putzes und der Malerei.
1:05 Da, in diesem grossen Feld ist eine grosse Putzergänzung,
1:09 eine jüngere Putzergänzung.
1:13 Hier zeigt sich schematisch ein ... Wir wissen es noch nicht.
1:18 Ist es ein Rehbock, ein Hirsch, ein Pferd?
1:26 Das kann man leider nicht mehr sehen.
1:30 Man hat hier eine Mischung aus Architekturmalerei
1:33 und floraler, figürlicher Malerei.
1:37 Es handelt sich hierbei um eine Secco-Malerei, eine Kalkmalerei auf Kalkputz.
1:44 Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach überstrichen,
1:49 mit Kalkfarbe, mit Putzschlemme,
1:54 und geriet so in Vergessenheit.
1:58 Wir sind hier einen Schritt weiter. Die Freilegung ist abgeschlossen.
2:04 Die Ränder der originalen Putzschollen werden mit Kalkputz gesichert.
2:13 Die hoheliegenden Putzschollen werden mit Kaltnadeln hinterspritzt
2:19 und gefestigt.
2:22 Das ist nach historischen Rezepten gemischter Sumpfkalkmörtel,
2:27 der in mehreren Schichten aufgebaut wird,
2:31 um Schwundrisse zu vermeiden.
2:38 Man kann dann entscheiden, wie man weitergeht.
2:42 Lässt man die gesicherten Malereifragmente
2:49 als Inseln stehen oder retuschiert man die grösseren Fehlstellen.
2:54 Das muss aber noch entschieden werden.

Dachstuhl & Laterne

Blicken Sie unter die Ziegel auf das über 350-jährige Dach des Bodmerhauses. Felix Wyss begleitet die Bauuntersuchungen im Auftrag der Archäologie Stadt Zürich und erläutert die unterschiedlichen Dachelemente, die Befunde des Ursprungsbaus und informiert über den Traufbereich des Barocken Landsitz.

0:08 Wir sind hier im Kehlgeschoss des Hauses Oberer Schönenberg.
0:13 Eine Besonderheit hier ist die ausgeprägte Laterne,
0:19 also ein herrschaftlicher Raum im Dachgeschoss,
0:23 der höher als das Dach selbst ist.
0:25 Man sieht von hier aus wunderbar auf den See,
0:28 auf die Altstadt, und hier drüben auf die Universität.
0:34 Es ist interessant, dass an dieser Stelle ein so herrschaftlicher Raum gebaut wurde.
0:39 Man kann sich in dem Raum Besuch und Gesellschaften vorstellen.
0:44 Wie sie hier heraufkommen und eine schöne Aussicht haben.
0:47 Vielleicht konnten sie hier etwas besprechen, das nicht für alle Ohren bestimmt war.
0:52 Wir sehen hier einen Fachwerkbau.
0:56 Der stammt wohl aus der gleichen Zeit wie das ganze Dach.
1:01 Das wäre zwischen 1643 und 1645.
1:06 Wir sehen hier Sichtausfachungen, manche Balken mit Bemalungen.
1:11 Man muss sich vorstellen, der Raum war mit Täfelung verkleidet.
1:15 Hier gab es schöne Türeinfassungen mit Ohren, mit Verdachungen.
1:20 Und eine schön gegliederte Tür mit Füllungen
1:24 und geschmiedeten Beschlägen.
1:27 Das war sehr vornehm hier oben.
1:32 So schön der Raum hier ist,
1:35 stellt er doch für das ganze Dach, für das Haus, ein Handicap dar.
1:39 Die Seitenwände stehen nicht auf dem Binder, sondern daneben.
1:45 Das führte zu einer Schwächung des Dachstuhls.
1:50 Die Schwächung hatte schon früh Auswirkungen.
1:54 Bereits in der Barockzeit musste man hier erstmals den Dachstuhl sanieren,
2:00 mit zusätzlichen Stützen, mit Metallbändern,
2:04 die man zur Stabilisierung eingezogen hat.
2:08 Das sind Elemente, die wir im Geschoss darunter sehen werden.
2:15 Hier sind wir im unteren Dachstuhl.
2:18 Das ist eine liegende Binderkonstruktion.
2:23 Das ist das Hauptgerüst eines Dachstuhls.
2:29 Dieses verstärkende Gebinde hier.
2:37 Wir haben einen Rapport von Bindern.
2:39 Auf der Aussenseite, auf beiden Seiten des Giebels,
2:44 ist eine Fachwerkwand, die auch als Binder gilt.
2:47 Das ist miteinander zusammengefügt.
2:52 Neben den Bindern gibt es in der Längsrichtung des Dachstuhls
2:56 den Windverband.
2:59 Der fängt die grössten Belastungen eines Dachs auf.
3:03 Das ist nicht etwa der Schnee, der auf das Dach drückt,
3:07 sondern der Winddruck.
3:09 Das ist die grösste Belastung für ein Dach.
3:12 Dort hinten sehen wir schönes, neues, weisses Holz.
3:17 Das sind alles Verstärkungen im Zusammenhang mit statischen Problemen des Dachstuhls.
3:23 Das haben wir im oberen Geschoss erwähnt.
3:27 Hier musste man Verstärkungen einbringen, damit der Dachstuhl wieder stabil wird.
3:33 Wir sind hier gerade in einer spannenden Bauphase.
3:38 Ich stehe hier auf den alten Bodenbrettern dieses Dachstuhls
3:44 von 1643/45.
3:48 Wir sehen hier verschiedene Aufbauten. Hier ist ein Vlies.
3:52 Das ist ein Rieselschutz für alles, was hier noch eingebaut wird.
3:57 Der Boden macht die ganzen Bewegungen des Dachstuhls mit.
4:02 Bei den Bindern, die stabil sind, kommt der Boden hoch,
4:06 wo Binder fehlen, hängt er durch.
4:08 Nun müssen wir das Haus für die Zukunft nachrüsten.
4:13 Der Boden muss so ertüchtigt werden, dass er hält,
4:18 was Belastungen angeht. Trittschall ist auch oft ein Thema.
4:22 Er soll aber auch einigermassen eben werden.
4:26 Der ganze Rapport an Kanthölzern, die wir hier liegen haben,
4:30 definiert die neue Ebene.
4:32 Die Latten, die wir darauf legen, ergeben den neuen fertigen Boden.
4:37 Alles, was dazwischen liegt -
4:40 man sieht, wie sehr sich das Ganze bewegt,
4:45 oft 12 bis 15 Zentimeter -
4:48 diesen Bereich muss man auffüllen.
4:52 Hier kommt eine lose, leicht verdichtete Schüttung hinein.
4:56 Sie soll mögliche Bewegungen mitmachen.

