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Nuklearmedizinische Untersuchungen / Therapien

Leiter Nuklearmedizin

Dr. med. Frank-Günther Füchsel, Leitender Arzt

RIA-Labor

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Sekretariat

Telefon +41 44 417 22 66
Fax +41 44 417 22 71
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Was ist Nuklearmedizin?

Die Nuklearmedizin benutzt sehr geringe (molekulare) Mengen radioaktiv markierter Arzneimittel, um Bilder von der Funktion des menschlichen Körpers zu machen, Krankheiten zu diagnostizieren und zu behandeln. Nuklearmedizinische Untersuchungen und Therapien sind nicht invasiv und gewöhnlich schmerzlos. Das Arzneimittel (Radiopharmakon) lässt sich entweder schlucken, einatmen oder mit einer Spritze in den Körper und Stoffwechsel einschleusen. Je nach Medikament lassen sich so sehr spezielle Organ- und Stoffwechselfunktionen sichtbar machen, indem wir die Gammastrahlen (ähnlich wie Röntgenstrahlen) von aussen mit einer Gammakamera/Detektor aufnehmen und auswerten. Die Bilder, die so entstehen, nennen wir Szintigraphien. Wir führen jedoch ebenfalls Messungen durch, bei denen wir Proben von Körperausscheidungen oder entnommene Blutproben im Labor untersuchen (in-vitro-Diagnostik, Nierenclearance).

Was untersuchen und behandeln wir?

Vielleicht am bekanntesten ist die Schilddrüsendiagnostik und -therapie. Hierbei schleusen wir kleinste Mengen von radioaktivem Jod (oder einem ähnlichen Medikament) in den Schilddrüsenstoffwechsel ein.  Damit machen wir z.B. Schilddrüsenknoten sichtbar und behandeln sie, wenn sie vermehrt aktiv sind (sog. «heisse» Knoten) und eine Überfunktion verursachen. Auch in der Krebsbekämpfung, bei Herz- oder Nierenkrankheiten, der Untersuchung des Gehirns und des Zentralen Nervensystems, bei Rheuma und Skelettkrankheiten sowie bei vielen anderen Fragestellungen spielen nuklearmedizinische Techniken eine entscheidende Rolle: 

  • Hirnszintigraphie zur Abklärung bei Epilepsien, Alzheimer-Krankheit, Demenzen und bei Parkinson-Krankheit
  • Myokardszintigraphie bei Durchblutungsstörungen am Herzmuskel
  • Skelettszintigraphie zur Beurteilung der Knochen und Suche von Frakturen, Infektionen, Entzündungen und Tumoren/Metastasen
  • Entzündungs-/Infektionsszintigraphie zur Suche und Beurteilung von Infektionen (meist in Kombination mit Skelettszintigraphie)
  • Lungenszintigraphie zur Suche und Beurteilung von Lungenembolien oder bei anderen Störungen der Belüftung oder Durchblutung (z.B. Emphysem)
  • Schilddrüsen-/Nebenschilddrüsenszintigraphie
  • Nebennierenszintigraphie
  • Tumorszintigraphie z.B. bei Karzinoid oder neuroendokrinen Tumoren
  • Leber- und Gallenwegszintigraphie bei Funktions- und Abfluss-Störungen
  • Blutungsszintigraphie zur Suche von Darmblutungen
  • Radiojodtherapie bei Schilddrüsenüberfunktion
  • Schmerztherapie bei Knochenmetastasen (Prostata- und Mamma-Karzinom)
  • Gelenktherapie/Radiosynoviorthese bei entzündlichen Gelenkerkrankungen

Sind nuklearmedizinische Untersuchungen gefährlich?

Nuklearmedizinische Untersuchungen gehören zu den sichersten bildgebenden Verfahren überhaupt. Die Medizin verwendet nur eine minime (molekulare) Menge eines radioaktiven Medikaments, gerade genug, um die gewünschte Information zu erhalten. Die Strahlenbelastung für Patienten in der Nuklearmedizin ist vergleichbar und bei vielen Untersuchungen sogar geringer als bei Röntgenuntersuchungen.   

Obwohl uns dies nicht bewusst ist, sind wir alle ständig einer Strahlung durch unsere Umwelt ausgesetzt (natürlich und menschengemacht). Bei den meisten Menschen stammt der grösste Teil ihrer jährlichen Strahlenbelastung (ca. 85%) von natürlichen Quellen: Weltraum, Fels, Erdreich, Kohlenstoff und Kalium sogar im eigenen Körper. Zusätzlich kommt ein Teil der Strahlung von Konsumprodukten (Rauchmelder, Farbfernseher, Leuchtziffern von Uhren usw.). Der restliche kleinste Teil der Belastung ist auf medizinische Untersuchungen und Behandlungen zurückzuführen wie Röntgen, Angiographie, Herzkatheteruntersuchungen, Computertomographie und Nuklearmedizin. So gesehen erhalten wir bei den meisten nuklearmedizinischen Untersuchungen in etwa die gleiche Strahlenmenge, der wir durch natürliche Strahlung im normalen Leben während weniger Monate ausgesetzt sind. Für nuklearmedizinische Untersuchungen entspricht die Belastung ungefähr der bei einer Röntgenuntersuchung oder Computertomographie.   

Durch die besondere Ausbildung vermag der Spezialist für Nuklearmedizin die jeweils beste Untersuchung für Ihr aktuelles medizinisches Problem zu empfehlen, um damit unnötige Strahlenbelastung für Sie zu vermeiden.

Was sind die Vor- und Nachteile?

Vorteile

Nuklearmedizin erlaubt es auf eine sichere, schmerzlose und kostengünstige Weise Informationen über den Körper zu erhalten, die sonst überhaupt nicht oder nur mit grossem Aufwand, teuren und riskanten Untersuchungen und Eingriffen verfügbar sind (z.B. Operationen). Eine Besonderheit nuklearmedizinischer Untersuchungen ist die extreme Empfindlichkeit, mit der sie auch kleinste Veränderungen in Struktur oder Funktion unserer Körperorgane sichtbar macht. Ein Organ mag in Ultraschall oder Röntgenbild völlig normal aussehen, aber dennoch nicht richtig funktionieren. Die Nuklearmedizin ist daher fester Bestandteil der Patientenversorgung vor allem in Diagnose, Behandlung und Vorsorge von schwerwiegenden Krankheiten. Nuklearmedizinische Bildgebung lässt oft schon sehr früh Abweichungen von der Normalfunktion erkennen, lange bevor diese medizinischen Probleme mit anderen Untersuchungen nachweisbar sind. Diese frühe Erkennung erlaubt eine frühere Behandlung der Erkrankungen - wenn die Heilungschancen noch am günstigsten sind. Obwohl Nuklearmedizin überwiegend in der Diagnostik zum Einsatz kommt, gibt es doch eine Reihe wichtiger und effizienter therapeutischer Anwendungen wie z.B. bei Schilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsenkrebs, Störungen des Blutbildes, entzündlichen/rheumatischen Gelenkschmerzen, Lymphknotenerkrankungen, Knochenschmerzen bei bestimmten Tumorerkrankungen. Allergische Reaktionen auf die in der Nuklearmedizin verwendeten Medikamente sind wegen ihrer geringen (fast molekularen) Menge nahezu unbekannt.

Nachteile

Da die Medizin bei nuklearmedizinischen Untersuchungen kleine Mengen an Radioaktivität verwendet, kommt es zu einer geringen Strahlenbelastung. Viele dieser Untersuchungen sind seit über 5 Jahrzehnten in weltweitem Gebrauch und es haben sich keine schwerwiegenden langfristigen Nebenwirkungen gezeigt. Nuklearmedizinische Untersuchungen dauern oft etwas länger als vergleichbare Röntgenuntersuchungen, vor allem, um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten.  Bei Schwangeren und stillenden Müttern sind einige nuklearmedizinische Untersuchungen nicht oder nur unter speziellen Absprachen möglich, um die Strahlenbelastung während der Schwangerschaft so gering wie möglich zu halten. Informieren Sie also den Arzt vor der Untersuchung über das Stillen oder eine mögliche Schwangerschaft.

Welche Vorbereitungen sind notwendig?