Fachwerk & Veränderung

Die Innenräume des barocken Landguts sind reicht verziert: von der Beschlagwerkmalerei an der Sichtbalkendecke bis hin zu den Fensterleibungen. Im zweiten Videobeitrag zeigt er Ihnen wie die Bemalungen im Obergeschoss als dekorative Elemente eingesetzt wurden.

0:06 Wir sind hier in der grossen Eingangshalle des Oberen Schönberg,
0:11 Das ist der grösste Raum, der die ganze Hausbreite einnimmt.
0:17 Die Balken sind weit gespannt.
0:19 Darum ist hier ein Stützensystem nötig.
0:22 Die Balkenlagen stammen auch aus der Zeit von 1643 bis 1645.
0:28 Die Beschlägewerkmalerei, die hier sehr kräftig ist,
0:34 stammt ebenfalls aus der Zeit.
0:36 In den Bereichen, in denen wir einen Rückbau gemacht haben,
0:41 sehen wir nun die Wandnegative und darunter die ursprüngliche Malerei,
0:46 in der satten Farbe, welche sie ursprünglich hatte.
0:50 Natürlich auch ein bisschen ausgebleicht.
0:53 Daran sieht man, dass der Zustand, den wir heute haben,
0:57 ein Resultat der Restaurierung in den 1960er-Jahren ist,
1:02 einer Übermalung in diesen kräftigen Tönen.
1:06 In der Balkenlage, wo alles wunderschön gearbeitet ist,
1:10 mit diesen Abfasungen und Abschlüssen im Bereich der Verbindungen,
1:16 gibt es einen Wechsel, ebenfalls mit schönen Abfasungen.
1:21 Dieser Wechsel gehört zu der ursprünglichen Treppe,
1:25 die hier heraufführte.
1:27 Die Treppe und dieser Ort wurden in den alten Häusern gerne kombiniert,
1:32 der guten Zugänglichkeit wegen, mit den Abortanlagen.
1:36 Diese wären hier an der Fassade, an der Aussenseite angehängt gewesen,
1:42 eigentlich wie Rucksäcke.
1:44 Zwei Rucksäcke: einer für den oberen Stock, einer für den unteren.
1:49 Mit dem Anbau um 1820 wurde die Treppe hier hinüber verlegt.
1:54 Das Treppenauge hier wurde verschlossen.
2:08 Hier sind wir in einem schönen Südostraum im ersten Stock.
2:14 Wir sehen eine reiche Palette von Fachwerk.
2:18 Das ursprüngliche Fachwerk hier noch mit dem Rähmbalken, den Ständern
2:23 und der Schwelle da unten.
2:26 Für die Statik des ganzen Hauses ist diese Konstruktion sehr bedeutend.
2:33 Wie die vorhergehenden Räume stammen auch diese von 1643 bis 1645.
2:39 Reich ausgemalte Fachwerkwände.
2:43 Man sieht das gleiche Programm wie in den unteren Stockwerken,
2:47 mit dieser Zone bis hier oben und einem Deckenfries,
2:54 wieder mit Psalmensprüchen und als Abschluss dann dieses Fries.
2:59 Der Ständer hat hier ein ionisches Kapitell.
3:04 Ganz besonders aufwendig wurden diese Spiegel gemacht, auf dem Holz.
3:11 Wieder haben wir beim Schnittpunkt der Hölzer diese "Nägel" mit dem Diamantschnitt.
3:18 Im Spiegel dieser Elemente haben wir sogar Marmorierungen.
3:25 Wunderschön in diesen gleichen Blautönen;
3:28 das nimmt das Beschlägewerk von draussen wieder auf.
3:34 Ebenfalls gut zu sehen: In den oberen Stöcken, mit Ausnahme der Schauseiten,
3:39 sind die ganzen Fassaden in Fachwerk gehalten.

Kachel & Ofen

Das Bodmerhaus wurde anfangs des 19. Jahrhundert mit drei Kachelöfen ausgestattet. Diese müssen im Rahmen der Gesamtsanierung des Hauses zerlegt, gereinigt, repariert, restauriert und auf stabilem Grund wiederaufgebaut werden. Erhalten Sie Einblicke über die Arbeitsschritte des Hafenmeisters.

Panoramabilder Bodmerhaus

Das Bodmerhaus während der Sanierungsarbeiten.

Informationen

Adresse: Schönbergasse 15 Kreis: 1 Inventar: unter Schutz
Baujahr: 1643-47Architekt: UnbekanntAusführung: 2019- 2022

Weitere Informationen