Für die meisten nuklearmedizinischen Untersuchungen sind keine besonderen Vorbereitungen notwendig. Was für Ihre jeweilige Untersuchung erforderlich ist, lässt sich den detaillierten Informationsblättern entnehmen oder direkt am Telefon erfragen. Für Frauen empfehlen wir, dem Arzt oder Assistenten unbedingt vor der Untersuchung mitzuteilen, wenn bei ihnen die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht oder falls sie stillen. Für alle Patienten ist es wichtig, dass sie den Arzt informieren, welche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine, Algen- oder Kräuterpräparate) sie einnehmen. Teilen Sie dem Arzt auch allfällige Allergien, aktuelle oder schwere frühere Erkrankungen mit. Schmuck und andere Accessoires lassen Sie einfach zuhause, da diese bei ihrer Untersuchung stören.

Wie lange dauert die Untersuchung?

Einige Tests dauern lediglich eine halbe Stunde aber die meisten Untersuchungen dauern eine Stunde und länger oder sie erfordern mehrere Termine (Vormittag und Nachmittag, eventuell Folgetag). Normalerweise ist die Zeit zwischen den Terminen zu Ihrer freien Verfügung. Auch hierzu informieren wir Sie bei der Terminvergabe für jede Untersuchung ausführlich. Zusätzliche Informationen sind in den entsprechenden jeweiligen Informationsblättern verfügbar.

Wie verläuft eine Untersuchung? Was spüre ich dabei?

Die meisten Untersuchungen erfordern, dass wir das Arzneimittel (Radiopharmakon) in eine Vene spritzen, bei manchen ist das Medikament zu schlucken. Dabei spüren Sie lediglich den Nadelstich (wie bei einer Blutentnahme mit einer kleinen Nadel). Weitere unangenehme Nebenwirkungen (wie Hitzegefühl, Schwindel usw.) treten in der Nuklearmedizin fast nie auf, da wir nur minime Mengen des jeweiligen Arzneimittels (nahezu molekulare Menge) verwenden. Nach einem gewissen Zeitraum (entweder unmittelbar danach oder Stunden, manchmal Tage später) fertigen wir Bilder an, wenn sich das Mittel regelrecht verteilt hat. Während der Aufnahme liegen Sie so bequem wie möglich vor der Kamera und bewegen sich nach Möglichkeit nicht, damit die Bilder langsam entstehen und nicht verwackeln. Wir helfen gerne auch mit Kissen und Polstern, damit Sie eine möglichst angenehme und entspannte Position einnehmen. Den grössten Teil der Radioaktivität scheidet der Körper über die Nieren und den Darm aus, oft schon während der Untersuchung. Der Rest klingt vollständig über den natürlichen Abklingmechanismus (Halbwertszeit) ab. Bei den meisten Untersuchungen ist nach ein bis spätestens zwei Tagen keine Radioaktivität mehr nachweisbar.

Was spüre ich nach der Untersuchung?

Der untersuchende Arzt/Nuklearmediziner wertet die Bilder in der Regel unmittelbar nach der Untersuchung aus und bespricht diese mit Ihnen, falls möglich. Einige Tests (Labortests, Punktionen) werten wir nicht bei uns aus und die Resultate erhalten wir unter Umständen eine Woche später. Bei wichtigen Ergebnissen benachrichtigt Sie der Nuklearmediziner telefonisch. In jedem Fall erhält Ihr zuweisender Arzt einen ausführlichen Bericht per Post oder Fax (in der Regel innert ein bis zwei Tagen oder in dringenden Fällen sofort per Telefon oder Fax). Falls Sie es wünschen, geben wir Ihnen die Bilder direkt nach der Untersuchung mit.

Bei einigen Untersuchungen ist es notwendig, dass Sie nachher noch 24 Stunden reichlich trinken (mindestens 2 Liter), um das Arzneimittel (Radiopharmakon) auszuspülen. 

Schwangerschaft und Stillen

Wie vor Röntgenuntersuchungen ist es auch vor nuklearmedizinischen Untersuchungen sehr wichtig, den Arzt zu informieren, falls eventuell eine Schwangerschaft vorliegt. Ganz allgemein halten wir die Strahlenbelastung während der Schwangerschaft so gering wie möglich. Bei einigen Untersuchungen gibt es für Schwangere strahlenfreie Ersatztests oder spezielle (längere, kompliziertere) Untersuchungstechniken, die die Strahlendosis nochmals deutlich vermindern. In anderen Fällen lässt sich die Untersuchung verschieben. Für stillende Mütter ist es möglicherweise notwendig, dass sie 24 bis 48 Stunden nicht stillen dürfen und die Milch verwerfen müssen. Daher sind rechtzeitige vorherige Absprachen notwendig. Gerne beraten wir Sie hierüber im Detail.

Unser Angebot im Detail

Schilddrüse

  • Hormontherapie, Thyreostase, Schilddrüsendiagnostik
  • Szintigraphie
  • Sonographie
  • Feinnadelpunktion
  • Labor
  • Beratung
  • Nachsorge: Schilddrüsenkarzinom

Hirn

  • Hirn-SPECT
  • Durchblutung (CBF)
  • Rezeptoren
  • Benzodiazepinrezeptoren
  • Dopamintransport (FP-CIT)
  • Rezeptor Liganden (IBZM)
  • Peripheres postganglionäres sympathisches System (MIBG)
  • Zisternographie
  • Liquorfistel
  • Ventilprüfung bei Shunts
  • Shuntmessung bei Hirntumoren

Lunge

  • Ventilations-/Perfusions-Szintigraphie
  • Perfusions-Szintigraphie
  • Ventilations-Szintigraphie
  • Perfusions-Szintigraphie quantitativ (Operabilitätsabklärung)
  • Recht-/Link-Shunt

Niere/Nebenniere

  • Nierenfunktionsszintigraphie (Hippuran/MAG3)
  • Globale Clearance
  • Seitengetrennte Clearance
  • Transplantat-Kontrolle (MAG3/Hippuran)
  • Statistisches Nierenszintigramm (DMSA)
  • Niere Säuglinge (MAG3/Hippuran)
  • Nebennierenmark und - tumore
  • Nebennierenrinde und -tumore

Kreislauf

  • Myokardperfusion
  • Lymphszintigraphie (statisch/dynamisch)
  • Thromboselokalisation
  • Herz-Shunt-Bestimmung
  • Herz: Herzbinnenraum-Szintigraphie (MUGA-Scan)

Skelett

  • Ganzkörper-Skelett-Szintigramm
  • 3-Phasen-Skelettszintigraphie
  • Knochenmarkszintigraphie

Gastrointestinaltrakt

  • Speicheldrüsenfunktion
  • Magenentleerung
  • Oesophagusfunktion
  • Meckel’sches-Divertikel
  • Erythrozytenszinitraphie (Haemangiome, Blutungsquelle)
  • Leberperfusionsszinitigraphie
  • Hepatobiliäre Szintigraphie (dynamisch)
  • Gastroösophagelae Refluxszintigraphie / bronchiale Aspiration

Entzündungsszintigraphie

  • Nanocoll
  • Anti-Granulozyten AK

Tumor-Szintigraphie

  • 123J MIBG (Phäochromozytom / Neuroblastom)
  • 99m Tc-MIBI
  • 201TI-Chlorid
  • Somatostatin-Rezeptoren (Octreotide)

Diverse Organe

  • Sentinel Lymphknoten (Melanom, Mamma-Ca, Prostata-Ca, Vulva-Ca, HNO-Tumore)
  • Funktion peritoneo-venöser Shunt (LeVeen)

Labor

  • Schillingfest mit/ohne Intrinsic-Factor
  • SeHCAT - Test (Se-Homotaurocholsäure)

Therapien

  • Radio-Jod-Therapie
  • Radiosynoviorthesen
  • Schmerzhafte Knochenmetastasen (Mamma-Ca, Prostata-Ca)
  • Myeloprolipheratives Syndrom / 32P

Hämatologie/retikulohistiozytäres System

  • Blut-, Erythrozyten-, Plasmavolumen
  • Eisenkinetik
  • Eisenresorption
  • Thrombozytenszintigraphie
  • Knochenmarkszintigraphie
  • Leber-/Milzszintigraphie
  • RHS-Szintigraphie

Weitere Informationen